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Das Leben eben

Am Ende bleibt die Geschichte + Auslosung Two Thirds

Gar nicht mehr lang hin und ich fahre nach Berlin, um vor ca. 200 Bloggern einen Vortrag über Storytelling mit dem Thema Am Ende bleibt die Geschichte zu halten. Nächstes Wochenende, um genau zu sein. Auf der #blogst17 in Berlin. Ich bin wirklich schon sehr aufgeregt und gespannt, wie das so werden wird. Hab ich wirklich was zu sagen? Ist für die anderen wichtig, was es für mich ist? Und kann ich sie bewegen mit dem, was ich sage?

theblogbook.eu | Am Ende bleibt die Geschichte

Herzensworte

Fragen, die ich mir immer wieder stelle. Bei jedem Blogpost, bei jedem Text, den ich schreibe. Dass ich Geschichten über alles liebe, ist keine Neuigkeit. Für Euch als Blogleser erst Recht nicht, denn genau das ist es, was Ihr hier schätzt und mir immer wieder zurück meldet.

Schreiben und Erzählen ist etwas, worüber ich nie nachdenken musste. Es ist einfach da, ist das, was ich am besten und ohne was ich nicht leben kann. Ich hab ja durchaus viel ausprobiert und bin in vielem kreativ; liebe das Fotografieren, das Zeichnen, Farben, Holz, Stoffe und alles, was man so mit seinen Händen machen kann. Ich bin auch ziemlich musikalisch, kann gut singen und habe eine klassische Geigenausbildung. Aber nichts geht mir so zu Herzen, nichts bewegt mich auf die gleich Intensität, nichts verändert mich so sehr wie Worte. Das trifft auf die anderer und auf meine eigenen zu.

Gegen die Angst anschreiben

Ich bin wirklich mehr als dankbar für den Weg der letzten Jahre, der mich wieder genau dorthin geführt hat. An den Ort, an dem ich dieser Leidenschaft vertraue und ihr den Platz einräume, den sie braucht und verdient. Wieder habe ich geschrieben. Denn ich war schon einmal dort. Habe angefangen, Bücher und Texte zu schreiben. Und dann aufgegeben. Weil ich dachte, ich wäre nicht gut genug. Es niemanden interessiere, es nicht wichtig wäre.

Dass es das doch ist, zeigen mir die letzten beiden Jahre. In denen ich mich, allzu oft noch sehr zaghaft, gegen diese Angst gestellt habe. Gegen die laute Stimme in meinem Kopf angeschrieben habe, die mir immer wieder ins Ohr schreit, dass es eh keinen interessiert. Dass heute keiner mehr liest. Erst Recht nicht, was ich zu sagen habe. Und dann kamen auf einmal andere Stimmen hinzu. Die mich ermutigt haben, mir immer wieder gesagt haben: schreib! Und es kamen Fragen. Wie machst Du das eigentlich? Wie schreibt man denn eine Geschichte, einen guten Text?

Experte?

Klar, ich habe studiert. Kunstgeschichte und Germanistik gehören beide zu den geisteswissenschaftlichen Fächern, in denen man vor allem eins tut: lesen und schreiben. Ich kann also durchaus von mir behaupten, dass mein Tun eine solide Basis hat. Auch, wenn sich das wissenschaftliche Schreiben enorm von dem auf meinem Blog, in einem Roman oder Zeitschriftenartikel unterscheidet. Vielleicht aber eben auch gar nicht so sehr. Denn gute Geisteswissenschaft sucht auch vor allem eins: den Kern der Geschichte. Die Worte und die Regeln, sie zu erzählen, sind sicherlich andere. Aber am Ende bleibt eben immer die Geschichte. Weil sie die Essenz von allem ist.

Und ja, darin bin ich gut. Wenn man so etwas von sich behauptet, haftet dem Ganzen immer eine Aura der Arroganz an, oder? Frei nach dem Motto: gut ist man, da muss man nicht drüber sprechen. Stimmt vielleicht auch irgendwie. Ich überzeuge auch lieber mit Taten und kann mich nicht besonders gut verkaufen. Aber da meine Taten ja Worte sind, war es grundlegend, mir zu sagen, darin bin ich gut. Wie ich oben schon schrieb: es war wichtig! Denn nur so bin ich da, wo ich jetzt stehe.

Am Ende bleibt die Geschichte

Und wo ist das genau? Ich würde sagen, dort, wo die Geschichte ist. Wo sie gehört, geschrieben, geteilt werden will. Wo andere lernen wollen, wie man eine Geschichte erzählt. Sie findet, sie freilegt und mit ihr arbeitet. Am Ende bleibt die Geschichte.

Das ist also genau mein Thema auf der #blogst17! Dort wird es darum gehen, wie man sogenanntes Storytelling für seinen Blog nutzen kann und ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich in den letzten Tagen intensiv mit meinem Mann über meine Ideen diskutieren konnte. So konnte ich schon mal ein wenig vorfühlen, ob meine Gedanken für andere überhaupt Sinn machen.

An dieser Stelle kam mir dann auch folgende Idee, für die ich Eure Mithilfe brauche.

Ich brauche Eure Geschichten!

Welche ist Eure liebste und warum? Wann habt Ihr sie gelesen, erzählt, gehört? Was verbindet Ihr damit und warum? Gibt es vielleicht eine Geschichte, die Euch Euer Leben lang begleitet? Helft Ihr mir?

Ich würde mich riesig freuen und schicke Euch jetzt schon mal ein DANKE! Und ich verspreche Euch, dass es auch für Euch hier auf dem Blog darüber etwas zu lesen geben wird!

Wie geht es weiter?

Ich stehe vor einem neuen Lebensabschnitt, den ich mit sehr großer Begeisterung, mit gesundem Respekt und etwas Furcht beschreiten werde. Dieser Post hier ist eine Überraschung für mich selbst. Er war nicht geplant und schrieb sich beinahe von allein. Weil die Zeit endlich reif ist und die Worte schon gesetzt sind, das merke ich mehr als deutlich, während ich hier tippe. Die Stimme im Kopf, sie schreit noch immer dazwischen. Aber ich werde weiter gegen sie anschreiben. Und dabei gute Gesellschaft haben mit all den Geschichten, die noch erzählt werden wollen. Denn am Ende bleibt die Geschichte.

Eure Carolin


Und nun noch zur Auslosung der Sweater von Two Thirds!

Gewonnen haben Miriam (kranimwind@googlemail.com): rosa und Lili Sar (lilsardalen@gmail.com): weiß.

Eine Email an Euch beide habe ich schon verschickt!

Herzlichen Glückwunsch Euch beiden!

Und an die anderen: bitte seid nicht traurig! Übrigens habe ich gerade gesehen, dass es die Sweater in neuen Farben gibt und man dabei sogar noch ein tolles Projekt mit seinem Kauf unterstützt!

Das passt dazu...

10 Comments

  • Reply
    Melanie
    3. November 2017 at 12:38

    Hi – ich habe tatsächlich zwei Geschichten, die ich immer wieder lese: James und der Riesenpfirsich (ja, ich weiß, das ist ein Kinderbuch – aber die Geschichte ist so schön!) und das zweite die Geschichten von Alessandro Baricco – ob Seide, Die Legende vom Ozeanpianisten oder auch Land aus Glas. Was die Geschichten gemeinsam haben? Eine große Portion Mut & Hoffnung! Und davon kann man sich dann immer ein kleines Scheibchen abschneiden 🙂

  • Reply
    Mirjam
    3. November 2017 at 21:47

    Liebe Carolin,
    also mich bewegst du oft mit dem, was du schreibst und ich lese sehr gern von dir! Dein Vortrag wird bestimmt toll!

    Eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten ist „Pippi plündert den Weihnachtsbaum“. Ich mochte die Geschichte als junges Mädchen schon so und kann mich noch gut daran erinnern, wie ich schon kichern musste, wenn ich wusste, dass meine Mama gleich meine Lieblingsstelle vorliest, die an der die Kinder Pippis Brief entdecken, in dem so ziemlich alles sehr lustig falsch geschrieben ist. Und ich erinnere mich an den Kloß in meinem Hals, wenn der einsame Junge auftaucht und die Freude darüber, wie er aufgenommen wird.
    Ich habe das Buch mittlerweile zwei Mal. Meine 30 Jahre alte Ausgabe, völlig zerfleddert mit einer Krickelkrackelzeichnung meiner kleinen Schwester auf der ersten Seite. Und eine neue Ausgabe, damit die alte nicht so leidet, wenn ich jetzt meiner Tochter daraus vorlese. Und was ist- natürlich lese ich ihr doch das alte Buch vor. Wir mögen beide das Gefühl so, etwas aus Mamas Kindheit in der Hand zu haben. 🙂

    Liebe Grüße
    Mirjam

    PS.: Zu der Stimme im Kopf, die einem einflüstert, man wäre nicht gut genug, lese ich gerda ein Buch, dessen Geschichte mich inspiriert und sehr ermutigt. „Die Treppe“ von Fabienne sita

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    Halima
    4. November 2017 at 12:24

    Liebe Carolin, ich freue mich schon sehr auf deinen Vortrag nächstes We.
    Ich habe neulich bei mir im Blog die Geschichte erzählt, wie meine Mutter die letzten Minuten, bevor sie ihr erstes Enkelkind zum ersten Mal sah, erlebt hat und sich Zeit genommen hat, sich vor der Tür von meinem Papa fotografieren zu lassen. Eine Leserin kommentierte dazu: „Eines Tages werde ich hoffentlich auch Oma sein. Du und deine Geschichte werdet dann noch bei mir sein.“
    Das hat mich so sehr berührt. Etwas, das ich geschrieben habe, bleibt im Herzen eines eigentlich fremden und er wird sich Jahre später daran erinnern! Am Ende bleibt die Geschichte 😉
    LG Halima
    http://mamablog-mamamia.com/2017/10/25/ein-altes-foto/

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    Constanze
    4. November 2017 at 17:10

    Liebe Carolin,
    ich bin ein riesen Fan deiner Texte und freue mich wenn du weiter an dem Projekt „Schreiben“ festhältst!!!
    Die Geschichte, die mich seit meiner Kindheit begleitet … Peterchens Mondfahrt!
    Schon als Kind war ich von dieser Geschichte fasziniert. Mit der Grundschule waren wir damals im Theater und ich war extrem begeistert. Irgendwann verlor ich die Geschichte „aus den Augen“. Doch vor einigen Jahren entdeckte ich ein Hörspiel. Die Geschichte wird gelesen von Gunter Schoß (die beste Hörspielstimme überhaupt) und gesungen wird dazu von Aurora Lacasa (die Stimme, die mich als DDR Kind seit ich denken kann zu jedem Weihnachtsfest begleitet). Ein Traum!!! Ich höre es viel im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Wenn alle gestresst durch den Berufsverkehr rasen, lässt es mich entspannen und den Tag gelassen starten. Mein Sohn ist auch schon vom Fieber dieser Geschichte angesteckt. Und nun haben wir endlich ein altes Buch auf dem Flohmarkt gefunden und können es jeden Abend lesen! Ich finde die Lehren aus der Geschichte so toll … man kann alles schaffen, wenn man nur Mut hat – man sollte alles und jeden gut behandeln, dann kommt auch Gutes und Hilfe zurück.
    LG Constanze

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    Fee ist mein Name
    4. November 2017 at 20:19

    Ich wäre soooo gerne bei deinem Vortrag dabei gewesen und ich habe mich riesig darauf gefreut, dich endlich mal zu treffen. Nun hat das Leben mir aber einen Keil zwischen die Beine geworfen und das Kennenlernen muss weiter warten. Ich hoffe, wir können hier hinterher ein bisschen was davon lesen, was du in Berlin erzählst. Ich empfinde eigentlich das ganze Leben als voller Geschichten und Favoriten zu nennen wäre fahrlässig. Was ich aber sagen kann: ohne sie wäre das Leben trostlos und traurig. Ich bin sicher du wirst das rocken und ich bin schon gespannt, was deine Zukunft für dich bereithält ❤️!

    • Reply
      Carolin Schubert
      17. November 2017 at 11:54

      Fee, ich war echt so traurig, dass wir uns nicht treffen konnten. Aber das holen wir nach, im neuen Jahr definitiv! Ich wünsch Dir ganz viel Kraft für die Herausforderungen, die Du gerade meistern musst und dank Dir von Herzen für Deine lieben Worte!

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    Tobia | craftaliciousme
    5. November 2017 at 7:37

    Liebe Carolin,
    Ich freue mich auf kommende Woche und bin mir sicher dein Vortrag wird toll.

    Ich musste schon als ich deine Stories dazu gesehen habe direkt an ein Buch denken. Irgendwie auch ein Liebling. Das Kartengeheimnis von Jostein Gaardner. Das schöne daran dort gibt es drei Geschichten in einer und alle sind so spannend, regen zum nachdenken an und haben etwas magisches. Ich habe es viele Male gelesen.

    Und dann kam mir direkt noch eine Geschichte in den Kopf: Anne Frank. Ein einfaches Tagebuch was ihr Mut gegeben hat während sie es schrieb und uns einen Einblick in dieses unvorstellbare Leben gibt. Gut, dass solche Geschichten nicht verloren gehen.

    Hab einen schönen Sonntag und bis nächste Woche,
    Tobia

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    Petra
    6. November 2017 at 13:13

    Liebe Carolin,
    als Kind mochte ich die „Geschichten aus der Murkelei“ sehr gern (Hans Fallada). Als Erwachsene bekam ich die Geschichten von meinen Eltern geschenkt, aber in einer neuen Ausgabe. Ihr altes Buch wollten sie nicht hergeben. Da entdeckte ich, dass die Geschichten für mich als Kind offensichtlich direkt mit den Bildern zusammenhingen. Also musste die exakt gleiche alte Ausgabe mit den entsprechenden Illustrationen her. Dem Internet sei dank habe ich nun auch eine solche Ausgabe und meine Kinder sind glücklich. Mal sehen, wer sie später erben darf…

    An neueren Büchern sind wir momentan in den kleinen Siebenschläfer (1. der nicht einschlafen und 2. der nicht aufwachen will) verliebt. Auch wunderbare Illustrationen.

    VG
    Petra

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    Sarah
    6. November 2017 at 14:11

    Ahhhh….! Jetzt bin ich ja noch trauriger, dass ich nicht auf der Blogst dabei sein kann!!! Was für eine tolle Chance für dich!!!!

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    Renate
    6. November 2017 at 14:46

    Mein Papa starb, als ich 6 Jahre alt war. Irgendwie ist er für mich nur ins Krankenhaus gekommen und einfach nicht mehr zurückgekehrt. Als ich mit meiner Mama seine Sachen abholte, trafen wir die Ordensschwester, die ihn immer betreut hatte. Sie nahm mich auf den Schoß und sagte, :“ dein Papa ist immer bei dir, er wird dir immer helfen und auf dich aufpassen!“ Mein Papa hat mich Jahre später (m)einem Traummann finden lassen, hat mir bei 3 Kindern Mut und Kraft gegeben, hat sie gesund und mit einem Vater aufwachsen lassen. Für mich ist das die schönste Geschichte meines Lebens. Er hat auf mich aufgepasst.
    Renate

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