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Immer unterwegs Meerweh

Abschied vom Sommer | Unser Wochenende in Camp Langholz

Mit noch halb geschlossenen Augen liege ich auf der ausklappbaren Couch. Es ist kurz nach sechs Uhr morgens, eigentlich noch viel zu früh für einen Samstag. Ich wickele mich trotzdem aus meiner Bettdecke und stoße die Tür des Zirkuswagens auf, in dem wir nachmittags zuvor für ein Wochenende eingezogen sind. Wir sind im Camp Langholz gelandet, ein kleiner Campingplatz, etwas oberhalb von Eckernförde gelegen, seit drei Generationen in Familienführung, seit drei Jahren mit neuem Konzept.

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Irgendwo in Afrika

Vor mir liegt die Ostsee, alles ist noch in das unbestimmte Grau des frühen Morgens getaucht. Nur am Horizont, genau dort, wo ich es aus meinem Bett gerade noch sehen kann, kündigt der zarte orange-rote Streifen den anstehenden Sonnenaufgang an. Das Wasser schlägt mit einem leisen, gleichmäßigen Rauschen an den Tang und Stein übersäten Strand. Neben mir rumort der Mann und auch aus den Betten der Kinder höre ich Rascheln und erste Morgengeräusche. Etwas später, die Haare habe ich irgendwie auf den Oberkopf gebannt, mich in vier Schichten Kleidung, dicke Socken und einen Schal gewickelt. In sinnvoller Campingausstattung bin ich noch nicht so geübt und eine Jacke, ja, die wäre wohl so langsam eine Anschaffung wert.

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Ich schlürfe meinen ersten Kaffee und hocke mich auf einen der hölzernen Gartenstühle. Vor mir geht in glühendem Orange majestätisch die Sonne auf. Irgendwo in Afrika, denke ich, ist gerade irgendwo an der Eckernförder Bucht. Statt Affenbrotbäume und Nebel verhangener Berge gibt es eine glitzernde Ostsee und Stille. Hier und da ein gemurmeltes Guten Morgen an die Nachbarn, die ebenfalls so langsam erwachen und augenscheinlich denselben Rhythmus einnehmen wie wir.

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Die Küste entlang

Den ganzen Samstag verbringen wir draußen, laufen am Strand bis zur nächsten, kleinen, aber sehr schönen Sandsteilküste. Lassen Steine hüpfen, hören den Wildenten und -gänsen zu, wie sie sich formieren, auf dem Wasser zwischenzeitlich Station machen und dann doch weiter fliegen. Suchen nach Bernstein, dem harzigen Gold der Ostsee – leider ohne Erfolg. Dafür landen große und kleine Kiesel, Muscheln und leere Schneckenhäuser in den Taschen der Kinderjacken.

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Es wird warm, die Sonne blendet uns mit ihrer spätsommerlichen Pracht auf dem glänzenden Wasserspiegel. Weiter fahren wir mit dem Auto die Küste hinauf, durch winzig kleine Ortschaften, vorbei an einem alten Klosterstift, an alten Gütern und reetgedeckten Höfen. Das Ostseebad Damp, welches wir ansteuern, verlassen wir, ohne überhaupt aus dem Auto gestiegen zu sein. Kurklinikgebäude und eine abgegrenzte Promenade scheinen uns wenig einladend. Weiter geht es nach Kappeln, über die Zugbrücke zum Hafen. Als Kind war ich schon mal hier, kann mich aber nicht mehr daran erinnern. Wir schlendern durch den kleinen Ort, die Kinder haben ihre Roller dabei und sind so ohne Murren mobil. Es geht steil berghoch, vorbei an einer Aalräucherei mit ihren Türmchen, über Kopfsteinpflaster, mitten durch eine Buchhandlung hindurch. Es dauert aber nicht lange und bei allen meldet sich großer Hunger. Also den Berg wieder hinab, nach links und rechts geschaut. Wir entscheiden uns für einen Platz in der Sonne, nah am Wasser – wo auch sonst? – und genießen das leckere Essen in einem alten Speicher.

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Ein Zirkuswagen voller Entspannung

Der Nachmittag zieht an uns vorüber, wie sitzen zusammen, inzwischen wieder vorm Zirkuswagen; reden und naschen Kekse, die Kinder streiten sich entweder um die Hängematte oder liegen gemeinsam darin, eingekuschelt unter eine Decke. Zwischendrin wird Eis geschleckt und weiter Steine hüpfen geübt. Immer wieder sagen wir uns, wie gut es uns geht, wie erholsam diese kleine Auszeit ist. Und freuen uns darüber, dass dafür so wenig vonnöten ist! Der Abend hält Einkehr, die Sonne verabschiedet sich langsam und es wird merklich kühl. Der Sommer, er hat sich bereits auf die Reise in andere Gefilde gemacht und lässt uns mit wehmütiger Vorfreude auf den Herbst schauen. Wir wärmen uns mit einem Topf voll Spaghetti und gehen früh ins Bett.

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Abschied vom Sommer

Der Sonntag weckt uns mit Regen, der gleichmäßig aufs Holzdach trommelt. Gemütlich fühlt sich das an. Wieder sitze ich mit meinem Kaffee draußen, diesmal unter dem kleinen Vordach. Der Regen verzieht sich für ein paar Stunden. Ringsherum erwacht das Leben, Mensch und Tier bereiten sich auf einen neuen Tag vor. Immer wieder ziehen neue Vogelschwärme aufs Wasser. Als hätte jemand einen Bildschirmschoner aus Möwen und Kormoranen programmiert, die in einem steten Zug von rechts in mein Blickfeld einfliegen. Es dauert nicht lang und die Kinder leisten mir Gesellschaft. Mit Mütze und Jacke mummeln wir uns unter die Decke und essen mit Blick aufs Wasser unser Schokobrot.

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Das Wasser direkt vor der Tür, so ein einfaches, ganz unkompliziertes Leben mit dem gewissen Extra, zusammen zu sein ohne Termine und To Do-Liste, ja, daran könnten wir uns definitiv gewöhnen. Während wir packen, machen wir Pläne und überlegen, wann wir das nächste Mal kommen wollen. Wir stellen uns vor, wie wir uns schon auskennen, die Gegend bereits entdeckt haben. Ein schönes Gefühl, an einen Platz zu kommen, an dem Entspannung und Ruhe bereits auf uns warten, das kleine Abenteuer aber trotzdem mit im Gepäck sitzt.

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Wir haben an diesem Wochenende Abschied vom Sommer genommen. Herz und Seele noch einmal mit Unbeschwertheit gefüllt. Jetzt sind wir bereit, lassen die Wehmut mit der letzten Sommerwärme ziehen und freuen uns auf den Herbst. Und aufs nächste Jahr, wenn wir wieder vorm Zirkuswagen sitzen. Oder vor der Zeltlodge, das wird noch entschieden.


Zum Schluss: für alle meine wunderbaren Leser darf ich noch einen Rabatt-Code weiter geben. Für alle Buchungen (egal wie lang) auf Mietobjekte und Stellplätze in der Saison C bekommt Ihr mit dem Code „coolcamplangholz“ 10%!

*Disclaimer: Dieses Wochenende entstand auf Einladung von Camp Langholz und deren Besitzer Christof und Diana Albrecht. Den Großteil der Reise haben wir trotzdem selber bezahlt und auch an unserer Begeisterung ändert das natürlich nichts, im Gegenteil. Wir sind unglaublich dankbar für so viel liebevolle Gastfreundschaft, die uns entgegen gebracht wurde!

Das passt dazu...

7 Comments

  • Reply
    Ani Lorak
    27. September 2017 at 17:47

    Oh. Das gefällt mir. Ich bin neugierig. Leider sind unsere Herbstferien so spät…versuche es mir zu merken für lange Wochenenden oder den Frühling…

  • Reply
    Minza will Sommer
    27. September 2017 at 20:07

    Was ein schöner Ausflug Deinen Zeilen und wunderschönen Fotos entlang!
    Herzliche Grüße 🙂 Maren

  • Reply
    Ulla
    28. September 2017 at 10:19

    Wunderschöne Aufnahmen. Da diese Region schon fast unser zweites Zuhause ist, kann ich eure Wege genau nachvollziehen.
    Herzlichst Ulla

    • Reply
      Carolin Schubert
      1. Oktober 2017 at 20:31

      Oh das klingt schön! Und vielen lieben Dank!!

  • Reply
    Christine Will
    3. Oktober 2017 at 20:29

    Wunderbare Fotos!

  • Reply
    tastesheriff Clara
    5. Oktober 2017 at 13:58

    Wow! die Bilder sind so wunderschön 🙂
    sieht echt super toll aus und hört sich defintiv nach einem schönen Ausflug an.

    Liebe Grüsse Clara

  • Reply
    Constanze
    11. Oktober 2017 at 22:34

    Der text liest sic wie ein wunderschönes Buch … ich habe die BIlder beim ersten lesen bewusst nur überflogen … aber meine Vorstellung im Kopf sah genau so aus!! Toll geschrieben!

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