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Nachgedacht und aufgeschrieben Nicht von der Stange

#momiform | Warum ich denke, dass Mütter keine Uniform brauchen

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Bei Instagram gibt es diesen einen Hashtag namens #momiform. Gemeint ist damit eine bestimmte Art von Garderobe, die man als Mutter eben gut tragen kann – ohne dabei auch nur einen Deut an Style oder Lässigkeit einzubüßen. Die Betonung liegt dabei, sagt der Hashtag ja schon, auf dem Umstand, eine mom zu sein.

Ich finde die Idee, eine Mama-Uniform zu tragen wirklich lustig. Ich glaube vor allem deswegen, weil ich damit automatisch gewisse Stereotypen verbinde,  je nach dem, an welchen Typ Mutter ich eben so denke. Es gibt ja umgekehrt auch die Mütter, die dagegen setzen, in dem sie auf ein ganz besonders gestyltes Erscheinungsbild Wert legen. Kinderwagen schieben mit Highheels ist da eine Frage des Wollens – schließlich ist man noch Frau.

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#momiform oder #womiform?

Ganz ehrlich: ich werde nie, nie, niemals verstehen, wie man selbst aus solchen Dingen einen Wettkampf machen kann. Ich meine, weder mein Frau noch mein Mutter sein wird doch dadurch deutlich, ob ich Heels oder wie in meinem Fall Birkenstocks trage, oder? Es ist so absurd, dass wir Frauen immer zwischen all diesen Rollen hin- und herspringen müssen, anstatt einfach wir selbst zu sein. Müssen… Nee, eigentlich müssen wir das ja nicht, wir meinen, es zu müssen. Aber weder unser Geschlecht noch unser Zustand des Mutterns ist doch eine Rolle. Es ist, was wir sind, ganz einfach (und ja, ich weiß, dass genau das für viele nicht so einfach ist). Ich bin eine Frau, ich bin eine Mutter. Nichts davon ist doch ein Job  – wozu brauche ich dann eine Uniform? Gibt es dann eigentlich auch eine #womiform? Und was ist mit Müttern, die betonen, schließlich auch noch Frau zu sein, tragen die eine #womomiform?

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Jeans und T-Shirt, mehr casual geht wahrscheinlich nicht. Und ja, manchmal frage ich mich mit einem Blick auf meinen Kleiderschrank, ob das nicht langweilig ist und – jetzt kommt’s! – zu sehr nach Mutti aussieht! Ist das nicht total blöd? Ich kaufe wenig und das mit Bedacht und System – und auch, wenn es meist nicht die fairen Labels sind, die ich gern unterstützen würde, so trage ich meine Kleidung wirklich lang. Mein Ziel ist es, einen Kleiderschrank mit 100% Lieblingsstücken zu haben, die sich alle irgendwie miteinander kombinieren lassen. Und nichts davon sagt etwas über mein Mutter- oder Frausein aus. Allerhöchstens über meinen ethischen und ästhetischen Anspruch.

Konfetti für alle

Wenn das Outfit, dass ich auf den Fotos trage, etwas nicht über mich aussagen soll, dann Folgendes:

Mein Shirt ist grafisch-hip, deswegen bin ich eine hippe Mutter. Meine Haare sind nicht ordentlich gefärbt, deswegen bin ich eine schlampige Frau (oder Mutter). Ich trage Birkenstocks und keinen Lippenstift, deswegen habe ich mein Frau sein zugunsten des Mutter seins aufgegeben.

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Merkt man ja, wie bekloppt das klingt, oder? Das, was mich an dieser ganzen „Diskussion“ – wenn man es denn überhaupt so nennen kann – nervt, ist das Fakten machen, wo keine sind. Und der Druck, der durch Adjektive aufgebaut wird, die die äußere Erscheinung betreffen, aber nicht gleichzusetzen sind mit Attributen, die das Innere beschreiben. Klar! Ich weiß, dass Kleidung eine Art Spiegelbild ist – oder zumindest sein kann. Genau das mag ich ja so daran. Aber der Spiegel funktioniert nicht automatisch in beide Richtungen. Ich entscheide, was ich trage – und das spiegelt sich dann in meiner Kleidung. Daraus abzuleiten, wer und was ich bin und vor allem: was mich in meinen Entscheidungen ausmacht, ist denkbar kurz betrachtet und kann doch nur schief gehen!

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#caroform

Ich würde sagen, mein Outfit ist eine #caroform: bequem, lässig, nicht zu ernst, aber schlicht genug für meinen hochsensiblen Geist. Tatsächlich habe ich mich an dem Tag ziemlich hübsch gefühlt – und deswegen erstens meinen Mann gefragt, ob er Fotos machen kann und zweitens beschlossen, dass ich mir nie wieder die oben genannte blöde Frage stelle. Ich schmeiß lieber eine Runde Konfetti für alle! Und fordere Euch auf, all Eure Mama- und Frauenuniformen einfach auszusortieren (metaphorisch!), die braucht Ihr nämlich gar nicht.

Eure Caro


Alle Details zum Outfit:

Shirt von ICHI* (das gleiche habe ich nicht gefunden, aber dieses ist eine ganz prima Alternative, finde ich!)

Hose von H&M (und uralt)

Schuhe von Birkenstock

Uhr von Kerbholz* (gibt es sogar grad im Sale!)

das Armband hat mir meine liebe Freundin Anita von grinsestern gemacht

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Das passt dazu...

4 Comments

  • Reply
    andrea
    30. Juni 2017 at 16:31

    danke du liebe, du sprichst mir aus dem herzen. das ist schon so eine frauensache, sich immer in ein Schema pressen zu wollen und wie du so schön sagst, da gibt es einfach keins, das je passen würde.
    danke für den tollen blogpost! und dein Outfit passt sooooo gut zu dir.
    Bussis andrea

    • Reply
      Carolin Schubert
      4. Juli 2017 at 21:57

      Tausend Dank, liebe Andrea :-*

  • Reply
    Claudia
    4. Juli 2017 at 7:35

    Wunderbar geschrieben Caro! Meine „Kids“ sind jetzt 13 und 19 und mangels Social Media machte man sich damals nicht so viele Gedanken drüber. Zumindest wurde es nicht so beschrieben 😉 Natürlich hatte ich auch irgendwann den Spucktuchlook über, aber ich fand es genauso verdammt schade damals plötzlich auf meine heißgeliebten weißen Jeans verzichten zu müssen, weil meine ewig nasse Neufundländerhündin mit ihrem Schwanz jede Hose gründlich eingesaut hat #dogimomiform….
    Liebe Grüße an die See vom inneren Deich
    Claudia

    • Reply
      Carolin Schubert
      4. Juli 2017 at 22:00

      #dogiform :-p – klingt ja schon fast verboten, haha! Vielen Dank für Deine Gedanken dazu!

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