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Über echte Geschichten und die Liebe zur Vernetzung | Mein Tag beim BLOGST Barcamp

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Um halb vier morgens ist meine Nacht von Freitag auf Samstag vorbei. Heuschnupfen, ein nerviger Kuckuck irgendwo im Garten, das jüngste Kind, welches seinen Klogang ankündigen muss, aber auch die Aufregung auf das bevorstehende Ereignis. Alles zusammen hat meinen Schlaf nachhaltig und viel zu früh beendet. Ich wanke ins Bad, versuche, mich halbwegs passabel zu richten. Im Bauch ein etwas flaues Gefühl, dass ich so unvorbereitet bin. Der Mann, der normalweise vor mir aufsteht und mir den ersten Kaffee bereitet, schläft noch.

Ich hänge meinen Gedanken nach. Wie wird der Tag werden, was wird mich verändern, was wird mich bewegen?

Um kurz nach sechs sitze ich im Zug, in meiner Hand dann doch den ersten Kaffee, den mir der Mann mit halb geschlossenen Augen noch zubereitet hat. Ich freue mich auf Hamburg, auf gut bekannte Frauen, mit denen ich mich austauschen, die ich herzlich drücken will. Ich bin gespannt auf die vielen neuen Gesichter, habe auch ein wenig Angst vor zu viel Eindrücken. Wie meistens, wenn ich mich auf den Weg zu größeren Veranstaltungen mache. Ich bin aufgeregt, denn ich habe geplant, über eins meiner Herzensthemen zu sprechen. Ob die anderen genauso begeistert sein werden? Mich überhaupt annehmen, in dem, was ich sagen möchte? Hoffentlich spreche ich klar und strukturiert und nicht völlig chaotisch, denke ich so bei mir.

Ich freue mich über meinen kleinen Spaziergang durch Altona, lächle über den Vater mit seiner kleinen Tochter, die begeistert den Puppenwagen vor sich schiebt und nicht in die gewünschte Richtung abbiegen will; den Besitzer eines Asia-Shops, der vor der geschlossenen Ladentür sitzt und Zeitung liest und mir etwas verwundert nachschaut; über den Wechsel so unterschiedlicher Geschäfte, Restaurants und Gebäude. Und über die Sonne, die über allem lacht und mir in jeder Hinsicht einen sonnigen Tag verspricht.

Ich bin die Erste vor Ort, der wunderbar inspirierend und perfekt passend auf mich wirkt. Clara und Ricarda, die beiden Organisatorinnen haben für alles gesorgt. So viel Engagement und Leidenschaft beeindrucken mich immer wieder aufs Neue. Davon möchte ich bereits etwas mitnehmen, noch bevor es losgeht.

Dann ist er da, der Moment der Aufregung. Vor mir so viel mehr Teilnehmer, als ich mir im Vorfeld vorgestellt hatte, die alle etwas übers Geschichten erzählen wissen möchten. Ich bin aufgeregt, nervös. Und nach wie vor freudig. Ich liebe Geschichten einfach. Ich möchte so gern anstecken mit meiner Begeisterung, mein Wissen weiter geben. Es gibt Fragen, Gelächter, ernste und weniger ernste Gesichter. Es ist eine Erfahrung, wie ich sie mir lange gewünscht habe, eine, die für mich einen Anfangspunkt darstellt, von dem die anderen nicht unbedingt etwas wissen. Es ist ein Test für mich. Jemand twittert „Jeder hat eine Geschichte zu erzählen. Jeder.“ und mein Herz springt ein wenig, als ich es lese. Ja, oh ja! Und ich habe die Hoffnung, dass ich meine gut genug erzählt habe.

Der ganze Tag wird schließlich zur Geschichte. Von mutigen Frauen, die ihre Leidenschaften, ihre Fragen, Zweifel, ihre Begeisterung und ihren Mut mit anderen teilen. Von Menschen, die alle so unterschiedlich sind und gleichzeitig so viel Gemeinsames finden. Von Wissensteilung, Wissensvermehrung, Wissenslücken schließen. Sie findet für mich ihren Höhepunkt im vom flammenden Herzen vorgetragenen Wunsch, dass wir uns gegenseitig geben, was wir haben. Miteinander sind. Und nicht jeder für sich allein. Das nutzen, was wir haben. Und daraus das Beste machen!

Am Ende des Tages fahre ich das erste Mal in einem Smart mit und wundere mich über so viel Platz in einem so winzigen Auto. Ich sitze noch gemütlich zusammen, lasse das Gefühl eines erfüllenden Tages nachklingen und die warme Pasta in meinem hungrigen Bauch ihr Wunder tun. Ich genieße die Frauen um mich herum, ihre Stärke und das Gefühl, sich ein Stück näher gekommen zu sein, obwohl wir uns vor Stunden das erste Mal trafen.

Ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten, als ich gegen 23 Uhr auf den Bahnsteig wanke, meinem Mann entgegen. Ich bin müde, der Akku leer. Aber der Kopf und vor allem das Herz sind voll. Voll mit echten Geschichten und der Liebe zur Vernetzung.


P.S.: Danke an Clara und Ricarda als blogst-Team für dieses tolle Barcamp, an all die tollen Speaker, die ihr Wissen und ihre Kompetenz geteilt haben, an alle Teilnehmer für die wunderbar leichte Atmosphäre und all die Sponsoren für so viel wunderbare Versorgung rundherum!

Das passt dazu...

14 Comments

  • Reply
    Claudia
    13. Juni 2017 at 8:08

    Oh wie schön, dass dein Vortrag so ein schöner Erfolg war. Ich bin echt traurig dass ich nicht dabei war (obwohl das ein Jahr geplante Nähwochenende wundervoll war!). Ich hätte deinen Vortrag gerne gehört. denn ich mag deine Texte sehr gerne!

    Liebe Grüße vom Deich

    Claudia

    • Reply
      Carolin Schubert
      14. Juni 2017 at 20:00

      So ein Nähwochenende ist ja auch eine richtig tolle Sache. Und wenn es nach mir geht, dann war das erst der Anfang ;-). Ganz liebe Grüße zurück!

  • Reply
    Elli
    13. Juni 2017 at 9:52

    Vielen Dank für deinen schönen Beitrag. Ich hab schonmal einen blogst Workshop mitgemacht und war auch begeistert von der Fülle an Informationen und dem gegenseitigen Respekt und der Offenheit die von Ricarda, Clara und allen anwesenden Bloggern an den Tag gelegt wurde. Deinen Vortrag hätte ich natürlich auch gerne gehört. Vielleicht klappt es ein andermal.

    • Reply
      Carolin Schubert
      14. Juni 2017 at 19:58

      Das würde mich sehr freuen! Und ja, es ist wirklich immer wieder ein schönes Erlebnis! Liebe Grüße an Dich!

  • Reply
    Susanne
    13. Juni 2017 at 9:54

    Wie wunderschön geschrieben! Und so schade, dass unsere Sessions zeitgleich waren, aber ich habe unser Gespräch in der „Pause“ sehr genossen! Es war so schön mal in Ruhe quatschen zu können und ich freue mich, dass ich dir dein erstes Mal im Smart bescheren durfte 😉
    Fühl dich feste gedrückt und bis ganz bald!
    Deine Susanne

    • Reply
      Carolin Schubert
      14. Juni 2017 at 19:57

      Du, ich hab dieses Gespräch und die Ruhe, die wir dafür hatten, genauso genossen und freu mich schon auf unser nächstes Wiedersehen! :-*

  • Reply
    Bettina
    13. Juni 2017 at 17:28

    wunderbar geschrieben. Für mich war dieser Tag auch eine große (im positiven Sinne) Herausforderung.

    Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke dir dafür.

    Dienstagsfeierliche Grüße

    Bettina

    • Reply
      Carolin Schubert
      14. Juni 2017 at 19:56

      Liebe Bettina, vielen Dank für Deine lieben Worte!

  • Reply
    Biggi
    13. Juni 2017 at 20:39

    Ich bin immer noch geflasht von deinem tollen Vortrag! Er hat mir viel mitgegeben und ich freue mich schon auf das Umsetzen. Biggi vom Blog „Melusines Welt“.

    • Reply
      Carolin Schubert
      14. Juni 2017 at 19:56

      Das freut mich wirklich sehr, vielen Dank, Biggi, für Deine Rückmeldung!

  • Reply
    dörte
    13. Juni 2017 at 21:20

    Hach wie lustig, vor einer Woche hatte ich auch mein erstes Smart-Erlebnis. Und der Smart gehört einer guten Bekannten von mir namens Susanne 😉 Ihr Mann hat ihn meiner Tochter und mir spontan für den Weg zum Kindergeburtstag überlassen, weil wir nicht mehr in sein Auto paßten. So bin ich nicht nur zum ersten Mal im smart mit-, sondern sogar selber und das erste Mal Automatik gefahren. Fuhr sich erste Sahne!
    Soviel zu deinem kleinen Detail aus deinem langen schönen Bericht.
    Liebe Grüße
    Dörte

    • Reply
      Carolin Schubert
      14. Juni 2017 at 19:55

      🙂

  • Reply
    Lisa von Chiliblüten
    3. Juli 2017 at 20:39

    Liebe Carolin,
    also mich hat dein Vortrag sehr inspiriert. Ich möchte unbedingt einen Schreibkurs machen und werde versuche mich bei jedem Beitrag ein bisschen zu verbessern.
    Dein Beitrag ist so schön geschrieben, dass ich Gänsehaut bekommen habe.
    Danke, danke, danke für deinen Vortrag auf dem Blogst Barcamp!!!
    Liebe Grüße
    Lisa

    • Reply
      Carolin Schubert
      4. Juli 2017 at 21:54

      Liebe Lisa, wow, vielen lieben Dank für dieses Feedback! Das freut mich wirklich wahnsinnig und macht mich sehr glücklich :-). Alles Liebe weiterhin und viele gute Geschichten!

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