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Sitzsack und Tasche aus gefärbtem Mangelleinen + Ratzfatz-Nähanleitung

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Es ist schon ein paar Jahre her, da schenkte mir meine Oma ein Paket mit alten Stoffen, Wolle, Häkelnadeln und Nähzubehör, welches sie bei sich aussortiert hatte. Darunter waren auch drei sehr große Stücke altes Mangelleinen. Die Mangel steht auch heute noch im Wohnzimmer meiner Oma. Obwohl sie sie schon lange nicht mehr nutzt. Auf dem alten Schreibtisch meines Opas, gut geschützt durch eine Decke.

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Das Mangelleinen meiner Oma

Da ich meine Oma sehr liebe und viele meiner liebsten Kindheitserinnerungen mir ihr zusammen hängen (Ihr erinnert Euch an die Hefeklöße), wollte ich auch aus den Stoffen etwas fertigen, was diese Beziehung ehrt. Deswegen hatte ich vor mittlerweile schon 2,5 Jahren eine Anleitung für eine Schürze geschrieben, in Anlehnung an die Kittelschürze, die meine Oma stets trug.

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Die anderen beiden Stücke Leinen lagen hier seitdem und haben auf ihre Bestimmung gewartet. Die ich ihnen nun endlich verpasst habe. Vor ein paar Wochen hatte ich das Leinen dunkelblau gefärbt. Und während ich so hin und her überlegte, was denn nun die beste Nähidee wäre, arrangierte ich das feinere Stück – mit rötlichen Streifen an den Seiten – als Läufer auf dem Esstisch. Blieb noch das gröbere Leinen mit Fischgrätmuster. Herausgekommen ist ein neuer Bezug für unseren Sitzsack, den wir beinahe schon unsere ganze Ehe haben und den meine Schwiegermutter mal für uns genäht hatte – sowie eine riesig große Tasche im Stil von not perfect linen.

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Das Beste daran – außer natürlich, dass es unglaublich gut aussieht: beide Sachen sind absolut nicht schwer zu nähen, also auch prima für Wenig-Näher oder Anfänger geeignet, und ziemlich schnell umgesetzt!

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Nähanleitung Sitzsack

Das braucht Ihr alles:

*Stoff für den Bezug wie eben zum Beispiel Leinen

*Gummiband und Sicherheitsnadel

*Stoffschere, Maßband, Schneiderkreide und Nadeln, außerdem natürlich passendes Garn

*und natürlich eine Sitzsackfüllung! Die kann man selber machen oder auch fertig kaufen (unsere ist selbst gemacht)

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Und so geht es:

1. Ihr messt Euch zunächst den Innensack aus. Solltet Ihr keinen fertigen haben, sondern selbst einen anfertigen, richtet Ihr Eure Maße natürlich einfach danach.

2. Ihr braucht genau zwei Arbeitsstücke: einen Kreis (Durchmesser vom Innensack!) und ein langes Rechteck (Länge=Umfang des Kreises, Höhe=Höhe des Sitzsackes plus ca. 10cm). Solltet Ihr, wie ich, noch einen Gut anbringen wollen, braucht Ihr dafür natürlich noch ein drittes Stück Stoff im gewünschten Maß. Ich habe einfach zwei Rechtecke aufeinander genäht und vorher die Nahtzugaben nach innen gebügelt. Weil der Sack im Wohnzimmer steht und es so gut passt, habe ich mit den Zierstichen meiner Nähmaschine und farblich passendem Garn noch ein Ikat-Muster gestaltet.

3. Falls Ihr einen Gut aufnähen wollt, macht Ihr das jetzt: sucht Euch die gewünschte Position aus (beispielsweise genau in der Mitte), kurz feststecken. Dann näht Ihr entweder den Gurt auf oder fixiert ihn beispielsweise mit zwei Lederstücken.

4. Nun schließt Ihr rechts auf rechts das lange Rechteck. Nahtzugabe zusammen versäubern.

5. In eine Öffnung setzt Ihr nun den Kreis. Markiert Euch sowohl am Randteil wie auch am Kreis 4 Viertel mit einem Knips. Dort steckt Ihr den Kreis in den Rahmen mit Nadeln fest und arbeitet nun sorgfältig den Kreis ringsherum. Steckt alles gut fest und dann näht Ihr den Kreis ein. Schön langsam, immer Stück für Stück – so ist auch eine Rundung kein Problem! Zum Schluss die Nahtzugabe wieder zusammen versäubern.

6. Jetzt schlagt Ihr den Saum der Öffnung zweimal ein. Achtet auf das richtige Maß (Breite des Gummibandes!). Steppt es ringsherum fest, lasst aber eine kleine Öffnung!

7. Jetzt setzt Ihr das Inlet ein.

8. Durch die Tunnelöffnung zieht Ihr jetzt ein Gummiband, so eng wie es eben geht. Die Enden verknotet Ihr einfach mehrfach. Kurz am Tunnel ziehen, dann verschwindet das Ende darin.

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Et voila! Euer Bezug ist schon fertig!

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Nähanleitung Leinentasche

Das braucht Ihr alles:

*natürlich Leinen

*Nahtband (dieses habe ich innen zum Verdecken des eingeschlagenen Saums genommen, natürlich kann man den Saum auch einfach zweimal einschlagen, dann sieht man auch keinen Rand)

*Stoffschere, Schneiderkreide, ein Lineal, passendes Garn

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Und so geht es:

1. Legt den Stoff doppelt, rechts auf rechts. Jetzt zeichnet Ihr Euch auf den Stoff direkt die Maße auf. Zeichnet zunächst ein großes, breites Rechteck. Dann schneidet Ihr an den unteren Ecken links und rechts ein großes Quadrat aus. Ihr habt nun also eine lange obere Seite, zwei etwas gekürzte Seiten rechts und links sowie eine jeweils rechts und links gekürzte Seite unten.

2. Näht die Tasche nun an den Seiten und unten zusammen. Ihr wendet die Tasche und bügelt alles gut aus.

3. Jetzt steppt Ihr die eben genähten Seiten so ab, dass die Nahtzugaben in der Naht verschwinden. Das sorgt dafür, dass Ihr ohne Futter auskommt und innen auch eine „schöne“ Seite habt.

4. Ihr dreht die Tasche wieder zurück auf links. Jetzt geht Ihr an die unteren, ausgesparten Ecken. Legt das Ende der unteren Naht jeweils an das untere Ende einer Seitennaht und steppt alles zusammen. Achtet darauf, dass die Nähte gut aufeinandertreffen.

5. Ihr wendet die Tasche wieder und steppt genau wie vorher die eben entstandenen Nähte ab. Nun näht Ihr die Trageschlaufen. Ihr könnt entweder zwei Streifen aufeinander nähen und wenden oder einen vierfach so breiten Streifen wie einen Schrägstreifen falten und zusammen steppen.

6. Schlagt den Saum ein, bügeln! Ich habe nun ein Nahtband aufgenäht und die Trageschlaufen an der passenden Stelle einfach drunter genäht. Wie gesagt, Ihr könnt natürlich auch den Saum einfach doppelt umschlagen.

7. Fixiert die Träger eventuell noch einmal.

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Und fertig – perfekt für den Einkauf auf dem Wochenmarkt, als Strandtasche oder auch auf Reisen. Das kleine Täschchen, was ich vorn aufgenäht habe, ist wohl eher Zierde. Oder für den Einkaufschip ;-). Aber ich fand die Stickerei, die am Rand des Leinens angebracht war, so hübsch und wollte sie mit einbinden!

Ich freu mich so sehr über die neuen, alten Stücke in unserem Zuhause. Habt Ihr vielleicht auch den ein oder anderen Schatz, der noch auf seine Bestimmung wartet? Erzählt doch mal!

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Ich wünsch Euch einen wunderbaren Abend, ich freu mich auf ein ereignisreiches Wochenende und nehm‘ Euch auf Instagram ein bisschen mit.

Eure Carolin

Das passt dazu...

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