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Das Leben eben

Atelierbesuch bei Vierundfünfzig.

theblogbook.eu | Atelierbesuch bei Vierundfünfzig

Erinnert Ihr Euch an meinen letzten Atelierbesuch in München? Heute verschlägt es uns weiter östlich, nach Sachsen. Wir fahren nach Rabenstein, einem Ortsteil von Chemnitz. Vorbei an der alten Burg, eine vom Winter etwas reparaturbedürftige Straße entlang, parallel zur alten Bahnbrücke. Heute sind wir zu Atelierbesuch bei Vierundfünfzig.

Als ich im Februar eine Woche bei meiner Familie verbrachte, um mich um meine Eltern zu kümmern, plante ich eines nachmittags recht spontan einen Besuch bei Vierundfünfzig Illustration ein. Ich kannte das Label schon seit einer Weile von Instagram und hatte mich bereits beim ersten Anklicken in die wundervollen Illustrationen verliebt. Ich weiß nicht mehr genau, wie es sich ergab. Doch kurz vor besagter Reise stellte ich fest, dass Sandy Lohß, die Inhaberin von Vierundfünfzig Illustration, ihr Atelier in eben jedem Örtchen hat, in dem meine Mama im Krankenhaus lag (und in welchem wir, meine Geschwister und ich, übrigens das Licht der Welt erblickten). Und so fuhr ich bei einem meiner Besuche ein Stück weiter, lies besagte Bahnbrücke recht liegen und folgte der Straße in eine fast dörflich anmutende Senke. Auf der rechten Seite, in einem hergerichteten ehemaligen Ladenlokal, dort, wo man es eigentlich nicht erwartet, befindet sich also das Atelier von Vierundfünfzig Illustration.

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Ich verbrachte eine wundervolle Zeit mit Sandy und ihrer Freundin (die gleichzeitig die Mitarbeiterin ist), wir quasselten und lachten, als hätten wir uns schon einmal gesehen und gingen am Ende mit der Gewissheit auseinander, dass wir uns bei meinem nächsten Heimatbesuch wieder sehen werden. Bis dahin lasse ich Euch ein paar Fotos und natürlich ein Fragen und Antworten hier, welche Sandy mir freundlicher gegeben hat. Tausend Dank dafür! Und nochmal ein extra dickes Danke an Sandy, die einen dicken Rabatt für all die tollen Leser und Leserinnen da draußen eingeräumt hat!

Klar, jetzt wollen wir erstmal wissen, wer hier die kreative Feder schwingt. Wer bist Du und was sollte man über Dich wissen?

Liebe Carolin, zuerst einmal vielen Dank für deinen Besuch in unserem Atelier. Es hat riesig Spaß gemacht und die Zeit verging sprichwörtlich wie im Flug!
Ich bin Sandy — ich lebe zusammen mit meinem Mann und unserem Sohn in Chemnitz. Manchmal vermisse ich meine Heimatstadt Leipzig, aber zum Glück liegen die beiden Städte ja nicht so weit voneinander entfernt! Damit wir uns nicht so einsam fühlen, wohnen wir zusammen mit den Großeltern und der Uromi unter einem Dach. Ein echtes Vier-Generationen-Haus eben. Das kann sehr praktisch, aber manchmal auch etwas anstrengend sein … 😉

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Fotocredit: Vierundfünfzig

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Ganz klare Frage, wenn man in einem Atelier zu Besuch ist: wie bist Du freiberufliche Illustratorin geworden? Und was hat es mit dem Namen Vierundfünfzig auf sich?

Kreativ war ich schon immer. Kennt ihr das, wenn man in der Schule immer die freien Blattränder verziert hat? So war das auch bei mir.
Trotzdem ging es nach der Schule erstmal in eine ganz andere Richtung. Ich wollte zwar damals schon Grafik-Designerin werden, nur leider gehörte dazu ein Studium. Ich hatte aber nach dem Abitur so gar keine Lust auf ein Studium. Ich wollte endlich Geld verdienen; was „Richtiges“ machen. Dennoch sollte es ein kreativer Beruf sein. Am Ende habe ich mich für den Beruf der Floristin entschieden. Und wenn ich so an die Lehrzeit denke, war es auf jeden Fall von Vorteil, ein Gespür für Farben und Formen zu haben und zeichnen zu können. Während der Ausbildung merkte ich aber, dass mich der Beruf doch nicht ganz ausfüllte … irgend etwas fehlte … Ca. ein halbes Jahr vor Ende der Lehrzeit las meine Mama in der Zeitung einen Artikel über Grafik-Design als Ausbildungsberuf. Ich zögerte nicht lang, erstellte eine Mappe und ab zum „Eignungstest“ (die Ausbildung zur Floristin habe ich natürlich vorher noch brav abgeschlossen). 😉

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Fotocredit: Vierundfünfzig.

Nach der Ausbildung zur Grafik-Designerin war es schwer, eine feste Anstellung in einer Werbeagentur zu finden. Damit es irgendwie weiter geht, habe ich mich sozusagen „aus der Not heraus“ selbstständig gemacht. Das war im August 2004. Der Weg war nicht immer einfach; es gab Rückschläge; Nebenjobs in Blumenläden; auch mal Tränen, aber am Ende hat es doch geklappt. Und nicht zuletzt verdanke ich es zum Teil meiner Mama, wer ich heute bin — Danke Mama!

Ich mag die 50er und 60er Jahre (besonders die Musik). Daher leitet sich auch der Name meines Labels ab. 1954 gilt als das Geburtsjahr des Rock’n’Roll.

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Fotocredit: Vierundfünfzig.

Welche Geschichten möchtest Du mit Deinen Illustrationen erzählen?

Ich möchte Kinderaugen zum Leuchten bringen. Ich möchte die Kinder mit meinen Produkten zum Lernen, Nachdenken und Träumen anregen. Aktuell steht auch ein größeres Projekt an, worauf ich mich schon tierisch freue … verraten wird momentan aber noch nichts … wer mir auf Instagram und Facebook folgt, weiß, dass ich gern einen Einblick in meinen kreativen Prozess und die Schritte von der Idee über das Scribble bis hin zur finalen Illustration zeige.

*Oh a, die Kinder lieben das Poster und die Karten in ihren Zimmern!*

Gibt es künstlerische Vorbilder für Dich und wenn ja, welche?

Ein spezielles, künstlerisches Vorbild habe ich nicht. Ich schaue mir aber besonders gern alte Kinderbücher an und auch der skandinavische Illustrationsstil hat es mir sehr angetan. Ich denke, genau das macht meinen Stil aus. Ein bisschen Retro – ein bisschen reduziert und grafisch.

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Fotocredit: Vierundfünfzig.

Wie sieht denn ein typischer Tag bei Dir aus? Gibt es den überhaupt? Und was ist für Dich der beste Weg, nach einem Tag im Atelier zu entspannen?

Klar, früh erstmal kuscheln mit meinem Sohn, dann alles für die Kita zusammen packen und meine Männer verabschieden. E-Mails lese und beantworte ich meistens noch im Home-Office bei einer Tasse Kaffee. Danach habe bzw. nehme ich mir etwas Zeit nur für mich. Die besten Ideen habe ich ganz oft früh im Bad! 😉

Dann geht es ab ins Büro, illustrieren, ggf. Aufträge bearbeiten. Und ganz wichtig: ein zweiter Kaffee mit meiner Angestellten und Freundin Lina! Ich erzähle ihr von meinen neuen Ideen und sie hat IMMER noch eine super gute Idee dazu. Wir haben zusammen so viele Flausen äh Ideen … das schaffen wir niemals, alles umzusetzen!
Nach einem aufregenden Tag im Atelier fällt es mir oft schwer „abzuschalten“. Vielleicht liegt es aber daran, dass ich meine Arbeit nicht als Arbeit sehe und wirklich liebe, was ich mache.
Meinem Sohn wiederum gelingt es ziemlich gut, mich abzulenken. 😉

Welche Träume möchtest Du gern mit Deinem Illustrationsstudio noch verwirklichen?

Da gibt es wirklich noch viele Ideen und Wünsche. Einer davon ist bereits in Arbeit und alles andere kommt, wenn die Zeit dafür reif ist.

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Zu guter Letzt:
*Mit was kann man Dir eine echte Freude bereiten? Schokolade und Kuchen!

*Was war die peinlichste Situation, an die Du Dich erinnern kannst? Daran will ich nicht mehr denken!

*Was wolltest Du als Kind unbedingt werden? Comiczeichner bei Walt Disney!

*Das bisher schönste Erlebnis in Deinem Leben? Ganz klassisch — als ich meinen Sohn das erste Mal in meinen Armen halten durfte!

*Und gibt es etwas, was Du unbedingt können würdest wollen? Ich würde gern viele Sprachen sprechen können!

Liebe Sandy, es war mir ein Fest und Ehre und ich freu mich schon auf unser nächstes Treffen!

Und wenn Ihr Euch auch so in all die wundervollen Vierundfünzig-Figuren verliebt habt, dann klickt Euch unbedingt in den Shop. Mit dem Code „blogbook15“ bekommt Ihr von heute an bis einschließlich 11.06.2017 einen Rabatt von 15%! Ist das toll oder ist das toll?

Vierundfünfzig findet Ihr natürlich auch auf Instagram und Facebook!

Ich wünsch Euch einen fantastischen Sonntag, wir sind heute unterwegs zu einem waschechten belgischen Floh- bzw. Trödelmarkt!

Eure Carolin

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4 Comments

  • Reply
    Eclectic Hamilton
    4. Juni 2017 at 10:09

    Danke für die schöne Vorstellung und das Interview! Tolle Künstlerin und tolles Interview. Ich hüpf gleich mal rüber in den Shop.
    Liebste Grüße von Ines

    • Reply
      Carolin Schubert
      7. Juni 2017 at 8:29

      Sehr gern und vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich mag ihre Sachen auch einfach so wahnsinnig gern!

  • Reply
    dörte
    13. Juni 2017 at 21:29

    das ist wirklich ein sehr sympathisches Interview mit einer sehr sympathischen Dame und ich stelle gerade fest, dass ich ganz viele ihrer Illustrationen schon gesehen und mich vor allem schon vor längerer Zeit in dieses wunderschöne Rummelzahlenposter verliebt hab. Kleines Pech, dass ich heut erst hier vorbeispaziert komme und den Rabatt verpaßt hab. Aber das Poster wird spätestens nächstes Jahr zum Schulanfang des kleinen Töchtings trotzdem bei uns Einzug halten.
    Schöner Laden! Und vielleicht komm ich ja mal nach Chemnitz. Wie festgestellt, ist das ja von Leipzig aus auch nicht so weit 😉
    Liebe Grüße
    Dörte

    • Reply
      Carolin Schubert
      14. Juni 2017 at 19:55

      Da hast Du absolut Recht und das Poster wird sicher ganz wunderbar passen!

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