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DIY Familie

Willkommen im Mäusehaus | Ein Puppenhaus selber bauen

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Ich gebe es zu, dieser Beitrag sollte schon vor MONATEN erscheinen. Schließlich hat mein Mann dieses Puppenhaus bereits vor Weihnachten gebaut und Ihr habt mir viele Nachrichten auf Instagram zu einer Anleitung geschrieben. Nun ja, sehen wir es mal so: bis zum nächsten Weihnachtsfest ist jetzt immerhin noch genügend Zeit und Geburtstag hat auch immer irgendwer, richtig?

Ein Puppenhaus selber bauen

Das war immer so ein kleiner, heimlicher Traum von uns. Sollten wir einmal Mädchen haben, dann wollten wir genau das: ein Puppenhaus selber bauen (ich weiß, dass auch Jungs mit Puppen spielen können, aber unser Sohn zählt nicht dazu). Die Mädchen kamen, das Haus nicht. Letztes Weihnachten, als wir über die richtige Geschenke nachdachten, stand die Idee wieder groß im Raum. Aber ein Puppenhaus? Wer sollte darin wohnen? So kleine Figürchen hatten wir nicht und alles, was wir uns anschauten, überzeugte nicht – entweder vom Geschmack oder vom Preis. Oder beides. Dann stießen wir auf die Tiere von Maileg, Mäuse und Hasen, und die Idee bekam schnell konkrete Formen. Die Mäuse sollten ein Haus bekommen, die Hasen ein Tipi (ich weiß, auch da bin ich Euch noch eine Anleitung schuldig!). Wir besprachen den Plan, mein Mann fuhr in den Baumarkt und erschuf innerhalb einer Woche das Mäusehaus.

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Gutes Spielzeug

Ich würde jetzt gern schreiben, dass dieses Haus über die Maßen bespielt und genutzt wird. Leider ist dem nicht so. Thea hat sich sehr darüber gefreut und liebt es auch – aber sie ist ein Kind mit einem ganz gering ausgeprägten Freispieltrieb. Alva wiederum, die das Tipi mit den Hasen bekam, hat als erstes geweint. Sie ist das genaue Gegenteil ihrer Schwester und wünscht sich nun auch sehnlichst so ein Haus (was sie auch bekommen wird…). Das so offen zu schreiben qualifiziert uns unter Umständen nicht als die vorausschauendsten Eltern. Oder? Aber ich finde es so wichtig, offen zu sein. Denn immer wieder wird über gutes und schlechtes Spielzeug geschrieben, darüber, dass Kinder Langeweile brauchen, um Ideen zu entwickeln, dass bestimmte Dinge in ihrer Prägung und Bindung zu ihrem Umfeld zu einem wie auch immer ausgeprägten Spielverhalten führen. Ihr wisst ja, mein Mann ist Erzieher. Und er ist ein wirklich guter Pädagoge! Ich weiß um all die Ansätze und ihre Berechtigung. Und dann habe ich drei Kinder hier sitzen, die all diese Ansätze über den Haufen werfen. Die alle mit „gutem“ Spielzeug aufgewachsen sind, die sich langweilen (müssen), die Anregung bekommen, die eine sehr enge Bindung zu uns haben und die wir in ihren Besonderheiten versuchen zu unterstützen. Und trotzdem „scheitern“ wir nicht selten, eher oft. Scheitern, klar, das muss ich in Anführungsstriche setzen, denn ich weiß, dass es kein Scheitern im Sinne von Versagen ist. Es ist eher das tägliche Lernen, dass jeder Mensch ein ganz eigenes Wesen mitbringt. Und das Regeln und Beobachtungen helfen können. Aber niemals müssen. Wir haben Thea dieses Haus samt Inhalt geschenkt (die Möbel sind noch aus meiner Puppenstube und haben nur einen Anstrich bekommen), weil wir dachten, es hilft ihr. Gibt ihr eine gute Anregung. Was wir nicht wussten: in ihrer Welt kann sie es nicht allein bespielen. Weil die Hasen ihrer Schwester zu Besuch kommen müssen. Und wenn sie das nicht tun, steht sie dem eigentlich gewünschten Spiel hilflos gegenüber.

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Ich schreibe das deswegen, weil ich Ehrlichkeit gerade in diesem Bereich so unglaublich wichtig finde. Wie oft sehe ich wunderschön kuratierte Kinderzimmer. Hübsch anzuschauen, perfekt eingerichtet mit den „richtigen“ Sachen. Und nichts davon sagt etwas über das Kind aus. Das ist meiner Meinung nach eine Lektion, die wir unbedingt begreifen sollten.

So wird es gebaut

Jetzt will ich Euch aber natürlich noch die Anleitung dalassen. Ich habe jetzt keinen Bauplan gezeichnet, ich denke aber, dass es auch mit Worten verständlich ist. Denn eigentlich ist ein Puppenhaus selber zu bauen gar nicht so schwer.

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Material

  • schichtverleimtes Sperrholz (Multiplex) in der gewünschten Stärke und Dicke
  • passende Schrauben
  • Farbe
  • Kant- und Rundhölzer aus Buche
  • Werkzeug wie Stichsäge, Kreissäge, Feile, Schleifpapier, Pinsel etc.

Vorbereitung

Am Besten fertig Ihr Euch eine Zeichnung an, so könnt Ihr genau ausmessen, welche Größe die einzelnen Stücke haben müssen. Unser Haus besteht aus Boden und Dach, zwei Etagenböden, zwei Seitenteilen und einer Rückwand. All diese Teile könnt Ihr Euch in der Regel, wenn Ihr keine eigene Kreissäge habt, auch im Baumarkt zusägen lassen.

Mit der Stichsäge wird die Tür und die Öffnungen für die nächste Etage ausgesägt. Anschließend alles schön glatt schleifen.

Jetzt wird alles angeschliffen und gestrichen. Wir haben auch hier – wie eigentlich fast immer 😉 – Kreidefarbe von pure&original benutzt. Aber natürlich gehen auch andere Farben oder Lacke. Tragt so viele Anstriche auf, wie notwendig und versiegelt es evtl. nochmal.

Die Leitern

Die Leitern sind auch Kant- und Rundstäben gefertigt, die man in verschiedenen Stärken im Baumarkt bekommt (die liegen beim Holz meist in so kleinen Fächern). Die Seitenteile der Leitern werden aus Kantholz gefertigt. Dafür die benötigte Länge absägen. Dann die Kanten und die Ecken mit der Hand rund schleifen. Nun die Position der Streben anzeichnen. Diese mit einem passenden Bohrer (hier Größe 6) vorbohren – geht super mit dem Akkuschrauber! Dann die Rundhölzer in passende Stückchen sägen, die Ende leicht spitz anschleifen. Dann steckt Ihr die Rundholzstücke zwischen die Seitenteile und klopft alles mit dem Hammer zusammen (funktioniert eigentlich genauso wie beim Zusammenbauen von Ikea-Möbeln ;-)). Leimen ist nicht notwendig!

Zusammensetzen

Jetzt werden alle Teile zusammen gesetzt. Hierfür bohrt Ihr an den entsprechenden Stellen evtl. erst einmal vor. Immer dort, wo die Teile aufeinandertreffen, fixiert eine Schraube das Haus!

Natürlich könnte man das ganze auch verdeckt mit Holzdübeln zusammen setzen oder leimen. Aber schrauben geht schneller! Und wenn man die Außenseiten zum Schluss streicht, kann man die Schrauben nach dem Zusammensetzen auch noch verspachteln und überstreichen, so dass man nichts mehr sieht!

Jetzt kann man das Haus endlich einrichten. Wir haben es relativ schlicht gelassen, wobei ich noch so einige Ideen dafür habe! Zum Beispiel kleine Teppiche (gehäkelt), Bilder, Tapete etc. Mal sehen, ob ich sie noch umsetze… Vielleicht gehören sie auch eher ins zukünftige Hasenhaus. Klar, das zeige ich Euch dann auch noch, wenn es soweit ist. Denn es wird auf keinen Fall genauso aussehen!

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Ich wünsch Euch ein ganz fantastisches Wochenende und viel Spaß beim Nachbauen!

Eure Carolin

Das passt dazu...

4 Comments

  • Reply
    Milla
    27. Mai 2017 at 12:41

    Das Haus ist richtig toll <3
    Meine Kinder haben mich auch gelehrt,dass man ihr Spielverhalten nicht wirklich lenken kann. Meine Tochter (7) spielt z.B. nie mit Puppen. Sie braucht quasi gar kein Spielzeug,weil ihre Phantasie ausreicht,um sich die tollsten Rollenspiele auszudenken.
    Mein Sohn hingegeben hat mir gezeigt,dass Jungs tatsächlich verrückt nach Autos sein können. Auch wenn wir als Eltern das nie bewusst beeinflusst haben.

    Liebe Grüße
    Milla

    • Reply
      Carolin Schubert
      29. Mai 2017 at 11:15

      Liebe Milla, danke für Deine Worte! Meine Erfahrung ist die gleich, die Dinge sind schon in den Kindern. Und klar kann man es von außen mit entsprechendem Angebot beeinflussen – aber ob man das will, ist ja die andere Frage!

  • Reply
    Petra
    29. Mai 2017 at 9:33

    Liebe Carolin,
    mit Puppenhaus wusste ich als Kind schon nichts zu spielen. Einrichten und hübsch machen – ja gern. Aber wenn dann alles an seinem Platz stand, die Puppen im Bett oder am Tisch waren, dann war das Spiel beendet und ich hab das Haus stehen lassen. Nach zwei-drei Tagen hab ich es meist nicht mehr beachtet, bis es weggeräumt wurde. Erst im Folgejahr zur Weihnachtszeit kam es wieder und das ganze wiederholte sich. Genau so spielen meine Kinder. Tja, so ist es halt. Du machst das gut, dass du gut beobachtest und deine Kinder kennen lernst. Auch meine brauchen viele „Draußen-Einheiten“ und ich nutze gern deine Ideen dafür. 🙂 Das Küsten-Bingo haben wir letztens im Wald gemacht – zwei Stunden intensive gemeinsame Zeit! Danke dafür!
    Dann hab ich eben keine selbständig-drinnen-spiel-Kinder. Umtauschen geht nicht (und will ich auch niemals). Also spielen sie (und wir) andere Dinge als andere Leute.
    VG
    Petra

    • Reply
      Carolin Schubert
      29. Mai 2017 at 11:14

      Haha, das mit dem umtauschen find ich schön! Da hast Du vollkommen recht und ich freu mich sehr, dass Ihr das Bingo so gut nutzen konntet (wobei ich grade denke, dass wir das auch mal dringend im Wald machen müssen!). Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar!

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