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DIY Zuhause

Maltid | Willkommen in meiner Küche + DIY Schriftzug aus Kupferdraht

Heute lade ich Euch zu mir nach Hause ein, genauer gesagt: in meine Küche. Der Grund dafür ist eigentlich der Schriftzug aus Kupferdraht, der seit letzte Woche unsere Wand ziert und zu dem ich Euch eine Anleitung schreiben wollte. Eigentlich. Denn wie immer erzählt das Leben noch ein bisschen mehr Geschichte, als man sich das vorher so dachte…

Das perfekte Zuhause

Mein Zuhause bedeutet mir schon immer sehr viel. Es ist mein Rückzugsort, meine Festung gegen die Stürme des Lebens; in der ich allein bestimmen kann (klar, gemeinsam mit meiner Familie natürlich, aber ohne äußere Einflüsse), wie ich was, wo und wann mache. Gerade als extrem hochsensibler Mensch mit noch ein paar mehr Extras (über die ich in Zukunft hier schreiben werde!) ist das enorm wichtig. Und ich kann bestimmen, wie es hier aussehen soll, mit welchen Dingen ich mich umgebe. Gerade der letzte Punkt hat enorm viel Bedeutung, für mich, für uns. In den letzten Jahren noch sehr viel mehr, seit mein Mann und ich uns bewusst entschieden haben, so nachhaltig und bewusst zu leben, wie wir es vermögen.

Ich kann nicht sagen, dass ich einen Lieblingsraum habe. Natürlich soll es überall schön sein, ich will mich nach Möglichkeit auf jedem Quadratzentimeter meines Hauses absolut wohl, sicher und glücklich fühlen (außer vielleicht im Keller, da ist einfach Hopfen und Malz verloren, wie man so schön sagt…). Mein, unser Anspruch ist hoch. Und die Umsetzung manchmal nicht so einfach. Ich hab es lange auf das nicht vorhandene Geld geschoben. Nach dem Motto: wenn ich doch nur DEN Stuhl, DAS Bett, DIESES Sofa kaufen könnte, dann, ja dann fügt sich alles perfekt ein. Oder wenn das Haus, in dem wir leben, nicht immer so viel Defizite hätte (wie das mit alten Häusern so ist), dann, ja dann würde alles viel besser, schöner, perfekter aussehen.

Bis ich irgendwann verstanden habe, dass das alles wirklich ein echter, großer Unsinn ist. Ich bin nicht perfekt, was soll ich also in einem perfekten Haus? Und was das Geld angeht: sind wir mal ehrlich – das kommt und geht. Das, was Wert hat, bleibt aber. Und seit wann wird Wert über Geld definiert? Eben. Ich schreib das hier in so ein paar Sätzen hin – ehrlich will ich dazu sagen, dass das ein langer und sehr schwerer Prozess für mich war. Und ist. Vor allem, wenn man mit so viel Input umgeben ist, wie es Zeitschriften, Social Media-Kanäle etc. mit sich bringen. Ich liebe die Inspiration! Aber sie als genau das zu behalten und nicht zum vergleichenden Druck werden zu lassen, das ist wirklich eine Kunst, an der ich nach wie vor arbeiten muss (ein bisschen habe ich davon ja schon mal in diesem Post darüber erzählt).

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Willkommen in meiner Küche

Meine Küche ist ein Raum, den ich wirklich sehr gern mag. Wir alle halten uns darin total gern auf. Manchmal bedauere ich es, dass sie nicht die richtigen Maße für eine große Kücheninsel hat, um der sich alle versammeln können. Oder einen alten Tisch, an dem man zum spielen, essen, reden, weinen und versöhnen zusammen kommt. Die Küche meiner Oma war so ein Ort. Mit Eckbank, an der wir zum Beispiel mit Leidenschaft Hefeklöße geformt haben ;-). Aber auch, wenn unsere Küche dieses Extra nicht aufweist, ist es ein schöner Raum (so schade, dass ich Euch keine Fotos von vorher zeigen kann, das war gru.se.lig!). Freundlich, mit viel Nachmittagssonne und großen Fenstern für Gartenkräuter. Nicht selten lümmeln die Kinder auf dem Sisalteppich herum, schieben sich alle Hocker, die sie im Haus finden können, an die Arbeitsplatte oder hocken sich in den Rahmen der alten, noch originalen Schiebetür, Füße nach oben und erzählen von Schule und Kindergarten. Unsere Küche ist ein viel genutzter Raum, voller Stücke mit Geschichte. Der Schrank – aus dem Keller der Oma meines Mannes (glaubt mir, er war nicht hübsch! Aber er hatte Charakter!); die Karte – vom Designmarkt in Amsterdam, wo mein Mann und ich letztes Jahr unser erstes Wochenende ohne Kinder verbracht haben. Der Globus – vom Flohmarkt in Braunschweig, wo immer ein holländisches Pärchen den bezauberndsten Antiquitätenstand hatte, den ich je gesehen habe; die Multitool-Krabbe – mein Geburtstagsgeschenk für meinen Mann in diesem Jahr; der Ast, an dem unsere Lampen hängen, von einem riesigen Rhododendron, den wir kurz nach unserem Einzug gefällt haben – er hat durch seinen Standort und die Größe die Küche sehr dunkel gemacht, jetzt macht er sie hell; oder die Silberlöffel, die meine Mutter schon geerbt hat und sie nun mir weiter reichte…

Als ich die Fotos für diesen Post gemacht habe, war ich zunächst vollkommen unzufrieden, habe den kompletten ersten Schwung sogar gelöscht. Zu meiner Persönlichkeit gehört eine Dynamik, die immer alles richtig machen will, ordentlich, der Reihe nach. Weswegen ich mich unglaublich schwer damit tue, Dinge „nicht fertig“ zu haben (wie gesagt, dazu wird es in Zukunft auch mehr hier zu lesen geben). Aber wann soll ich dann Fotos meiner Küche – oder generell unseres Zuhauses – zeigen können?! Nie wahrscheinlich. Also habe ich auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Und der war vor zwei Tagen, als die Sonne herrliche Bilder auf den Fußboden gezeichnet hat. Ich hab mich auf das besonnen, was ich kann – Geschichten zu erzählen nämlich – und versucht, die Kamera genau dafür zu nutzen. Und ja, ich habe gedacht, dass ich anderes Equipment brauche, bessere Objektive, mehr Erfahrung. Und auch, wenn an beidem nichts auszusetzen ist (gerade an den besseren Objektiven, die ich mir tatsächlich sehr wünsche!), ändert das natürlich nichts an der Geschichte. Oder daran, dass ich sie erzählen könnte.

Seit letzter Woche hängt am Wandvorsprung (an dem leider nichts befestigt werden darf, weil sich darin 3 Kaminabzüge befinden) ein Schriftzug aus Kupferdraht. Maltid – eine nicht ganz astreine Wiedergabe vom Schwedischen bzw. Norwegischen måltid, angelehnt an das Plattdeutsche Mahltied. Ich mag das Schlichte, Reine daran. Maltid steht für echtes Essen, für Mahlzeiten mit Lachen, Streiten, Genießen, Dankbarkeit und das Leben feiern.

Wenn Ihr Euch auch so einen Schriftzug selber machen wollt, dann kommen hier noch meine Tipps dazu.

Schriftzug aus Kupferdraht – so geht’s

*Benutzt haben wir dünneren Lötkupferdraht aus dem Baumarkt. Der lässt sich mit Hand und Zange biegen, ist sehr formstabil und man bekommt ein Päckchen Kupferstangen für ca. 5,- Euro.

*Das Biegen ist nicht ganz ohne, hilfreich kann eine Zange sein! Achtung: an den Stellen, an der die Zange aufliegt, kann sich die Kupferlegierung lösen.

*Ich wollte ursprünglich eine Schreibschrift fertigen, dafür ist der Draht jedoch eindeutig zu dick! Diese Schrift ist freihändig entstanden, wenn Ihr Euch da unsicher seid, dann druckt Euch einfach eine Vorlage mit einem Schreibprogramm aus. Dann könnt Ihr den Draht dort auflegen und nachbiegen.

*An die Wand angebracht haben wir das Ganze mit Sekundenkleber. Was bedeutet, dass – sollten wir es mal entfernen wollen – der Putz mit runter kommt. Aber damit können wir leben ;-). Alternativ kann man es aufhängen oder die einzelnen Buchstaben auf einen Träger aufbringen (wie zum Beispiel Holz).

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Was sind denn Eure schönsten Küchenerlebnisse? Oder bei wem?

Ich hoffe, Ihr habt Euch wohlgefühlt, ich bin mir sicher, wir treffen uns hier bei Gelegenheit wieder.

Eure Carolin

P.S.: Übrigens, die eigene Küche zu fotografieren kann ich nur empfehlen. Ich fand es sehr spannend, dass man dann auf Fotos nochmal ganz anders sehen kann, wie alles wirkt, wo man noch etwas hinzufügen oder lieber weglassen will! Lohnt sich also auch ohne Blog ;-).


Hier noch ein paar Informationen zu dem, was Ihr auf den Fotos sehen könnt:

unsere Küche stammt von Ikea

der Servierwagen ist von Car Möbel

das Multitool habe ich von Kikkerland

den Küchenschrank haben wir mit Kreidefarbe Classico von pure&original gestrichen, wir beziehen sie von hier

Wenn Ihr noch was wissen wollt, dann fragt gern!

Das passt dazu...

10 Comments

  • Reply
    Ani Lorak
    18. Mai 2017 at 13:22

    Ich habe an der Stilmission teilgenommen und parallel als Geschenk für den 8. Geburtstag unserer Tochter ein Fotoalbum (ca. 700 Bilder) gemacht. Ja – da wurde auch schon von der Wirkung der Fotos berichtet. Es stimmt, auf dem Bild hat man einen anderen Blick auf sich als wenn man in den Spiegel schaut. Ich mag Eure Küche und ja mein Motto für dieses Jahr: Nicht aufschieben, einfach mal machen. Wenn genug Geld da, dann keine Zeit und so lässt es sich immer weiter fortschreiben. Immer ist was, immer was anderes. Ja – machen und umsetzen und Eure Lampe finde ich so schön und dann die Geschichte, die daran hängt mit dem Ast. Das ist es, was es ausmacht. Sicher auch irgendwo für viel Geld zu kaufen, aber nie so wie die Eure. Ich mag auch Küchen, unser Tisch ist 12 Jahre alt und hat die MAcken hinterlassen durch unseren Sohn, der fein mit dem Besteck darauf hämmerte… Hach – viel zu dunkel für die Küche, aber irgendwie wird der wohl bleiben. Die eingerizten Zahlen durch die Tochter, Erinnerungen und Geschichten sind wichtig! Schöne Geschichten erzählst Du!

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. Mai 2017 at 18:19

      Liebe Ani, vielen lieben Dank für Deine Gedanken zum Thema! Was ist denn die Stilmission? Muss ich mal googeln.

      • Reply
        Ani Lorak
        19. Mai 2017 at 17:06

        Hi, Stilmission war / ist eine Gruppe gewesen von Frau Meier – http://www.moderne-stilberatung.de/stilmission. Bei Elke von http://www.ellepuls.de findest Du weitere Infos. Ich habe mich gegen diese Stilberatung entschieden, weil ich die Gedanken für mich erst durchkauen muss. Habe im März eine Farb- und Stilberatung gemacht und habe jetzt eine Idee, aber muss das für mich passend machen.
        Finde das Thema auch sehr interessant und auch in der Zeitschrift Emotion bin ich wieder darauf gestossen. Viele Grüße

        • Reply
          Carolin Schubert
          19. Mai 2017 at 17:20

          Oh, wow, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Da schaue ich mich mal um!

  • Reply
    Debby Scholl
    18. Mai 2017 at 16:03

    Super schöne Küche! Und der Schriftzug gefällt mir sehr gut. Leider ist unsere Küche etwas klein, obwohl nein, sie ist einfach nur total vollgestellt 🙂 Ist bei uns halt der Raum, der immer wieder gut duften soll. Aber irgendwann werde ich auch mal so eine schöne Küche haben *träum* Brauche einfach mehr Platz zum Entfalten 🙂

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. Mai 2017 at 18:21

      Vielen lieben Dank, Debby! Du, das ist die aller erste Küche, die ich so richtig schön finde und die genauso ist, wie ich sie mir wünsche (und ich habe schon ein paar Küchen bewohnt ;-)). Mir ist das all die Jahre auch immer schwer gefallen, aber der Lebensweg ist ja selten geradeaus, ne? Gegen eine vollgestellte Küche kann man ja zumindest relativ einfach was machen ;-). Übrigens: unsere Küche ist tatsächlich auch nicht groß, keine 12qm!

  • Reply
    Andrea
    18. Mai 2017 at 18:05

    Tolle Fotos, wo hast du tolle Schachbrett-Brett erstanden?
    Liebe Grüße Andrea

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. Mai 2017 at 18:18

      Vielen lieben Dank! Das habe ich mal bei TK Maxx erstanden und war ein ziemlicher Glückgsgriff <3 (Handarbeit)

  • Reply
    Dani
    18. Mai 2017 at 18:42

    Liebe Carolin, was für ein schöner Post, eine tolle Küche und eine wunderbare Idee mit dem Schriftzug – auch das Wort gefällt mir sehr gut.
    Und was ist schon perfekt? Stimmt, sich von dem vielen Input nicht verleiten zu lassen ist nicht einfach. Aber du hast es scheinbar geschafft und eure Küche ist wirklich toll und gemütlich. So nachhaltig wie möglich zu leben, finde ich auch eine ganz tolle Idee – sollten wir alle versuchen.
    Das Multitool – auch ganz klasse 🙂
    Ich will meine Küche auch eigentlich schon länger mal fotografieren, aber jeder Versuch wird wieder gelöscht, weil es mir irgendwie nicht gefällt, der Blickwinkel nicht der richtige ist oder ich dann denke, so interessant ist die Ecke dann doch nicht …. mal sehen, vielleicht traue ich mich noch mal ran.
    Liebe Grüße
    Dani

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. Mai 2017 at 18:46

      Dankeschön, Dani, für Deine lieben Worte! Warte auf den richtigen Moment, wenn Dir Deine Küche so richtig gut gefällt, das Licht schön ist oder Du einfach gerade ganz zufrieden bist. Und dann nimmst Du Dir die Kamera und los. Vielleicht erstmal nur kleine Ecken, Details. Mit den Raumaufnahmen tue ich mich auch richtig schwer, aber sowas macht wohl auch die Übung – wie immer ;-).

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