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3 Tage Schneevergnügen – Unser Winterkurzurlaub im Harz

Zum Wochenende hatte ich es nun doch nicht mehr geschafft – es waren einfach noch nicht alle Bilder bearbeitet – doch nun will ich Euch endlich von unserem Winterkurzurlaub im Harz berichten. Und Achtung: es gibt eine wahre Bilderflut!

Vor ungefähr zwei Jahren sind wir mit der gesamten Großfamilie meines Mannes ins wunderschöne Ötztal nach Tirol gefahren. Es war zwar schon April, aber oben auf den Gipfeln lag noch Schnee und so konnte Jona damals das erste Mal Skiunterricht nehmen. Für mich war das eine völlig neue, faszinierende Welt, da ich nicht nur nicht Skifahren kann, sondern auch so vorher noch nie im klassischen Winterurlaub war – im Sinne von Skifahren, Skiunterricht etc. Klar, meine Winterferien als Kind verbrachte ich beinahe allesamt bei meiner Oma – und da die nah der tschechischen und polnischen Grenze wohnt, sind wir natürlich auch immer ins Gebirge rodeln gegangen. Aber ich schweife ab. Nach diesem Skiurlaub hatten wir leider nicht noch einmal das Vergnügen, Jona wünschte sich aber nichts sehnlicher, als wieder die Pisten herunter zu wedeln. Dieses Jahr nun wurde sein Wunsch erfüllt, als meine Schwiegereltern mit vier Enkelkinder im Gepäck ins Riesengebirge fuhren. Wo übrigens so viel Schnee fiel wie seit fünf Jahren nicht mehr… Da wir anderen vier keine Lust hatten, die Winterferien einfach nur hier zu Hause zu verbringen, suchten wir nach einer guten Alternative für uns. Es sollte natürlich bezahlbar und nicht allzu weit weg sein, da wir nur ein Zeitfenster von wenigen Tagen hatten. Wir buchten schließlich ein Zimmer im Hotel Alte Münze in Goslar – was eine mehr als neue Erfahrung für uns war, denn wir haben noch nie mit den Kindern Urlaub im Hotel gemacht!

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Das Hotel Alte Münze ist wirklich schön und insofern etwas Besonders, weil seine Einzelteile aus verschiedenen historischen Gebäuden bestehen, die zusammen mehr als 500 Jahre Geschichte schreiben. Gerade in einer mittelalterlich geprägten Stadt wie Goslar, in der noch so viel erhalten und sichtbar ist, schafft so eine Unterkunft natürlich einen tollen Rahmen.

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Das Hotel ist familiengeführt – was man eindeutig merkt, es herrscht eine sehr angenehme und liebevolle Atmosphäre – und auch das Zimmer und das Frühstücksbuffet waren tadellos, groß bzw. sehr umfangreich. Die Mädchen fanden natürlich alles sehr spannend, von der Tatsache, dass es ein Zimmermädchen gab („Wieso heißt das Zimmermädchen? Sind das Kinder?“) bis hin zur Tatsache, dass es im Badezimmer zwei Waschbecken und eine riesige Dusche gab („Hier können wir endlich mal ganz alleine duschen!“) – und man sich beim Zähne putzen nicht übereinander stapeln muss (wie das hier der Fall ist, weil unser Bad ungefähr 4,5 qm umfasst).

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Torfhaus

Goslar ist eine ganz gute Ausgangsstation für den Winterurlaub, wenn man nicht direkt im Ski-Gebiet wohnen möchte – nach Torfhaus, unsere erste Schnee- bzw. Rodelstation sind es nicht mehr als 15-20 min. mit dem Auto.

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War unten im Tal noch keine einzige Schneeflocke zu sehen, färbten sich die Gebirgshänge mit jedem Höhenmeter weißer und weißer.

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Am Harzresort angekommen, hatten wir ziemlich großes Glück. Wir ergatterten noch einen Parkplatz, ich glaube, eine Viertelstunde später sah es schon mehr als eng aus und die Gebirgsstraße wurde einfach bergabwärts am Seitenstreifen beparkt. Ich war ja erstmal ein bisschen überfordert. Als alter Freigeist ist so ein organisierter Rodelhang mit Lift und allem pipapo irgendwie nicht das, an was ich mich aus meiner Kindheit erinnere (im Dunkeln irgendwelche Hänge durch den Wald hinunterrodeln in der Hoffnung, dass keine allzu große Wurzel im Weg ist :-D). Aber wir schlugen uns tapfer mit den Massen den Hang hinunter.

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Meinen Mädchen ging es anscheinend wie mir und der Überforderung musste nach nur einer halben Stunde dringend mit etwas Essbarem beigekommen werden. Wir entschieden uns, der Bavaria-Alm eine Chance zu geben (obwohl ich schon aus Prinzip ein Etablissement meiden möchte, das sich mitten im Harz so einen albernen Namen gibt) – es war ja auch nichts anderes in der Nähe, ne? Und siehe da – wir wurden positiv überrascht! Das Essen (wir hatten Flammkuchen bestellt) war wirklich frisch, lecker und bezahlbar (gerade letzteres hat uns doch sehr erstaunt, gerade an solch einem Ort! Vielleicht sind wir es einfach gewohnt, mit Touristenpreisen zu leben?!). Und wieder hatten wir großes Glück, denn als wir das Lokal verließen, stand draußen eine ewig lange Schlange von Leuten, die noch auf einen Platz hofften und sich dafür die kalten Füße in den Bauch standen. Das fand ich dann schon wieder etwas befremdlich, aber gut… Frisch gestärkt fanden wir nun auch eine Art Nebenhang (eigentlich einfach ein zugeschneiter Wanderpfad), es fing an zu schneien und wir vergnügten uns im nassen und kalten Weiß, bis wir alle erschöpft waren und uns auf den Weg zurück machten.

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An diesem Tag habe ich übrigens meinen Objektivdeckel verloren – etwas, was mir vorher noch nie passiert ist! Konnte die nette Dame beim Elektrofachgeschäft, das wir nachmittags aufsuchen mussten, nicht recht glauben…

Okertalsperre und Altenau

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Am zweiten Tag wollten wir gern einen anderen Ort ausprobieren und entschieden uns, über die Okertalsperre nach Altenau zu fahren! An diesem Tag war es wirklich kalt – das Thermometer zeigte im Sonnenschein zur Mittagszeit gerade mal -14°C an! – und die Straßen waren auch ziemlich vereist. Trotzdem war es goldrichtig, sich auf diesen Weg zu machen, es war unbeschreiblich schön! Das Wasser der Talsperre war teilweise zugefroren und dort, wo die Sonne darauf schien, bildeten sich Nebelschwaden. Der Himmel war winterlich stahlblau und das Grün der Nadelbäume leuchtete kräftig dagegen an.

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Wir machten einen kurzen Stopp, aber länger als zehn Minuten hielten es die Mädchen nicht aus und auch mir froren schnell die Finger an der Kamera ein ;-).

In Altenau schließlich fanden wir den perfekten Rodelhang. Auch dort gibt es einen Lift, der aber abgestellt war. Es war nur eine wirklich überschaubare Anzahl an Menschen da und so gab es ordentlich Platz, die Piste hinunter zu jagen. Für mich also ein echter Tipp, wenn Ihr in den Harz Schlitten fahren gehen wollt und nicht so auf überfüllte Sammelplätze steht – dafür gibt es hier halt keine Alm, lediglich einen fragwürdigen Imbiss, bei dem ich das Stille Örtchen besuchte. Ich sag es mal so: es war eine Erfahrung…

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Essenstechnisch hatten wir uns mit ein paar Snacks versorgt und machten Picknick am Auto. Wegen der unwirtlichen Temperaturen und weil die Mädchen trotz dicker Kleidung froren, entschieden wir uns, noch eine Tour mit dem Auto zu unternehmen. Wir fuhren durch ein verschneites Mittelgebirgsparadies und landeten schließlich noch in Clausthal-Zellerfeld – einer alten Bergmannsstadt, die auf uns einen so zauberhaften Eindruck machte, dass wir sie irgendwann noch einmal erkunden wollen!

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Goslar

Die Nachmittage verbrachten wir in Goslar und bummelten etwas durch die Stadt.

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Für große kulturelle Besichtigungen (Kaiserpfalz!) fehlte uns die Motivation und den Mädchen die Lust. Wir statteten dem Dom einen Besuch ab und schlenderten ansonsten einfach ein wenig durch die Straßen. Wir hätten durchaus gern etwas gebummelt, aber die meisten Geschäfte (jedenfalls die, die wir interessant gefunden hätten) waren geschlossen – viele bis Mitte Januar. Da lohnt sich ein Besuch zu einer etwas freundlicheren Jahreszeit auf alle Fälle nochmal! Am zweiten Nachmittag kehrten wir noch in ein altes, sehr traditionelles Lokal ein, die Butterhanne. Überhaupt nicht fancy oder gestylt – aber unglaublich lecker! Für mich mal wieder der Beweis, dass man ruhig immer mal wieder von seinem „Welche schicken und hippen Cafés muss ich unbedingt gesehen haben?“-Trip runterkommen sollte – denn dann bekommt man unter Umständen leckeren Kakao, frische, himmlische Waffeln und richtig guten Quarkkuchen für einen mehr als moderaten Preis, wo man es gar nicht erwartet hätte. Und geht pappsatt und fröhlich wieder raus!

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Goslar ist eine sehr hübsche und wie gesagt, sehr historische Stadt. Wir waren ja schon einmal dort und dadurch, dass wir sehr viele Jahre unseres gemeinsamen Lebens in mittelalterlichen Fachwerkstätten gewohnt haben (Marburg, Wolfenbüttel und Braunschweig), waren wir den besonderen Charme irgendwie gewohnt. Was es natürlich nicht weniger charmant macht. Eben einfach nur unaufgeregter ;-).

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Ein Besuch lohnt sich auf aber wie gesagt auf alle Fälle und ich gedenke, die Kaiserpfalz auch irgendwann noch einmal von innen zu sehen!

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Es waren wirklich schöne Tage, die wir im Harz verbracht haben. Wenn es am Ende auch ein paar Fazits gab, die wir mitgenommen haben. Zum einen sind wir keine Familien-Hotelurlauber. Allein oder zu zweit als Paar hat das auf alle Fälle seinen Reiz, aber mit Kindern fanden wir es mehr als unpraktisch. Gerade das Essen wurde zu einem echten Problem (da man nichts zubereiten oder mitnehmen konnte!) und auch in einem Zimmer zu schlafen, war zumindest insofern unentspannt, als das wir uns natürlich abends noch unterhalten und nicht schon um acht das Licht löschen wollten ;-). Hinzu kam, dass die Kinder zwischendrin einfach spielen wollten, vor allem Alva braucht diese Zeiten zur Verarbeitung. Da wir nun aber nicht nur im Hotelzimmer sitzen wollten und vormittags ja auch die Zimmermädchen zum Putzen kamen, war das auch nicht so möglich, wie es das in einem Ferienhaus oder Appartement gewesen wäre. Zuguterletzt haben wir festgestellt, dass wir nicht dafür gemacht sind, getrennt voneinander zu urlauben – jedenfalls jetzt noch nicht. Wir haben unseren Prinzen schmerzlich vermisst und auch die Mädels sagten immer wieder Sätze wie „Ich dachte, der Jona sitzt auch mit im Auto.“ Deswegen haben wir alle beschlossen, dass wir nächstes Jahr ganz unbedingt in den Winterurlaub fahren müssen – alle zusammen! Zumal Alva verkündet hat, sie wolle nun auch endlich Skifahren lernen – wie Conni. Na dann!

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Auf die Piste, fertig los!

Eure Carolin

P.S.: Übrigens waren wir auch letztes Jahr schon mal im Harz zum Schneevergnügen – darüber lest Ihr hier.

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6 Comments

  • Reply
    Claudia Klotz
    24. Januar 2017 at 21:53

    Hallo Carolin, da hattet ihr ja ein paar zauberhafte Tage! Ich liebe diese roten Bäckchen, die Kinder im Winter draußen bekommen! Hotel mit kleinen Kindern find ich auch unentspannt, außer mal so eine Nacht…
    Liebe Grüße
    Claudi

    • Reply
      Carolin Schubert
      26. Januar 2017 at 10:08

      Hihi, ja, das mag ich auch – ich mag da die ganze Zeit reinbeißen ;-).

  • Reply
    Benni
    24. Januar 2017 at 22:00

    Der Beitrag über Goslar kommt passend genau zu DEM tagespolitischen Thema. Denn der Siggi stammt ja aus Goslar!
    Übrigens sehr schöne Fotos, die Du/Ihr gemacht habt. Und den Tipp mit dem Rodelhang werden wir sicher mal ausprobieren, danke!!!

    • Reply
      Carolin Schubert
      26. Januar 2017 at 10:07

      Vielen lieben Dank, Benni! Und ja, macht das mal auf alle Fälle, das lohnt sich, finde ich!

  • Reply
    Tobia | craftaliciousme
    28. Januar 2017 at 19:18

    Hach der Harz und Goslar.
    Da haben wir vor knapp drei Jahren unsere „Schnee“Hochzeit gefeiert und das Torfhaus hatten wir auch in der Auswahl uns dann aber für das malerische Örtchen Hahnenklee (bei Goslar) entschieden. Dort gibt es auch einen Hang und eine Waldrodelbahn. Und einen Dorfteich zum Schlittschuh laufen.
    In der Kaiserplatz haben wir übrigens Ja gesagt und ich finde die lohnt sich auf alle Fälle anzuschauen.
    Wenn du neugierig bist schau mal auf dem Blog vorbei.
    Hab ein schönes Wochenende,
    Tobia

    • Reply
      Carolin Schubert
      28. Januar 2017 at 20:05

      Das klingt ja wirklich nach einer Traum-Hochzeit!!

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