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Das Leben eben

Hallo 2017 – mit einem Funkenregen ins neues Jahr!

theblogbook.eu | 2017 mit Funkenregen

Okay, ich gebe es zu, dieser Post war ganz anders geplant. Wie so oft eigentlich. Und überhaupt: geht das Jahr so los, wie ich es verlassen habe? Nämlich dergestalt, dass meine Pläne, die ich doch so sorgfältig ausgearbeitet hatte, wegen Desorganisation, Zeitmangel, Weltuntergang oder zu wenig Kaffee (ersteres bedingt durch letzteres…) am Ende nichts als gute gemeinte Felder in meinem Planungstool sind? Dass ich meine Blog vernachlässige (obwohl ich das gar nicht will), dass ich meine Sätze mit „Jetzt habe ich mich schon wieder nicht gemeldet“ beginne oder grundsätzlich (zumindest gefühlt) mit all meinen Themen und Texten hinterher hänge? Oder aber…

2016 war für mich (und meine Familie) ein sehr wichtiges Jahr. Die Änderungen, auf die wir mehrere Jahre gewartet haben, trafen auf einmal ein – ganz anders als gedacht und gleichzeitig so passend, wie wir es uns nie erträumt haben. So ist das mit den echten Geschenken! Wir haben einen Ort gefunden, an dem wir uns wirklich zu Hause fühlen, unser beider Arbeitssituation hat sich in einem Maße geordnet, welches uns mit Spannung und Aufregung den neuen Weg beschreiten lässt. Wir sind als Paar nach einer langen Talstrecke auf einem wahnsinnig tollen, gemeinsamen Weg, den wir beide sehr genießen. Und auch als Familie spüren wir große Aufgaben, sehr viel Liebe und Verständnis untereinander und echtes Glück. So gesehen war für mich der Jahresabschied nichts, was ich irgendwie schnell abhaken wollte.

Im letzten Monat las ich immer und immer wieder, dass sehr viele Menschen das letzte Jahr als besonders schlimm und besonders schwarz erlebt haben – sowohl in persönlicher als auch vor allem in sozialer und politischer Hinsicht. Letzteres kann ich so nicht bestätigen. Dass unsere Welt im Argen liegt, das ist unumstritten. Und gerade weltpolitisch kann ich persönlich nur noch für Liebe und Weisheit beten. Aber was mich doch sehr irritiert hat, ist der zunehmend hilflose Umgang mit schlechten Nachrichten jeder Couleur. Mir scheint, es gibt kein Maß mehr, keinen sinnvollen Umgang und keine Unterscheidung mehr, was eigentlich tatsächlich eine schlechte Nachricht ist und vor allem: was sie mit mir macht und wie ich damit umgehen sollte. Wenn ein Schauspieler oder Sänger stirbt, der sein Leben lang keinen besondern gesunden Lebenswandel gepflegt hat, dann ist das sicherlich traurig und vielleicht auch irgendwie eine Vergeudung. Aber dass zum Leben der Tod gehört ist seit Erfindung des ganzen Systems Mensch nun mal der Fall, also auch letztes Jahr und in so einem Fall für mich nicht mal überraschend. Gleichzeitig sind wir ja mit echten Dramen geradezu überschüttet worden, bei denen man manchmal nicht mehr wusste, wie man die Bilder auch nur ansatzweise in seinem Kopf verarbeiten sollte. Wie oft las ich in diesen Zusammenhängen, dass an 2016 endlich ein Haken gehöre. Thema beendet, Akte geschlossen.

Aber genau das halte ich für falsch und deswegen wünsche ich mir und uns allen weite Augen und ein offenes Herz! Einfach den Deckel zu zu klappen führt am Ende nur dazu, dass wir Ende 2017 genau dieselben Sätze schreiben und genau dieselben Fragen stellen. Auch dieses Jahr werden Menschen sterben. Und auch dieses Jahr werden wir Zeuge von Kriegen oder Kriegsnachwehen sein und uns der Herausforderung stellen müssen, wie wir mit diesen Bildern und Nachrichten umgehen wollen. Und genau deswegen wünsche ich mir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem, was wir teilen und weiter sagen. Ich wünsche uns, dass wir uns ermutigen, dass wir Hoffnung verbreiten (denn gerade die brauchen wir!) und auch, dass wir nicht alles ungefiltert teilen. Auch dieses Jahr werden viele gute Dinge geschehen: Abenteuer, Wunder, tolle Erlebnisse, mit denen wir nicht sparen sollten!

Ich bin ein riesiger Freund von guten Vorsätzen und halte gerade den Jahresanfang dafür als perfekt geeignet (obwohl man natürlich immer anfangen kann, is klar!)! Und genau das nehme ich mir vor: mit weisen Augen und viel Nächstenliebe, aber auch sehr klaren Worten und Positionen durchs neue Jahr zu gehen. Ich habe mir vorgenommen, gebündelter Nachrichten zu konsumieren (vor allem NICHT über social media-Kanäle wie Facebook – und obwohl ich da bereits letztes Jahr versucht habe, sehr strickt zu sein, gilt es das noch auszubauen) und Informationen genauso gebündelt oder zumindest durchdacht weiterzugeben. Ich möchte auch weiterhin klare Worte finden, damit es vielleicht dem ein oder anderen hilft, seine Gedanken ordnen zu können. Und ich möchte noch mehr als bisher im Hier und Jetzt sein, das Tempo runter schrauben, ganz bewusst leben. Ich glaube, dass auch das hilft, sich nicht immer so von allem überrannt und damit dann hilflos zu fühlen. So wie ich die letzten Tage, in denen ich immer wieder panisch dachte, dass ich doch schon längst wieder hätte etwas schreiben müssen.

…oder aber: dieser Post ist zwar ganz anders geworden als ich dachte, aber doch genau richtig. Denn er ist so wie ich mir einen Jahresanfang vorstelle: ein kurzes Innehalten und Umschauen, um sich dann mit voller Energie in das neue Jahr und all seine Abenteuer zu stürzen. Und deswegen fand ich auch das Foto so passend. Zuerst dauert es etwas, bis der Funke sich entzündet – doch dann gibt es einen wahren Funkenregen, der alles drumherum erleuchten kann!

In diesem Sinne: ein frohes Jahr 2017 für Euch,

Eure Carolin

 

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10 Comments

  • Reply
    die Sammlerin
    3. Januar 2017 at 19:21

    Hallo Carolin,
    auch ich wünsche Dir ein gutes 2017.
    Das was kommt können wir nicht ändern, wohl aber, wie wir damit umgehen.
    Liebe Grüße
    die Sammlerin

    • Reply
      Carolin Schubert
      3. Januar 2017 at 19:37

      Genau so!

  • Reply
    Nic {luzia pimpinella}
    3. Januar 2017 at 20:02

    Carolin, ich sag’s ja immer wieder… wir sind „two minds alike“… deine ersten Zeilen hätten 1.1 von mir stammen können!
    Und vieles unterschreibe ich komplett und fast wortwörtlich so. Ein wunderbarer, reflektierter Post!

    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein glückliches 2017 und am meisten freue ich mich, dass ihr endlich dort angekommen seid, wo ihr auch wirklich glücklich sein könnt.

    Liebste Grüße
    Nic

    • Reply
      Carolin Schubert
      3. Januar 2017 at 22:35

      Verrückt, was? Aber auch schön <3 Und danke, so ganz echt!! <3

  • Reply
    Ani lorak
    3. Januar 2017 at 22:01

    Auch meine Zustimmung hast Du. Ich denke auch, dass man es nicht ändern kann und ich kann meine Entstellung ändern, umdenken. Innehalten ist gut und je älter ich werde, desto positiver denke ich. …. Dankbarer und zufriedener…. Ich freue mich auf Deine Beiträge. Alles Gute für 2017.

    • Reply
      Carolin Schubert
      3. Januar 2017 at 22:34

      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar und auch für Dich alles Gute im neuen Jahr!

  • Reply
    Kristin
    3. Januar 2017 at 23:35

    Liebe Carolin,
    den Blog Post hast du sehr schön und sehr treffend geschrieben. Danke dafür! Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein gutes Jahr 2017!
    Liebe Grüße, Kristin

    • Reply
      Carolin Schubert
      4. Januar 2017 at 10:40

      Vielen lieben Dank, Kristin!

  • Reply
    Stephie
    4. Januar 2017 at 21:15

    Liebe Carolin, so ehrlich und authentisch, das tut gut! Man tut, was man tun kann, gibt sein Bestes und sollte nicht zu kritisch mit sich selbst ins Gericht gehen – von daher wünsche ich dir ein schönes, frohes und gesundes neues Jahr und freue mich auf deine Beiträge!
    Liebe Grüße

    • Reply
      Carolin Schubert
      13. Januar 2017 at 13:47

      Vielen lieben Dank, Stephie!

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