the blogbook.
Nachgedacht und aufgeschrieben

Wenn sich eine Tür schließt, ist der Weg trotzdem richtig!

So sehr ich Sinnsprüchen und Sprichwörtern ja verfallen bin, so stark hege ich eine Abneigung gegen sie. Diese Ambivalenz wird aus einer penetranten Wahrhaftigkeit dieser Sprüche gespeist, die mir schlichtweg auf die Nerven geht. Will sagen: Aussagen wie „Nach Regen kommt auch Sonnenschein“ oder „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“ sind in so einem starken Maße richtig, dass man im Grunde keine Argumente gegen sie finden kann (dass wir nicht nur regnerisches Wetter haben oder immer vor verschlossenen Türen stehen ist ja ein einfaches Gebot der Logik). Was am Ende nichts anderes heißt, als dass das Jammertal, durch das man so gern einmal schreiten möchte, eine recht rabiate Abkürzung findet. Die Frage ist nun, ob das gut oder schlecht ist.

Für mich ging in den letzten Wochen eine Tür zu, die ich eigentlich lieber offen gehabt hätte. Es war nicht so, dass mich dieses Zuschlagen – um mal im Bild zu bleiben – besonders überrascht hätte. Aber so wirklich damit gerechnet hatte ich am Ende doch nicht, ich wollte eben eher an einen kräftigen Luftzug glauben, der die Tür aufgeschlagen statt zugestoßen hätte. Nun ist ja immer die Frage, wie man mit so einer Situation umgeht. Nach meiner Erfahrung werden dann in der Regel zwei Fragen gestellt:

War das nicht der richtige Weg? und

Ist der Weg jetzt beendet?

Ich jedenfalls kann auf Anhieb ein Dutzend Situationen aus den letzten zwei bis drei Jahren nennen, in denen ich mir genau diese beiden Fragen gestellt habe. Was war jetzt falsch an diesem Weg? Warum war er falsch? Geht es jetzt gar nicht mehr weiter? Und wenn es weiter geht (was es ja tut, das wissen wir aufgrund der oben genannten Logik alle), auf welchem Weg tut es das dann? Und was ist, wenn ich die richtigen Türen nicht finde? Ich habe mir seltsamerweise nie die Frage gestellt, ob die zugeschlagenen Türen nicht grundlegend etwas Positives waren? Nämlich die tatsächliche Verhinderung des falschen Weges!

Meiner Meinung nach besteht eine der großen Lebensherausforderungen darin, den richtigen Weg tatsächlich auch zu gehen. Das ist keine einfach, ja sogar eine höchst komplizierte Angelegenheit. Denn dazu muss man vor allem eins wissen: was dieser Weg eigentlich ist. Genau die Jahre, die ich mit den genannten zwei Fragen verbracht habe, habe ich aus dem gleichen Grund genutzt, um dieses Was und Wie zu beantworten. Und ich bin vor allem zu einer Erkenntnis gekommen: der Weg ist dann der Richtige, wenn er all unsere Begabungen, all das, was uns ausmacht und all das, was wir zu geben haben (ganz global gesprochen) im bestmöglichen Sinn und höchsten Maße beinhaltet. Oder um ein anderes Bild zu verwenden: wir und der rote Faden unseres Weges sind so eng wie möglich miteinander verwoben. Die zugeschlagenen Türen bedeuten dann nämlich nicht, dass uns etwas weg genommen wurde. Wenn der richtige Weg bedeutet, sein eigenes Potenzial voll auszuschöpfen, dann kann eine geschlossene Tür diesen gar nicht einfach so beenden!

Ich möchte nochmal ein anderes Bild bemühen. Wenn man einen Berg überqueren möchte, dann gibt es verschiedene Wege, auf die andere Seite zu gelangen. Nun kann es passieren, dass der direkte Weg nicht passierbar ist – obwohl er zunächst als die beste Alternative erschien. Das bedeutet ja nicht, dass es generell gar keinen Weg mehr gibt. Ganz vor allem anderen aber bedeutet es nicht, dass an unserer Ausrüstung oder unserer Motivation etwas nicht gestimmt hat! Vorausgesetzt, wir haben uns mit dem Besten, was uns zur Verfügung stand, ausgestattet: ändert daran ein unpassierbarer Weg etwas? Eben! Tut er nicht. Und genauso ist es mit verschlossenen Türen.

Es wäre natürlich gelogen, wenn ich behaupten würde, dass mich die Wendung, von der ich oben sprach, völlig kalt oder unberührt gelassen hätte. Hat sie nicht. Aber meine Sorge vor mir selbst, dass ich mich und meinen Weg grundlegend in Frage stellen würde, war unbegründet. In meinem konkreten Fall ist ein bestimmter Abschnitt meines Lebens nun tatsächlich beendet. An meinem Weg an sich hat das aber nichts geändert, es hat nicht geändert, welche Begabungen und Interessen ich habe oder was ich geben und in dieser Welt verändern will. Es hat nicht geändert, was und warum ich etwas kann. Und das ist gut so, richtig gut sogar!

Ich hoffe, ich kann Euch damit Mut machen, Türen, die Euch vor der Nase zugeschlagen werden, zukünftig mit anderen Augen zu betrachten. Genauso, wie ich hoffe, dass Ihr Euch jeden Tag mutig auf die Suche danach macht zu entdecken, was Euer ganz eigener und damit richtiger Weg ist!

Das passt dazu...

33 Comments

  • Reply
    Claudia
    17. November 2016 at 18:13

    Danke! Das du das geschrieben hast. Das habe ich so auch schon häufiger empfunden. Aber es tut gut es noch einmal so zu lesen.

    Liebe Grüße vom Deich
    Claudia

    • Reply
      Carolin Schubert
      17. November 2016 at 19:34

      Das freut mich! Und genau deswegen schreibe ich solche Dinge auf, weil es immer mal wieder gut ist, die Dinge vor Augen zu haben :-).

  • Reply
    Grinsestern
    17. November 2016 at 19:32

    hello meine liebe…
    wie schön geschrieben … und sooooo wahr :-*
    du gehst deinen weg … denn du bist einfach spitze …
    ich drück dich ganz fest …
    knutscher aus dem BERGLAND
    anita
    GrinseStern*com

    • Reply
      Carolin Schubert
      17. November 2016 at 19:33

      Dicken Drücker zurück an Dich :-* :-*

  • Reply
    peggy nötzoldt
    17. November 2016 at 20:06

    Wieder ein tiefsinniger Beitrag auf deinem Blog… der mich (freilich) fragen lässt, was das nun für eine Tür in deinem Leben ist, die sich geschlossen hat.
    Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch – mitunter sogar „blauäugig“ mit Grünstich. Selbst wenn sich Tore verriegeln, glaube ich noch an die Seiteneingangstür… Nicht immer suche ich sie, weil ich inzwischen den Sinn darin entdeckt habe… und den gibt es.
    Ich weiß, dass sich auch auf deiner „Torschluß-Reise“ bald ein neues Gatter sich auftut. Manchmal sind sie sogar mitten auf dem Weg. Was im Grunde genau deinem Text entspricht.
    Ganz liebe Grüße
    Peggy, die das „Türfoto“ ganz traumhaft findet <3

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 11:16

      Vielen lieben Dank für Deine Gedanken zu diesem Thema, ich mag die Seiteneingangstür ;-). Und das Foto: ich versteh Dich, ich hätte nur Türen und Fenster in dieser tollen Stadt fotografieren können – ich muss definitiv noch einmal nach Regensburg reisen!

  • Reply
    Angelika Schmitt
    17. November 2016 at 21:02

    Hallo Carolin,
    ich kenne diese Situation zu gut – ich habe den Weg eingeschlagen (Studium, Abschlussarbeit, Doktorarbeit, Job in der Forschung) aber diese Tür schlägt sich jett (Dank der Bundesregierung und den Gesetzen) jetzt zu (bildlich gesprochen) aber auch ich möchte mich davon nicht entmutigen lassen (was ich auch dir wünsche) und versuche meinen „anderen“ Weg zu gehen – auchwenn dieser Weg vermutlic hder schwierigere und steinigere (bildlich gesprochen) ist. Ich lese deinen Blog mit Freude und finde mich sehr oft dort wieder, obwohl ich oft nicht so offen über diese Dinge schreiben könnte… also, ich drücke dir die Daumen dass sich eine neue oder bisher übersehene Tür öffnet und ddu den richtigen Weg findest 🙂 VG Angelika

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 11:17

      Vielen lieben Dank, Angelika, schön, dass Du als Leserin hier bist! Ich wünsche Dir sehr, dass Du Dich nicht entmutigen lässt, sondern Dich mit viel Energie und Motivation auf die andere Wegstrecke einlassen kannst!

  • Reply
    madebymiri
    17. November 2016 at 22:22

    Wenn die nächste Tür aufgeht ist einem dann plötzlich klar, warum die letzte zuging… Alles wird, wie es sein soll und Du bist der Kracher :-*

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 11:17

      Ja, genau so ist es – Danke, Miri! :-* :-*

  • Reply
    Lillia_flor
    18. November 2016 at 7:11

    Liebe Carolin, dein Post hat mich beinah zu Tränen gerührt! Ich wünsche dir von Herzen den nötigen Mut, um DEINEN Weg weiterzugehen. Du bist ganz besonders! Und du bist nie allein 😊
    Alles Liebe, Heike

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 11:18

      Liebe Heike, vielen Dank für Deine Worte!

  • Reply
    Ani Lorak
    18. November 2016 at 8:30

    Ja – manchmal muss man Dinge aufschreiben, so sortieren sich die Gedanken. Ja – auch ich versuche nicht mit „geschlossenen Türen“ zu hadern, sondern überlege mir, wie es ausschaut, was geht… wer was wofür es gut ist – auch so ein Spruch, der nervt – aber doch was Wahres beinhaltet. Ja – wichtig ist, sich nicht immer komplett in Frage zu stellen – innezuhalten und zu reflektieren ja – nach links und rechts zu schauen, aber man sollte sich nicht immer komplett aus der Bahn werfen lassen. Halte daran fest an Dir!

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 11:18

      Das mache ich, dank Dir!

  • Reply
    Pamela
    18. November 2016 at 10:28

    Und genau so ist es: Du gehst deinen Weg. Verschlungen. Aber, ich bin froh die letzten Jahre daran Anteil zu haben, er geht immer vorwärts.

    Fühl dich umarmt!

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 11:22

      Weißt Du, und ich bin wirklich froh darüber, dass Du immer dabei warst und es auch bleibst :-* :-*

  • Reply
    Tine
    18. November 2016 at 11:04

    Liebe Carolin,
    n toller Text, vielen Dank dafür..irgendwie finde ich mich und mein Leben da auch gerade wieder…2016 war bei uns bisher ein echt beschissenes Jahr, ich bin froh, dass es bald rum ist und dann kommt 2017 mit hoffentlich vielen neuen Möglichkeiten und Erlebnissen!! 😜
    Ich lese so gerne bei dir, du kommst so authentisch u sympathisch rüber!! Und auch deine Insta-Storys sind so echt!! 😝
    Viele liebe Grüße aus MS und n schönes WE, mit hoffentlich inzwischen wieder gesunden Kindern, wir haben hier auch schon wieder n Krankenlager… 🙄
    Tine

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 11:24

      Das wird es bestimmt. Manchmal vielleicht nicht gleich sichtbar – aber ich kenne solche Jahre, in denen man einfach nur hofft, dass sie vorbei gehen. Aber – und das ist auch eine dieser nervigen Weisheiten, die sich immer bewahrheiten – rückblickend kann man erkennen, was man gelernt hat und wo man stärker geworden ist! Das wünsch ich Dir und Deiner Familie!

      Und danke der Nachfrage, wir befinden uns auf dem Weg der Besserung ;-).

  • Reply
    Sabrina
    18. November 2016 at 13:57

    simply ❤️

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 16:09

      <3 :-*

  • Reply
    Danie
    18. November 2016 at 17:09

    😘…man darf sich immer hinterfragen. Aber man darf sich nicht aufhalten lassen. Manchmal muss man erst einige Türen öffnen, um durch die Richtige einzutreten. Du schaffst das. Ich glaub an dich. Fühl dich gedrückt. Liebe Grüße Danie

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. November 2016 at 17:12

      Danie, das hast Du wirklich schön gesagt! Und vielen Dank für Deine Unterstützung!! :-*

  • Reply
    Monika
    20. November 2016 at 9:59

    Liebe Carolin,
    es tut mir leid das zu lesen und hoffe, dass du dich nicht entmutigen lässt. Und auch wenn das schon viele geschrieben haben: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man immer an sich glauben muss, dann geht wieder eine Tür auf und meistens eine an die man vorher nicht gedacht hat.
    Und meistens macht es Sinn!
    Liebe Grüße
    Monika

    • Reply
      Carolin Schubert
      20. November 2016 at 11:21

      Liebe Monika,

      vielen Dank für Deine lieben Worte! Ich stimmte Dir absolut zu – der Blick für neue Möglichkeiten wird und/oder bleibt frei, wenn man das Wesentliche nicht aus den Augen verliert!

  • Reply
    Nic {luzia pimpinella}
    20. November 2016 at 16:13

    „Will sagen: Aussagen wie „Nach Regen kommt auch Sonnenschein“ oder „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“ sind in so einem starken Maße richtig, dass man im Grunde keine Argumente gegen sie finden kann.“

    Das ist ganz genau das, was ich daran dann doch mal… egal ob diese Sprüche abgedroschen scheinen oder nicht …. sie sind eben universelle Weisheiten. Und sie stehen für Optimismus. Und ein gesunder (nicht zu verwechseln mit dem naiven) Optimismus hat noch immer viel Positives hervorgebracht.

    Ich drücke dich.
    Nic

    • Reply
      Carolin Schubert
      20. November 2016 at 17:17

      Ja, das bringt es auf den Punkt: universelle Weisheiten! Und diesen Optimismus will ich mir auf auf alle Fälle bewahren – vielen Dank für Deine lieben Worte! <3

  • Reply
    Antje
    21. November 2016 at 17:29

    Hallo Carolin,
    Danke für Deine Zeilen!
    Ich glaube damit hilfst du jedem ein wenig.
    Mir gefällt Dein Blog sehr gut!

    Viele liebe Grüße aus Dresden
    Antje

    • Reply
      Carolin Schubert
      22. November 2016 at 10:01

      Liebe Antje, vielen Dank für Deine Worte – ich hoffe es sehr! Liebe Grüße nach Dresden zurück, jetzt in der Vorweihnachtszeit ist es ganz besonders schön dort!

  • Reply
    Susn (raxn)
    23. November 2016 at 11:49

    Liebe Carolin,
    ich danke dir für deinen Beitrag! Ich hab ihn inzwischen sogar mehrmals durchgelesen. Du hast mich sehr berührt.
    Ich bin traurig darüber dass die Türe zuging… und gleichzeitig wünsche ich dir von Herzen dass sich andere dafür auftun – und das werden sie, denn ja, die Sprichwörter sind wahr…
    Ich bin sehr froh darüber dass ich dich kennen lernen durfte und ich freue mich sehr darauf dich im nächsten Jahr wieder zu sehen. Ich drück dich!
    Susn

    • Reply
      Carolin Schubert
      23. November 2016 at 12:40

      Liebe Susanne,

      ja, genau so ist es – es sind Wahrheiten, die über viele Generationen weiter getragen und erfahren wurde. Ich blicke sehr gespannt auf das, was so alles kommen wird! Dicken Drücker zurück, ich freu mich auch aufs nächste Jahr!

  • Reply
    Paola
    29. November 2016 at 10:44

    Liebe Caro,
    ursprünglich wollte ich einen anderen Artikel kommentieren, den ich hier neulich gelesen habe, bin dann allerdings an diesem hängen geblieben.
    Auch für mich hat sich gestern eine Tür geschlossen, ziemlich unerwartet und plötzlich.
    Die Ironie daran: ich hatte aktuell daran gedacht, diese Tür selbst zu schließen und mich neu zu ordnen/aufzustellen. Ich wollte allerdings vorher ein paar Dinge regeln, wie man so schön sagt.
    Zunächst war ich etwas beleidigt, dass man mir meine Entscheidung genommen hat, aber nach Gesprächen mit der Familie und guten Freunden fühle ich mich nun richtig befreit.
    Ich hoffe, dass es dir genauso geht/gehen wird und glaube ganz fest daran, dass du viele neue Wege betreten wirst. Du bist so vielfältig talentiert, lass dir da bloß nichts anderes einreden.

    Ich freue mich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr
    Alles Liebe
    Paola

    • Reply
      Carolin Schubert
      29. November 2016 at 11:16

      Ach Paola, das tut mir ehrlich leid, dass eine Entscheidung für Dich getroffen wurde, bei der Du nichts zu sagen hattest – sowas ist immer entmündigend und dadurch verletztend. Aber ich finde es schön, zu welchem Schluss Du gekommen bist und ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, dass es immer auch eine Befreiung bedeuten kann. Ich sehe es ganz genauso und blicke gespannt auf das, was da so kommt! Ich wünsch Dir genau dasselbe und dank Dir sehr für Deinen lieben Zuspruch!

      Ich freu mich genauso auf das Wiedersehen!
      Ganz liebe Grüße an Dich!
      Caro

    Leave a Reply