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DIY

Pinnwand aus alten Hulahoop-Holzreifen

theblogbook.eu | Holzreifen als Pinnwand

Ich habe ein Faible für alte Sportgeräte. Und ich habe keine Ahnung, woher das kommt! Aber ich könnte mir ohne Weiteres unser Haus mit Pauschenpferden, Böcken, alten Sportmatten (die aus Leder!), Medizinbällen und was dergleichen Dinge mehr sind, einrichten – no problems with that! Nicht, dass ich an all diese Dinge besonders positive Erinnerungen knüpfen würde! In diesem Post habe ich ja schon mal erzählt, dass ich eher der Typ „letzter auf der Bank“ war und mich beim Sportunterricht nicht allzu formidabel angestellt habe. Aber wie dem auch sei, die Liebe ist da – und oh Wunder, die Sportgeräte auch. Zumindest in der kleinen Ausführung. Für ein Pauschenpferd hat das Geld bisher nicht gereicht und eine alte Turnbank hätten wir neulich beinahe für ein Taschengeld erstanden – leider wurde sie uns sozusagen unter der Nase weg verkauft. Aber: der Vorteil eines Pädagogen-Ehemannes, der auch schon an Schulen gearbeitet hat, ist eindeutig der: er sitzt (oder saß) an der Quelle. Und so sind wir immerhin im Besitz alter Holzkegel, eines alten Medizinballes und – jetzt kommt’s! – mehrerer alter Holzreifen, auch bekannt als Hulahoop-Reifen. Als mein Mann die anschleppte, hatte ich tatsächlich zunächst überhaupt keinen blassen Schimmer, was ich damit anstellen sollte. Aber egal, klar war – sie mussten mit! Und so standen sie lange Zeit unbeachtet in der Ecke, wurden nach dem Umzug zunächst lieblos in die Garage verfrachtet, bis mir schließlich DIE Idee kam! Von unserem Amsterdam-Wochenende im Juni hatte ich mir drei Rollen Hanfgarn mitgebracht. Auch die lagen seit dem hier so dekorativ im Arbeitszimmer rum, hatten ihre Bestimmung noch nicht gefunden. Zusammen ergeben sie nun das perfekte Team für zwei Pin- oder Moodboards über einem mehr als schönen Schrank. Und mit schön meine ich SCHÖN!

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Neben meiner Liebe zu alten Sportgeräten hege ich eine zweite (okay, eine dritte oder vierte, wenn man den Mann und die Kinder mit zählt…) – die für ausrangierte Möbel, die keiner mehr will. Es ist so. Als Kunsthistoriker mit einer besonderen Liebe zu Möbeldesign, vor allem der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sehe ich natürlich vor meinem inneren Auge all die Schönheiten vergangener Dekaden, die mein Haus bevölkern sollen wollen. Aber tatsächlich landen sie im seltensten Falle bei uns. Das hat zwei Gründe: der erste ist eine Mischung aus wirtschaftlichen Verhältnissen und der Tatsache, dass ich meine Kinder über alles liebe, ihnen aber – wenn es um Designermöbel geht – nicht traue. Ich will aber nicht ständig völlig hysterisch hier herum rennen und Sätze wie „Nimm sofort, SOFORT Deine schokoverschmierten Finger von meinem über alles geliebten UND SEHR WERTVOLLEN VINTAGE Eames Chair“! Ihr versteh evtl., was ich meine. Aber ich kann warten – ich kann ja durchaus geduldig sein, wenn ich will (rede ich mir jedenfalls ein)!

Zweitens habe ich sowas wie ein Helfersyndrom, wenn es um Möbel geht, die auf den ersten Blick so gar nicht mehr hübsch sind, es aber eigentlich sein wollen. Ich kann dann einfach nicht nein sagen – mein Mann übrigens auch nicht. Und so haben wir mittlerweile eine ganz ansehnliche Anzahl an Möbeln, die nicht unbedingt wertvoll, aber alt sind, denen wir neues Leben eingehaucht und ihre innere Schönheit zum Vorschein gebracht haben. (Und manchmal stellt sich heraus, dass die Möbel dann doch wertvoller waren, als wir oder der Vorbesitzer zunächst dachten. Aber das ist eine andere Geschichte…) Ein solches Möbelstück ist jedenfalls dieser Schrank. Leider, leider habe ich kein Foto mehr von seinem ursprünglichen Zustand. Nur so viel: er war hässlich. Und braun. Aber er stammt von der Oma meines Mannes, ist also mit Erinnerungen verbunden. Eine Kur musste er bereits über sich ergehen lassen, aber da wir in unserer alten Wohnung leider nicht so richtig über die räumlichen und werkzeuglichen Mittel verfügten, war es mehr die Katzenwäsche unter den Schönheitskuren. Klar war zunächst gar nicht, wo wir das Schätzchen im neuen Zuhause hinstellen sollen. Nach Wintergarten und Kinderzimmer landete er schließlich hier in meinem Arbeitszimmer.

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Lange habe ich nach einem guten Shop für Kreide- und Kalkfarben gesucht. Fündig wurde ich bei einem holländischen Onlineshop, der sich genau darauf spezialisiert hat. Wir haben mittlerweile schon mehrmals dort bestellt und bisher zwei Labels ausprobiert. Konsistenz und Farbauftrag, die extra matte Optik am Ende … okay, okay, Ihr merkt schon, da geht es ein bisschen mit mir durch! Aber wir beide sind wirklich absolut begeistert und ich kann meine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen! (Und nein, ich werde dafür nicht bezahlt!).

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Falls Ihr auch einen Schrank daheim stehen habt, der laut „streich mich“ schreit und so hübsche neue Griffe haben möchte:

  • wir haben Classico Kreidefarbe von Pure&Original verwendet (bisher unser absoluter Favorit!), hier im Farbton Oxford Blue
  • einen Lederriemen habe ich hier bestellt und anschließend mit einer gut geschliffenen Stoffschere in passende Stücke geschnitten
  • Halbrundschrauben aus dem Baumarkt fixieren die Griffe sehr hübsch und fest am Schrank

Nun war also der perfekte Rahmen für meine Pinnwände geschaffen. Die hängen, wie man sieht, darüber und warten nur darauf, mit allerlei Dingen gefüllt zu werden.

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Und jetzt verrate ich Euch noch schnell, wie Ihr Euch selbst so eine Pinnwand aus Holzreifen gestalten könnt.

Ihr braucht:

  • Holzreifen in der gewünschten Größe; wenn Ihr an keine alten heran kommt, gibt es die auch günstig und neu, zum Beispiele diese bei amazon*
  • Garn; ich habe Hanfgarn von Hemptique* verwendet; funktioniert auch super mit Bäckergarn, beispielsweise von Garn&mehr
  • zum Befestigen an der Wand entweder Schrauben oder Haken
  • eine Säge; ich habe eine japanische genommen, die läuft schön einfach und arbeitet präzise

Jetzt markiert Ihr Euch mit einem weichen Bleistift rings um den Reifen die Stellen für die Schlitze und sägt dort vorsichtig jeweils eine kleine Kerbe hinein. Das ist zugegebenermaßen eine etwas nervige Arbeit, aber macht ordentlich Oberarmmuskeln ;-). Jetzt geht es ans Wickeln. Legt ein Ende der Schnur über einen beliebigen Schlitz und lasst etwas Schnur überstehen! Dann nehmt Ihr das überstehende Stück, haltet es flach aufs Holz und wickelt das Garn einmal drum herum, so dass das überstehende Stück fixiert ist. Und dann arbeitet Ihr Euch von Kerbe zu Kerbe, kreuz und quer über den Reifen, so dass am Ende genug Überschneidungen entstehen, um etwas dazwischen zu klemmen. Ziemlich easy, oder? Und es dauert wirklich nicht lang! Am Ende haben wir zwei kleine Löcher rechts und links durch den Reifen gebohrt und sie an die Wand geschraubt. Man kann sie aber natürlich auch aufhängen!

Ich wünsch Euch ganz viel Spaß beim Werkeln!

Eure Carolin

Ach, und übrigens: das Printable „Home is where the ocean roars, bekommt Ihr bei mir und zwar hier!


*affiliate Link; wenn Ihr über diesen Link bei amazon einkauft, unterstützt Ihr mit einem kleinen Obulus meine Arbeit, ohne, dass es Euch 1 Cent mehr kostet!

Das passt dazu...

3 Comments

  • Reply
    Eclectic Hamilton
    6. Oktober 2016 at 9:26

    WOW. Was für eine tolle Idee. Ich bin begeistert. Sieht wunderschön aus!

    Ganz liebe Grüße
    Ines

  • Reply
    Susanne Berghaus
    6. Oktober 2016 at 11:50

    Oh toll! Werden wir ganz sicher nachbasteln. Danke auch für die tollen Tipps zum Möbel renovieren. Ich lesen dein Blog so gerne!!! Gruß Susanne

  • Reply
    Kathrin
    6. Oktober 2016 at 11:51

    Was für eine coole Idee! Ich liebe nämlich auch Vintage Teile. Leider habe ich auf meinen Flohmarktrundgängen noch nieee alte Holz HulaHoop Reifen entdeckt. Ich kenne dein Blog nur übers Nähen, Recyclen alter Sachen gefällt mir auch sehr gut (wie dein Küchenschrank in mint – nach so einem Schrank schaue ich jetzt auch :).
    Liebe Grüße, Kathrin

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