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Nachgedacht und aufgeschrieben

Ich und der Sport – und warum Holzhacken mein Workout wird

Seit geraumer Zeit stehe ich morgens vorm Spiegel und bekucke ziemlich kritisch meinen etwas aus der Form gegangenen Körper. Nein, ich halte mich nicht für dick, das wäre bei einer Kleidergröße 36 irgendwie auch absurd. Wieviel ich wiege, weiß ich auch nicht – ich besitze keine Waage. Aber so geht das irgendwie nicht mehr. Wenn man sich mit 33 das Kreuz hält, nachdem man vom Boden aufgestanden ist oder tatsächlich nicht mehr aufrecht stehen kann, nur, weil man auf einem etwas härterem Stuhl Platz genommen hat – dann ist doch was so ganz und gar nicht, wie es sein soll. Und wenn der Poppes nur noch in der entsprechenden Verpackung hübsch anzusehen ist oder man beim Hose schließen zu oft die Luft anhalten muss, dann habe ich damit auch ein Problem.

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Keine Sorge, damit ist der Striptease auch schon wieder vorbei. Aber beim Problem bleibe ich trotzdem noch ein Weilchen. Das mit wenigen Worten eigentlich recht schnell umrissen wäre: zu wenig Bewegung, weil sitzende Tätigkeit und zu unausgewogene Ernährung (vor allem zu viel Brot und Schokolade), weil meistens keine rechte Lust, für mich allein zu kochen. Beides kann man ändern, beides kann ich besser – eigentlich.

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Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht gern bewege, aber Sport steht auf meiner Liste der Dinge, die ich wahnsinnig gern tue, nicht gerade auf Platz 1. Also, streng genommen ist er nicht mal unter den Top 10 zu finden. Ich glaube, das liegt daran, dass ich immer von mir dachte, ich sei kein sportlicher Typ. Ich war in der Schule diejenige, die keiner in seine Mannschaft wählen wollte und deswegen immer bis zum Schluss auf der Bank saß. Ich habe mir nicht nur eine Platzwunde beim Fahrrad fahren geholt, sondern auch meinen Knöchel beim Hochsprung angebrochen und schon in der 5. Klasse auf beiden Seiten den Meniskus gezerrt. Ich kann weder Ski fahren, noch snowboarden oder surfen, ich habe erst mit 11 Jahren schwimmen gelernt (ja, trotz diverser Schwimmkurse!), beim Volleyball habe ich grundsätzlich daneben geschlagen und beim Kugelstoßen oder weit werfen… okay, lassen wir das, es ist bemitleidenswert genug ;-).

Im Grunde genommen hat es mich nie weiter gestört, dass ich nicht sportlich bin. Dachte ich zumindest. Ich kann dafür tausend andere Sachen richtig gut! Aber tief im Inneren hat es mich doch immer gekratzt. Ich habe andere für ihre Beweglichkeit, für ihren Mut und diese Lebenslust, die bei der Bewegung entsteht, bewundert. Und auch beneidet. Vor allem für das Körpergefühl, was damit einhergeht; dass man seinem Körper vertraut, dass man genau weiß, wie man sich bewegen, auffangen, abspringen muss.

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Ich habe es zunächst mit klassischen Workouts und einer Mitgliedschaft im Fitnessstudio versucht – aber diese Dinge enden immer gleich – ich höre irgendwann auf. Nach einem Dreivierteljahr habe ich das Fitnessstudio nicht mehr von innen gesehen und auch die DVDs für die Workouts liegen in der Kiste und verstauben mehr oder weniger.

Warum erzähle ich das Ganze nun? Auf keinen Fall, um Euer Mitleid zu erwecken (okay, ein bisschen dürft Ihr haben – aber jetzt ist auch wieder gut ;-)). Ich habe in den letzten Monaten eine ganze Menge gelernt. Und zwar darüber, dass man sein Selbstbild auch nach vielen, vielen Jahren oder Jahrzehnten noch ändern kann. Mein Schlüsselerlebnis hatte ich eines Abends, als ich neben meinem Mann lag und ihm die Ohren voll heulte, dass ich so gern etwas, irgendetwas machen würde, aber mir für jegliche Sportart das Talent oder die Lust fehlen würde (mein Mann ist übrigens sehr, sehr, SEHR sportlich). Er fragte mich, was ich machen MÖCHTE – egal, ob ich es (angeblich) kann oder nicht.

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Erstaunlicherweise kam da eine Liste zusammen, die sich sehen lassen kann und mir wurde eines klar. Mir hatte bisher einfach noch nie jemand die richtige Frage gestellt – mich selbst mit eingenommen! Ich war absolut davon überzeugt, dass Sport und ich nicht zusammen passen, und mein Aufgeben nach einer gewissen Zeit gab mir da Recht. Die Wahrheit ist jedoch – ich habe nicht aufgegeben, weil ich es nicht konnte, sondern weil ich mich langweilte (und wir alle wissen, dass Langeweile nie besonders gut für die Motivation ist). Ich brauche auch beim Sport Abwechslung, ein konkretes Ziel, etwas, was dem Ganzen Sinn gibt. Und damit einher geht dann auch die Lust, etwas Auszuprobieren. Zugegeben: es hilft auch, wenn man jemanden an seiner Seite hat, mit dem man das Ganze teilen kann oder der einen motiviert. Und unter Druck geht bei mir gar nichts – da mache ich innerlich dicht.

Wie bei allem anderen im Leben auch, braucht man für die langfristig (!) erfolgreiche Umsetzung einer Sache den richtigen Blick darauf. Und der sollte weder von Selbstzweifeln, Angst oder Unglauben geprägt sein und auch nicht davon, wie es bei anderen ist. Ich habe angefangen ernst zu nehmen, dass ich laufen wirklich, wirklich, wirklich ! nicht mag und es auch mit der Zeit nicht tun werde. Fahrrad fahren mag ich dafür wahnsinnig gern und habe eine erstaunlich gute Ausdauer. Mein Mann erzählte mit neulich, wieviel Kalorien man beim Holzhacken verlieren würde (tatsächlich ist das eine Tätigkeit, bei der man alle Muskelgruppen unglaublich stark beansprucht – das ersetzt jedes Workout!) – also habe ich mir erst einmal zeigen lassen, wie das alles richtig geht – der Holzstapel im Schuppen ist ab sofort meiner ;-). Vor allem aber habe ich mich endlich selbst ernst genommen. Denn sind wir mal ehrlich: wenn man immer nur über sich denkt, dass man das sowieso nicht kann – mit wieviel Respekt begegnet man sich dann schon selbst?

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Übrigens hat der richtige Blick auf einen selbst auch mit dem Blick in den Spiegel zu tun. Daran arbeite ich zugegebenermaßen noch – aber ich bin zuversichtlich!

Habt es noch fein heute!

Eure Carolin


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Schnitt Sporthose und Hoodie: ki-ba-doo*

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3 Comments

  • Reply
    KreaMino
    28. Juni 2016 at 20:54

    Liebe Caro! Vielen lieben Dank für deinen ehrlichen Post zum Thema Sport! Mir geht es ganz genauso: Ich gehe gerne Schwimmen und Radfahren, aber das Schwimmbad liegt weder auf dem Heimweg noch um die Ecke und das Radfahren kommt leider viel zu kurz. Ich habe heute passenderweise mit einer 90 Tage Challenge begonnen: Fit ohne Geräte. Ich bin sehr gespannt ob ich durchhalte und wie sich meine körperliche Fitness entwickelt!
    Schön, dass Holzhacken nun zu deinem Workout gehört – soll ja auch gut gegen Stress etc, wirken 😉
    Liebe Grüße Dominique

  • Reply
    simone
    28. Juni 2016 at 21:07

    Liebe Carolin,
    vielen Dank für die ehrlichen Worte. Ich habe mich so oft wiedererkannt. Ich brauche auch immer mal wieder was neues, sei es beim Sport oder auch beim Handarbeiten.
    Das mit dem Blick auf sich selbst ist nicht immer leicht. Viel zu schnell macht man sich da was vor. Aber wie du sagst, auch ich bin zuversichtlich.
    Alles Liebe von Simone

  • Reply
    Jana
    30. Juni 2016 at 11:18

    Schicke Sportkleidung! Das ist ja schon mal die halbe Miete beim Sportmachen. Mein absoluter Lieblingssport ist Schwimmen, aber ich fahre auch gern Rad oder gehe wandern. Seit kurzem habe ich einen Hula-Hoop-Reifen (für Erwachsene) und hatte schon viel Spaß bei den Workouts. Denn das sollte tatsächlich das Wichtigste am Sportmachen sein: dass es Spaß bringt!

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