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Immer unterwegs

Ein Wochenende in Amsterdam Teil 1: einmal Atmosphäre schnuppern + airbnb-Tipp!

Etwas mehr als zwei Wochen ist es nun schon wieder her, dass mein Mann und ich ein langes Wochenende nur für uns hatten und das wir in Amsterdam und Umgebung verbrachten. Da wird es doch endlich mal Zeit, Euch Bilder zu zeigen und von unserer Reise zu berichten, oder? Außerdem habe ich einen richtig tollen Tipp für eine airbnb-Unterkunft für Euch dabei.

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Nachdem wir also eigentlich geplant hatten, am Freitagmorgen möglichst früh hier aufzubrechen – Amsterdam ist mit dem Auto von hier in ca. 4 Stunden zu erreichen – entschieden wir an meinem Geburtstag, zwei Tage vor Abreise, bereits Donnerstag loszufahren und noch einen Stopp in Zwolle einzulegen. Wir hatten zwar nicht mehr als einen Nachmittag dort, aber bereits dieser zeigte uns, dass es die absolut richtige Entscheidung war!

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Zwolle ist eine hübsche, eher kleinere ehemalige Festungsstadt, wie man sie in Holland mehrfach findet. Das Wetter meinte es nicht allzu gut mit uns, es war recht frisch und neblig, aber das hielt uns nicht davon ab, durch die Straßen zu schlendern, Cafés und Geschäfte zu entdecken (ganz ehrlich: wie man in Holland nicht permanent pleite sein kann, ist mir ein Rätsel!). Wir hatten keinen Plan, haben uns einfach treiben lassen und landeten schließlich rein zufällig auf einem kleinen Festplatz.

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Wie sich herausstellte, fand an jenem Wochenende das riesige Kulturfestival Zwolle Unlimited statt und wir waren zufällig beim Pre-Opening gelandet, bei dem ein paar Foodtrucks und -stände aufgebaut waren und die Sponsoren verköstigen sollten. Auch wir probierten uns durch den ein oder anderen Stand und bummelten anschließend noch zur großen Bibliothek, die sich in einer entweihten Kathedrale befindet. Dort hätte ich wirklich Stunden zubringen können. Leider spreche ich kein niederländisch, mit Bücher kaufen war also schlecht. Aber dadrin gibt es auch ein hübsches, kleines Café, welches wirklich vielversprechend aussah!

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Übernachtet haben wir übrigens außerhalb (das kommt davon, wenn man einen Tag vorher bucht ;-)), im Businesshotel Mooirivier in Dalfsen. Ein wirklich ziemlich schickes Hotel, dass wir uns nur leisten konnten, weil es mitten in der Woche und außerhalb der Ferien war (und da es eigentlich kein Urlaubshotel ist). Es war wirklich ein bisschen lustig, mit FlipFlops zwischen den ganzen Anzügen und schicken Kostümen herum zu laufen *haha*.

Die Gegend, vor allem in Richtung und ums Ijsselmeer wollen wir auf alle Fälle nochmal genauer und länger erkunden! Auf der Rückreise fuhren wir direkt an der Meeresbucht entlang und hielten für einen spontanen Picknick-Stopp in Urk. Es ist wirklich eine unfassbar schöne Gegend dort!

Aber zurück zu unserem Trip nach Amsterdam, dorthin ging es also am Freitagmorgen. Gleich ein Tipp vornweg, wenn man mit dem Auto anreist: in Amsterdam zu parken macht überhaupt keinen Sinn, nicht zuletzt wegen der horrenden Parkgebühren (30,- Euro oder mehr pro Stunde) und zu allererst, weil man gar keinen Parkplatz findet! Wir hatten im Vorfeld ein wenig recherchiert und stellten unser Auto auf dem P+R-Platz Zeeburg ab. Da zu unserer Unterkunft eine Stellmöglichkeit für unser Auto gehörte, brauchten wir den Parkplatz nur für einen knappen Tag, trotzdem hat es sich absolut gelohnt. Wenn man sich nämlich dann ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kauft, wird das Parkticket  mit eingerechnet. Ich glaube, wir haben alles zusammen nur 6 Euro oder so gezahlt. Genauere Informationen findet man dazu hier.

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Da wir erst abends einchecken konnten, haben wir uns also gleich ins Stadtgetümmel gestürzt. Einen Stadtplan hatten wir übrigens nicht. Wir haben im Vorfeld ein bisschen im Internet recherchiert (Pinterest und der Bloggerwelt sei Dank) und uns ein großartiges Buch gekauft, was ich nur empfehlen kann: den Styleguide Amsterdam. Eat, shop, love it von National Geographic. Dieser „Reiseführer“ konzentriert sich zwar ausschließlich auf die genannten Themen und lässt Kunst und Kultur völlig außen vor, aber bietet dabei eine wirklich schöne Übersicht über die Stadt. Da wir uns eh im Vorfeld vorgenommen hatten, Museen etc. bei unserem ersten Besuch zu ignorieren (was auch die richtige Entscheidung war, da das ganze Wochenende perfektes Sommerwetter herrschte – da wollten wir nichts anderes als draußen sein!), war das genau die richtige Grundlage! Übrigens: wir haben vorher natürlich auch ein bisschen geschaut, in welches Café man gehen sollte, welchen Shop man unbedingt auf seine Liste setzen muss – und dann ganz schnell festgestellt, dass das eigentlich egal ist. Klar, Tipps sind eine feine Sache und ich habe auch für Euch ein paar dabei. Aber wenn man nicht gerade durch die Touristenzentren läuft und die Augen offen hält, entdeckt man beinahe an jeder Ecke etwas Hübsches und das von ganz allein!

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An diesem Freitag haben wir uns also einfach treiben lassen, die Atmosphäre eingesaugt und wirklich unzählige Kilometer zu Fuß zurück gelegt. Zunächst ging es durch das Zentrum der Stadt, entlang der historischen Grachten, alten Häuser und ja, auch durch das Rotlichtviertel (da das mitten im Zentrum liegt, kommt man da nicht dran vorbei). Ich gebe zu, dass es mich schon verstört hat und ich froh war, meinen Kindern nicht erklären zu müssen, warum da so viele Frauen mit nichts oder sehr wenig bekleidet im Schaufenster sitzen… Im Zentrum habe ich auch gleich noch ein wenig Geburtstagsgeld ausgegeben und zwar im wunderschönen Store Hempstory! Alles, was dort angeboten und wirklich wunderschön präsentiert wird, ist aus der Hanfpflanze hergestellt worden. Seifen, Lotionen, Schals, Kleidung, Taschen, ganz tolle Poster – ich war mehr als verzückt und habe mir einen Schal und Garn gegönnt. Und natürlich gab es auch Kaffee – den gibt es dort irgendwie in jedem noch so kleinen Laden! Apropos Hanf – es ist schon merkwürdig, dass man den Geruch von Canabis sofort erkennt, selbst, wenn man noch nie einen Joint geraucht hat! Es riecht einfach eklig :-p.

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Unseren Hunger haben wir dann im De Laatste Kruimel gestillt – ein unglaublich süßes Bistro mit frischen Sandwhiches und Quiches, aber auch anderen Leckereien wie Cookies und Kuchen, direkt neben der Uni (oder zumindest einem Teil davon). Der Laden war wirklich brechend voll, es war laut und durch die Grills auch ziemlich heiß. Aber die Auslage ist eine Augenweide, die Bedienung war unglaublich nett und das Essen köstlich!

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Weiter ging es dann Richtung de 9 Straatjes und de Jordaan. Dort hielten wir uns eigentlich den ganzen Nachmittag auf, bis wir am frühen Abend in unser Quartier eincheckten. Die Atmosphäre dort ist wirklich fantastisch, sehr entspannt und ursprünglich. Es gibt überall kleine Cafés und Bistros und hübsche Läden und man kann an den Grachten entlang schlendern. Hier tummeln sich viele Einheimische und die Touristen dazwischen erkennt man nicht unbedingt, weil sie ebenso wie alle anderen am eigentlichen Stadtleben interessiert sind. Ich glaube, wenn ich wirklich einen Tipp geben würde, dann den einen (der ja aber nicht nur für Amsterdam, sondern für überall gilt): bewegt Euch zu Fuß oder per Fahrrad einfach überall in den Vierteln, in denen die Menschen dort tatsächlich LEBEN! Apropos: man hört oft, dass man Amsterdam per Fahrrad erkunden solle, ich würde sagen: schon, aber! Aber deswegen, weil Fahrrad fahren in Amsterdam (und generell in Holland) nicht mit hier zu vergleichen ist und man durchaus ein wenig Erfahrung mitbringen muss. Zudem kann man für Fotos nicht einfach irgendwo anhalten, das würde in den meisten Fällen wirklich schlimme Unfälle verursachen ;-). Mein Tipp nach diesem ersten Wochenende ist folgender: ein Fahrrad leihen (oder ein eigenes mitbringen) lohnt sich auf alle Fälle für weite Strecken und um sich möglichst einfach durch die Stadt zu bewegen. Aber zum Erkunden und Bummeln, zum Fotografieren und Entdecken sollte man sich einfach ein paar wirklich bequeme Schuhe einpacken und laufen, laufen, laufen. Zugegeben: uns taten nach diesem Wochenende wirklich die Füße weh, aber jeder Kilometer hat sich sowas von gelohnt!

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Im Viertel de Jordaan befindet sich übrigens das Anne Frank-Haus und die Westerkerk – beides sehenswerte Orte, die wir diesmal nur von außen wahr genommen haben, aber definitiv auf der Liste für weitere Besuche stehen. Auch der Noordermarkt soll einen Besuch wert sein – den haben wir allerdings zugunsten eines anderen Marktes „ausfallen“ lassen.

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Wie ich schon sagte: am frühen Abend checkten wir dann in unserer Unterkunft ein, die ich über Airbnb gebucht hatte. Ein absoluter Glücksgriff – und zwar in so ziemlich jeder Hinsicht.

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Das Studio, bestehend aus Schlafzimmer und kleinem Wohnraum nebst Badezimmer befindet sich auf dem sogenannten Java-Eiland, einer kleinen Insel im Ij. Das Ij ist im Grunde eine Art Binnengewässer, welches Amsterdam-City und Amsterdam-Noord voneinander trennt und Richtung Westen durch einen langen Kanal in die Nordsee mündet und Richtung Osten zunächst ins Ijmeer, Markermeer, Ijsselmeer und dann ebenfalls in die Nordsee fließt. Als ehemaliger Wellenbrecher für das östliche Hafengebiet dient die Insel heute Wohnzwecken und ist mit modernen, an die Hafenarchitektur angepassten Wohnhäusern versehen.

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Die Insel ist lang und schmal, extrem dicht besiedelt und hat ein wahnsinnig tolles Flair. Über zwei Brücken gelangt man darauf, sowohl mit dem Auto als auch mit Straßenbahn und Bus. Was uns so begeisterte, war die entspannte und ruhige Atmosphäre, die nicht zuletzt vom Wasser ausging. Nach dem Trubel der Stadt kann man dort richtig aufatmen und ist trotzdem nah genug am Zentrum dran. Auf der dem Wasser zugewandten Seite des Festlandes (was also der Insel gegenüber liegt) befinden sich außerdem ein paar tolle Cafés und Restaurants (u.a. das von Jamie Oliver) und man kann dort im Abendlicht noch am Wasser entlang bummeln und noch etwas trinken. Auch auf der Insel selbst haben wir einen großartigen Interior-Laden entdeckt (leider war da die Urlaubskasse schon leer, das müssen wir uns fürs nächste Mal aufheben ;-)) und, auf den Tipp unseres Hosts hin, unglaublich leckere Croissants bei Neeltje gegessen.

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Apropos Host: Monique, unsere Vermieterin ist eine ganz freundliche, herzliche Frau, die uns mit Tipps und viel Lachen ein perfektes Willkommen bereitete. Das Studio ist wirklich genau perfekt für zwei Personen und bietet alles für einen Kurzurlaub, was man braucht (außer einen Herd, aber das brauchten wir eh nicht!). Hier findet Ihr den direkten Link zum Studio: KLICK.

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Was bleibt mir noch zu sagen? Einerseits hatte ich nach dem Wochenende das Gefühl, dass ich so wahnsinnig viel gesehen habe, dass mir der Schädel platzt und andererseits wusste ich genau, dass das nur ein kleiner Bruchteil war, den wir überhaupt geschafft haben (und wie gesagt: wenn ich Euch auf einer Karte aufzeichnen würde, wo wir überall lang gelaufen sind – wir hätte eine Medaille verdient ;-)). Mich hat unglaublich fasziniert, wie mühelos die Holländer (ja, ich weiß, ich verallgemeinere, aber das war ja nicht mein erster Trip in die Niederlande) ihr Stilgefühl beweisen. Amsterdam scheint mir randvoll zu sein mit großen und kleinen Geschäften, die das Leben in allen erdenklichen Facetten schöner machen – dieses Stilgefühl und diese kreative Atmosphäre empfand ich als absolut ansteckend. Wir hätten am liebsten das Auto bis oben hin voll gepackt mit Schätzen für unser Zuhause. 😀 Ebenfalls auffallend fanden wir dieses entspannte Miteinander: wir schlenderten Sonntag durch die Stadt, es gab kein Geschrei, kein hektisches Durcheinander, überall genoss man die Sonne und das Wochenende. Und überall wurde einem freundlich und aufmerksam begegnet – das hat uns richtig gut gefallen. Als Beispiel: wir waren in einem kleinen Geschäft, die wunderschöne Gummistiefel verkauften (der Kobold braucht neue, hat aber recht stramme Waden und so ist das gar nicht so einfach, ein gutes UND bequemes Modell zu finden). Ich erklärte der Verkäuferin, dass wir für unsere Tochter überlegten, die Schuhe zu kaufen, aber mit der Größe unsicher seien, da unser Kind ja nicht dabei wäre. Meine Erfahrung hierzulande ist folgende: Kaufen sie die Schuhe und lassen sie es sein. Dort nahm die Verkäuferin den Schuh, holte die Einlegesohle heraus und zeichnete sie ab. Dann gab sie mir den Zettel mit den Worten, ich solle zu Hause einfach in Ruhe schauen, ob das passt und ihr sonst eine Email schreiben – sie schickt es mir auch gern nach Deutschland.

Klar, wir wollen auf alle Fälle wieder nach Amsterdam – mit und ohne Kinder, ganz egal! Erzählt mal: ward Ihr schon mal dort, was sind Eure Erfahrungen und Erlebnisse, habt Ihr vielleicht doch den ein oder anderen ultimativen Tipp?

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Euch nehme ich bald auch nochmal mit – denn wir Ihr als aufmerksame Leser sicherlich gemerkt habt, fehlt in meiner Erzählung ja noch der komplette Samstag! Da sind wir mit den Fahrrädern Richtung Norden aufgebrochen und haben dort den perfekten Sommertag verbracht.

Bis bald oder besser tot ziens,

Eure Carolin

Das passt dazu...

2 Comments

  • Reply
    Paleica
    15. Juli 2016 at 10:33

    das sieht alles ganz wudnervoll aus. ich liebe dieses fleckchen europa <3

    • Reply
      Carolin Schubert
      15. Juli 2016 at 11:21

      Vielen Dank! Wir sind auch echt verknallt in diese Stadt und freuen uns auf unseren nächsten Besuch!

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