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Home is where the ocean roars – Tag der Meere

Im Laufe der Jahre meines Erwachsenenlebens ist es mir immer wichtiger geworden, mein Leben ganz bewusst und mit dem Sinn für die Konsequenzen meines Handelns zu gestalten. Das fing noch während des Studiums, als wir unser erstes Kind bekamen, an und hat sich mit jedem weiteren Kind und jeder weiteren Lebensphase gesteigert. Das Verrückte oder wohl eher Logische ist: wenn man einmal angefangen hat, gibt es kein Zurück mehr. Sich bewusst zu machen, woher all die Dinge stammen, die man konsumiert, sensibilisiert einen dergestalt, dass man es irgendwann nicht mehr ausblenden kann. Und das ist gut so! Dasselbe gilt für einen umweltschonenden, fair-ökologischen Lebenswandel. Man muss sich nicht gleich an irgendwelche Tanker ketten oder als Aussteiger im Erdloch wohnen (ja, ich übertreibe, aber beide Beispiele gibt es tatsächlich!), um einen gesunden, grünen Fußabdruck zu hinterlassen. Ich glaube, ich bin nicht unbedingt das, was man eine „Ökotante“ nennt. Wobei, das kommt wohl drauf an, wen man fragt. Für meinen Begriff verbinde ich mit dem, zugegeben politisch eher unkorrekten, Begriff einen bestimmten Typ Mensch in unserer Gesellschaft, der radikal und mit einem gewissen Verzicht verbunden für den Erhalt der Umwelt eintritt. Ich kann das respektieren und auch von solchen Menschen, die sich oft wirklich tiefgreifend mit der Materie auskennen, lernen. Aber ich hab halt einfach noch nie verstanden, warum ein verantwortungsvolles und bewusstes Leben nicht auch stylish und irgendwie unkompliziert sein kann.

Wie ich nun ausgerechnet heute auf das Thema komme? Also, mal abgesehen davon, dass ich mich also in meinem Alltagsleben ziemlich viel mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige, ist heute ganz offiziell der Tag der Meere, weltweit. Da unser Planet nun mal zu überwiegenden Teilen aus Wasser besteht und die Ozeane damit grundlegend zum Erhalt unseres irdischen Daseins beitragen, kann man nicht zu wenig darauf aufmerksam machen, wie es eigentlich um die Weltmeere bestellt ist. Nachlesen kann man das mit ein wenig Recherche im Internet, zum Beispiel bei Greenpeace.

Ich hatte schon immer einen besonderen Draht zum Meer, das habe ich ja immer mal wieder erzählt. Ich habe keine Ahnung, woher das kommt, es ist einfach so: sobald ich am Meer bin, rückt sich alles wieder gerade. Ich bekomme den Kopf frei, kann besser denken und alles sortieren, ich bekomme neue Ideen und neue Motivation. Am Meer zu leben (auch, wenn es das Wattenmeer ist, was sich die Hälfte der Zeit verabschiedet ;-)) war daher ein Lebenstraum, der für mich in Erfüllung gegangen ist. Wenn man jedoch liest, wieviel Müll unseres industriellen Lebens (aus privaten Haushalten, aber auch direkt aus der Industrie) am Ende im Meer landet, wieviele Gebiete überfischt und damit beinahe tot, wieviele Tiere vom Aussterben bedroht sind, dann frage ich mich, wieviel dieser Traum irgendwann nochmal wert sein und ob mein zweiter Lebenstraum – einmal Wale in naura beobachten zu dürfen – sich überhaupt noch umsetzen lassen wird.

Etwas zum Umweltschutz in seinem ganz privaten Umfeld beizutragen, ist wirklich nicht schwer. Also, ganz wirklich nicht. Im Grunde ist das wirklich Schwere daran nur, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und die Bereitschaft mitzubringen, etwas verändern zu wollen. In dem Wissen und dem Wunsch, dass wir unsere schöne Erde auch noch für die nachfolgenden Generationen erhalten wollen. Der Rest ist eigentlich lediglich Verhaltenstraining.

Gestern hat Nic – Ihr wisst ja, dass ich bekennender pimpinella-Fan bin – einen tollen Post mit ganz einfachen praktischen Tipps veröffentlicht, wie man seinen Plastikkonsum verändern und sogar einstellen kann (ganz unbedingt lesen und beherzigen!). Das hat mich gleich nochmal inspiriert, selbst ein paar Tipps zu veröffentlichen, wie man ganz unkompliziert die Umwelt und im besonderen das Wasser im alltäglichen Leben schonen kann (außerdem schreib ich ja so gerne Listen, da konnte ich einfach nicht dran vorbei :-p).

*Kauft kein Wasser! Denn das kommt in Deutschland trinkfertig aus dem Hahn (und ist genau das Gleiche, was sich in den abgefüllten Flaschen befindet – Ausnahmen sind lediglich die Wasser aus Vulkanerde, die gibt es hier in Deutschland natürlich nicht einfach so). Tatsächlich sind die Kontrollen zu unserem Trinkwasser in Deutschland besser als für jedes in Flaschen abgefülltes Mineralwasser (siehe dieser Artikel). Die zugesetzten Mineralien brauchen wir ebenfalls nicht, bei gesunder Ernährung nimmt man genug davon über Lebensmittel auf! Wer Sprudel mag, kann sich einfach ein Sprudelgerät kaufen, das spart nicht nur lästige Schlepperei, sondern auch jede Menge Geld und Müll – die Flaschen, die es dafür gibt, bekommt man nämlich auch aus Glas. Und zuguterletzt: diejenigen, die mit dem Wasserverkauf Ihr Geld verdienen, sind auch die, die den Markt bestimmen, wer überhaupt an Wasser kommt. Dabei sollte es ein Grundrecht für alle Menschen auf dieser Welt sein.

*Beim Wäsche waschen auf Weichspüler und Co. verzichten und nur ökologisch abbaubare Waschmittel verwenden. Mal abgesehen davon, dass Weichspüler nicht nur die Fasern der Wäsche kaputt machen und auch schlecht für die Haut sind (ich weiß, wovon ich spreche!), sind sie einfach nur mies für die Umwelt, weil die Zusätze in der Erde ganz schlecht oder eben überhaupt nicht abgebaut werden können. Beim Waschmittel hat es mich am Anfang schon etwas Überwindung gekostet, von den günstigen Großpackungen auf die Kleinen, eher teuren, dafür ökologisch unbedenklicheren Pakete umzusteigen (wie kaufen das Waschmittel von Frosch oder Ecover). Aber auch das ist, wie alles, eine Sache der Gewohnheit. Auch bei fünf Personen mit einem geringen Einkommen ist das sehr gut möglich. Und auch hier gilt: es ist allemal besser für die Haut. Ein weiterer Schritt wären hier Waschnüsse, da hab ich mich bisher noch nicht ran gewagt.

*Was für die Waschmaschine gilt, setzen wir im Badezimmer fort. Seife kaufen wir nur natürliche aus Schafsmilch, keine Flüssigseife. Das ist tausendmal besser für die Haut (weil es rückfettet) und natürlich auch umweltschonend, weil es keine chemischen Zusätze gibt. Seifen sind längst nicht das harte, kratzige, olle Dingens, was man vielleicht noch in Erinnerung hat. Gute Seife folgt einer sehr langen Tradition, riecht gut und ist meistens noch in hübsche Papiere eingewickelt, mit denen man am Ende noch etwas Kreatives anstellen kann. Seife ist sozusagen ein Erlebnis für alle Sinne!

*Seinen Plastikmüll im Badezimmer kann man dahingehend reduzieren, dass man nicht tausend verschiedene Sachen kauft, die man am Ende eh nicht benutzt, sondern sich fokussiert. Es reicht ein Duschgel, ein Shampoo (Männer brauchen kein eigenes, auf irgendeinen Typ abgestimmtes Shampoo, da sie in der Regel viel häufiger zum Haare schneiden gehen als Frauen (da ist also eh nichts, was ein Shampoo reparieren kann) und auch nicht so eine empfindliche Haut haben (medizinische Ausnahmen sind da natürlich nicht berücksichtigt), Peeling kann man selbst machen (Ihr habt es ja bei Nic gelesen, in vielen wird zerriebenes Plastik zugesetzt) und in der Regel reicht auch eine Kur oder ein Conditioner. Dasselbe gilt natürlich für alle anderen Produkte auch. Braucht man drei Tagescremes und fünf verschiedene Handcremes? Eben!

*Ein Auge auf seinen Wasserverbrauch zu werfen, ist generell eine ziemlich gute Sache. Wieviel und wo benutzen wir es? Wieviel schütten wir weg? Wie lange und oft duschen wir in der Woche? Mal abgesehen davon, dass Wasser ja nicht unbedingt billig ist, tut es mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie verantwortungslos wir in einem reichen Land mit so einer Ressource umgehen, die woanders den Menschen gänzlich versagt bleibt! Das fängt bei laufen lassen an der Küchenspüle an (Ihr wisst schon, bis das Wasser kalt oder warm ist) und geht bis zum mehrmals täglichen Duschen (was wirklich schlecht für die Haut ist!).

Bestimmt sind diese Dinge für viele von Euch nicht neu (und falls doch, dann freut es mich natürlich und ich hoffe sehr, ich konnte Euch dann einen guten Impuls geben), aber auch hier halte ich es wieviele: jeder Schritt zählt!

Noch einmal zum Thema Meer. Für mich ist das Meer ja nun ein Zuhause geworden, tatsächlich, aber auch im übertragenen Sinne (siehe oben). Wenn es Euch auch so geht, dann habe ich noch ein Goodie für Euch, mit dem ich nicht nur einen kleinen (Aufmerksamkeits)-Beitrag zum Thema leisten, sondern mir und Euch auch eine Freude machen will.

theblogbook.eu | Tag der Meere

Ihr habt es ja oben schon auf dem Foto entdeckt: ich habe ein kleines Poster entworfen (Größe A4): home is where the ocean roars. Irgendwie ist damit für mich alles gesagt. Für Euch auch? Mit einem Klick auf das Bild gelangt Ihr zur Datei und könnt sie Euch herunterladen. Natürlich ist es nur für Euren privaten Gebrauch und darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Aber das versteht sich hoffentlich von selbst! Ich wünsch Euch viel Freude damit!

Und nun bin ich auf Eure Meinung zum Thema gespannt! Wie steht Ihr zum Thema Umweltschutz, was tut Ihr für einen grünen Fußabdruck?

Eure Carolin

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7 Comments

  • Reply
    Nic {luzia pimpinella}
    9. Juni 2016 at 20:39

    Ich finde es großartig, dass auch du das Thema aufgegriffen hast, Carolin. Danke dafür. Man kann das alles gar nicht oft genug sagen…

    Liebe Grüße! Nic

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juni 2016 at 7:34

      Das sehe ich ganz genauso! Wichtige Dinge dürfen ruhig immer wieder aufs Tapet! Danke für Deine Inspiration :-*

  • Reply
    Juli
    10. Juni 2016 at 17:46

    Liebe Carolin, danke für den tollen Beitrag zum Thema! Das liegt mir selbst auch sehr am Herzen und ich hab immer das Gefühl, ich mache nicht genug, weil ich mich tatsächlich als Studentin recht begrenzt in meinen Möglichkeiten sehe. Deswegen hat es gut getan, dass ich während des Lesens (fast) alle deine Punkte abhaken konnte bzw. mir dachte, achja, das wollte ich ja auch schon ewig mal ausprobieren. So schlimm ist es um meinen ökologischen Fußabdruck derzeit also gar nicht bestellt. 😉 Ich denke, am wichtigsten ist es, dass man sich der Problematik bewusst ist und schaut, was man selbst mit den seinen persönlich vorhandenen Möglichkeiten anstellen kann. Danke für das tolle Poster, spricht mir aus der Seele! 🙂 Lass es dir gut gehen und liebste Grüße aus Leipzig. 🙂
    (Achso, kurze Frage noch: ist das doppelte „the“ auf dem Poster Absicht?)

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juni 2016 at 19:43

      Das gibt es doch nicht, mir ist das bisher tatsächlich nicht aufgefallen!!! Das ist mir echt peinlich – danke für den Hinweis, das wird umgehend geändert!

      Ansonsten freue ich mich, dass ich Dir eine hilfreiche Anregung geben konnte! Und ich sehe es ganz genau wie Du: das Wichtigste ist die Reflexion des eigenen Verhaltens. Auch kleine Schritte gehen vorwärts!

      • Reply
        Juli
        13. September 2016 at 14:33

        Wird es das „neue“ Poster auch noch zum Download geben? Ich würde es mir soo gerne an die Wand hängen. 🙂

        • Reply
          Carolin Schubert
          13. September 2016 at 14:45

          Geht das nicht? Ich hatte es eigentlich hinter den Link im Text gelegt!

        • Reply
          Carolin Schubert
          13. September 2016 at 14:48

          Tatsächlich – der Link ging ja gar nicht! Also, wirklich! Vielen Dank für Deinen erneuten Hinweis, jetzt musst Du nur aufs Foto klicken und wirst direkt weiter geleitet!

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