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Immer unterwegs

Harz: vom Kaiserweg zu den Rabenklippen

Am Wochenende haben wir endlich mal das gemacht, was wir uns schon seit Jahren vornehmen (aber irgendwie nie geschafft haben – warum bloß???) – wir sind für einen Winterausflug in den Harz gefahren! Das sind von uns gerade mal 30 Minuten Fahrzeit und schon sind wir mittendrin (also nochmal: warum haben wir das nie vorher gemacht???).

Wir hatten keinen wirklichen Plan, wo wir hin wollten, nur eins war klar: Schnee und Schlitten. Wir haben den Kånken voll mit Essen, Punsch und Getränken gepackt, zwei Schlitten in den Kofferraum geworfen und los ging’s. Wir sind bis nach Bad Harzburg gefahren und haben kurzerhand beschlossen, von dort aus zu starten.

Direkt neben der Talstation der Seilbahn, die auf den Burgberg fährt, haben wir noch einen Parkplatz gefunden. Da so viel Schnee lag und es zudem Sonntag war, sind wir natürlich nicht die einzigen gewesen, die die Idee hatten. So musste man eine Weile anstehen und auch am Ausstieg war es zunächst recht wuselig, aber das verlief sich alles in allem ziemlich schnell.

Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns, den Weg Richtung Rabenklippen bis zum Luchsgehege einzuschlagen. Ich gebe zu, wir hatten keine Ahnung, was die Länge des Weges angeht, was uns zum Schluss der Route definitiv zum Verhängnis wurde… Aber der Reihe nach.
Der Weg ist die ganze Zeit gut ausgeschildert und da es sich um eine viel gelaufene Route handelt, trifft man immer wieder auf Weggefährten. Die erste Etappe führt bis zum Molkenhaus. Dort sind die meisten Familien, die wir auf dem Weg getroffen haben, abgebogen, weil man ab dem Molkenhaus fast bis ins Tal hinunter rodeln kann. Da wir aber noch weiter die winterliche Landschaft genießen wollten, entschieden wir uns also dazu, noch ein Stück weiter zu wandern. Der Weg führt dann im Wesentlichen immer bergauf, was mit drei Kindern und zwei Schlitten ein echtes Workout ist ;-). Zu guter Letzt trifft man auf eine breite Forststraße, über die man übrigens auch hoch auf die Klippen wandern bzw. fahren kann.

Die Rabenklippen sind wirklich ein beeindruckender Platz. Wie Ihr auf den Fotos sehen könnt, war das Wetter ziemlich diesig und neblig. Dadurch hat man von den Klippen selbst nicht weit und viel sehen können, aber trotzdem war die ganze Atmosphäre dort einmalig. Auf den Klippen gibt es auch eine Baude, die nicht nur wegen der vielen ausgestopften Tiere und Geweihe an eine Jagdhütte erinnert. Das klingt jetzt vielleicht nicht besonders heimelig, aber tatsächlich ist die Hütte wirklich urig, mit Kaminofen und wirklich gutem, frisch zubereitetem Essen. Das Personal war auch sehr freundlich, dass die Preise natürlich ziemlich gehoben sind, versteht sich für mich aus der Lage und der Tatsache, dass solche Einrichtungen nun mal vom Wandertourismus leben. Leider konnte ich keine Fotos machen, da meine Kamera die ganze Zeit beschlagen war…

Ein besonderer Anreiz liegt in dem Gehege, was sich ein Stück vor den Klippen befindet und Teil eines Auswilderungsprojektes für Luchse im Harz ist. Dort kann man – unter anderem über eine Aussichtsplattform – mehrere Tiere beobachten, gerade auch mit Kindern eine schöne und sehr spannende Sache. Auch hier habe ich leider keine brauchbaren Fotos, denn ich war zu faul, mehrere Objektive mitzunehmen und hatte nur die 50mm Festbrennweite aufgesteckt. Die war dafür nicht allzu brauchbar ;-). Ihr seht: an der Bebilderung meiner on tour-Blogposts (die es in Zukunft hier wesentlich öfter geben wird!) arbeite ich noch ;-).

Zurück sind wir dann einfach der Forststraße gefolgt, erst wieder in Richtung Molkenhaus und von dort dann runter ins Tal zum Baumwipfelpfad, der sich gegenüber der Talstation, an der wir gestartet sind, befindet. Wie oben schon geschrieben, kann man dieses letzte Stück vor allem rodelnd bewältigen. Das klingt natürlich ganz fantastisch, aber war es für uns nicht so ganz. Da wir die Strecke überschätzt hatten, waren die Kinder trotz warmer Kleidung ziemlich durchgefroren und vor allem der Kobold hat die letzten 2,5-3 Kilometer ohne Pause geschrien – da war das rodeln zugegebenermaßen nicht ganz so unterhaltsam. Und da der Boden absolut vereist war, hatte man beim lenken und Spur halten des Schlittens ordentlich zu tun, so dass ich immer noch einen mächtigen Muskelkater in den Oberschenkeln habe.

Es war ein ganz wunderbarer Ausflug (sieht man, wie gesagt, mal davon ab, dass die Kinder wirklich gefroren haben und der Prinz zum Schluss mit dem Schlitten ordentlich auf die Nase gefallen ist und sich eine dicke Lippe geholt hat), wir hatten ohne Ende Schnee und die Landschaft und Stille der Natur haben uns wirklich auftanken lassen. Ich bin nur traurig, dass ich so wenig zum fotografieren gekommen bin, aber da ich meistens einen Schlitten gezogen habe, war das irgendwie schwierig ;-).

Um nochmal an ganz oben anzuknüpfen: ich verstehe wirklich nicht, wieso wir das nicht schon früher gemacht haben (und ja, ich hätte Menge Ausreden, aber das meisten davon ist eben genau das: eine Ausrede). Bleibt nur das feste Vorhaben, dass das nicht die letzte Tour war (egal zu welcher Jahreszeit), denn auch von unserem neuen Zuhause lohnt sich die Anfahrt für ein Wochenende allemal.

Habt noch einen schönen Nachmittag,
Carolin

Das passt dazu...

11 Comments

  • Reply
    Lexxi
    19. Januar 2016 at 14:43

    So wunderschöne Fotos, Carolin!

  • Reply
    Modewerkstatt Heike Tschänsch
    19. Januar 2016 at 15:43

    Hallo Carolin,
    das sind sehr stimmungsvolle Bilder.
    Man sollte sich wahrlich viel öfters zu solch einem Ausflug aufraffen, wenn nur der alte Schweinehund nicht wäre. ;-))
    Liebe Grüße von Heike

    • Reply
      Carolin Schubert
      23. Januar 2016 at 13:07

      Der ist manchmal ein echtes Schwein, der Schweinehund. Aber gut zu überlisten!

  • Reply
    LieseLotteFriedrich
    19. Januar 2016 at 15:56

    Tolle Fotos…Winterreise in klein 🙂
    Liebe Grüße Tanja

  • Reply
    Naebutikk
    20. Januar 2016 at 12:15

    Liebe Caro, das klingt nach einem echt gelungen Familienausflug und ich bewundere ja, dass du überhaupt die Kamera mitgeschleppt hast 🙂 Ich hätte wahrscheinlich drauf verzichtet, zwecks Schlepperei, eventuellen Stürzen usw.
    Und da du vom Fahren und Kofferraum schreibst gehe ich mal davon aus, dass ihr ein neues Auto habt?! Was ist es denn für eins? (wir suchen auch immer mal ein bisschen nach einem anderen)

    LG Katharina

    • Reply
      Carolin Schubert
      23. Januar 2016 at 13:08

      Doch, das muss schon sein. Auch, wenn ich leider keine richtige Tasche habe und das Ding ständig im Weg rumhing :-D.

  • Reply
    Fee ist mein Name
    23. Januar 2016 at 12:43

    Großartige Bilder <3 Jetzt ist meine Schneesehnsucht noch größer…

    • Reply
      Carolin Schubert
      23. Januar 2016 at 13:08

      Vielen Dank!! <3 Hier taut es seit heute auch kräftig.

  • Reply
    L Sabine
    25. Januar 2016 at 8:13

    Liebe Carolin
    Einmal mehr wunderschöne Bilder! Die Gegend ist ja nun mal nicht um die Ecke bei mir. Ich habe es mir aber unter den Lesezeichen gemerkt, wer weiss wann es uns mal in diese Gegend verschlägt…
    Liebe Grüsse
    Sabine

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