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Familie

Filmtipp: Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft! | Und ein paar Gedanken zum filmfähigen Alter…

Am Samstag war ich das allererste Mal mit dem Prinzen zusammen im Kino – das war schon ein denkwürdiges Ereignis! Was sind Herr S. und ich früher – also vor den Kindern (also gefühlt vor Äonen!!) – regelmäßig ins Kino gepilgert. Ich liebe Filme einfach. Nicht alle und auch nicht jedes Genre, aber grundsätzlich bin ich arg verliebt in das mediale Zusammenspiel, mit dem im Film Geschichten erzählt werden. Die Schnitte, die Art, den Text zu sprechen, nicht zu vergessen: die MUSIK! Ich hatte es schon mal irgendwann erzählt: wenn ich noch einmal ganz vorn vorn anfangen könnte (und wesentlich mutiger wäre), dann wäre Regisseur mein Traumberuf!

Aber zurück zum Thema: Kino mit Kind. Wenn ich mich so umschaue (Kindergarten, Schule, andere Kinobesucher) sind wir, was das angeht, die totalen Spätzünder. Mein ältestes Kind ist gerade 8 geworden – da haben andere schon eine meterlange Liste an Pixar-, Disney- und anderen Kinderfilmen vorzuweisen. Aber was soll ich sagen? Unsere Kinder schauen zwar für ihr Leben gern ebenfalls bewegte Bilder an, sind aber alle drei so sensibel, dass der Rapunzel-Disneyfilm zum vierten Geburtstag des Kobold – hier im heimischen Wohnzimmer – von stetem großen Geheule unterbrochen wurde. Selbst der Prinz hat ganz klare Vorstellungen davon, was er noch zu unheimlich findet. Und eigentlich finde ich das gut. Ich habe lange überlegt, ob unsere Kinder (oder wir?) da irgendwie weltfremd sind, ob es vielleicht sogar schaden kann, dass sie so übersensibel reagieren.  Manchmal ist es ja auch ganz schön nervig! Aber was soll ich dagegen tun? Sie permanent mit Dingen konfrontieren, vor denen sie sich fürchten? Das ist ja Unsinn! Momentan denke ich, wir warten einfach ab. Sensibel werden sie immer bleiben (was ja auch völlig in Ordnung ist!), aber sie werden sicherlich einen Umgang damit finden. Ich kann bestimmte Filme auch nicht anschauen (Schindler’s Liste zum Beispiel – die Filmmusik ist grandios und ich habe sie rauf- und runter gehört, aber anschauen kann ich den Film bis heute nicht!) – also ist es wohl irgendwie okay.

Der Prinz war jedenfalls echt aufgeregt, aber es hat ihm großen Spaß gemacht und er hat ungefähr 500 Mal lautstark verkündet, dass er Kino richtig toll findet und wir das unbedingt wiederholen müssen. Am liebsten alle zusammen. Mmh, ich fürchte, das wird wohl noch dauern. Denn Herr S. sollte parallel mit den Mädchen zu Hause ebenfalls „Kino“ veranstalten – mit Popcorn und allem Pipapo. Er hätte sich sogar einen Disneyfilm mit Prinzessin und allem Drumherum angeschaut. Aber das war den Mädchen zu spannend – sie wollten lieber Maus und Elefant :-D.

 Wir haben den Film „Hilfe, ich habe meine Lehrerin angeschaut“ und waren echt begeistert! Die Grundlage dafür ist ein Buch von Sabine Ludwig, welches bereits 2006 erschienen ist. Empfohlen übrigens für Kinder ab 10 Jahre und ich finde, das macht tatsächlich Sinn. Selbst der Prinz mit seinen 8 Jahren und einiger Leseerfahrung hat manche Dinge erfragen müssen. Ich war schon erstaunt, wie viele Kinobesucher da auch kleine Kinder dabei hatten (Kindergarten oder gerade erste Klasse)…

 Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Felix hat noch genau eine Chance auf eine Schulaufnahme, ansonsten heißt es die Stadt verlassen. Dabei gerät er an eine äußerst merkwürdige Schule mit einer mehr als unsympathischen Schuldirektorin. Der erste Schultag nimmt seinen Lauf und Felix will sich in die Clique der coolen Jungs aufnehmen lassen. Die Mutprobe, die er dafür absolvieren soll, endet jedoch nicht wie geplant: statt eines erfolgreichen Einstiegs in das verbotene Lehrerzimmer wird er erwischt und verwünscht aus Versehen seine Lehrerin – sie schrumpft und ist nun fortan auf Felix Hilfe angewiesen. Denn: die Schule soll verkauft und in ein Elite-Internat verwandelt werden. Und das gilt es zu verhindern. Und ganz nebenbei die ungeliebte Frau-Schmitt-Gössenwein wieder auf Normalgröße zu bekommen.

 Der Film ist gut besetzt, lustig und gut verständlich gespielt, die Texte des Drehbuches sind kindesangemessen und trotzdem familiengeeignet (also auch für die Eltern unterhaltsam ;-)). Die Bilder sind wirklich schön umgesetzt. Definitiv ein Film, den man sich anschließend für die Familiensammlung anschaffen kann!

 Das Buch haben wir bisher leider noch nicht, das möchte unbedingt anschaffen und vielleicht sogar auch selber lesen! Sabine Ludwig ist eine wirklich tolle Autorin, die Romane um die außergewöhnliche Miss Braitwhistle kann ich Euch nur ans Herz legen. Die Bücher sind wirklich lustig und unterhaltsam, auf einem hohen Niveau ausgearbeitet (was die Geschichten angeht) und das, was an pädagogisch-kritischen Untertönen mitschwingt, wirklich beachtenswert.

So gesehen ist also mein Film-Tipp gleichzeitig ein Buch-/Autorentipp. Jetzt, wo sich das Wetter doch gerade von seiner usseligsten Seite zeigt, ist ins Kino gehen und sich mit Büchern eindecken genau die richte Beschäftigung, oder?

Eure Carolin

Das passt dazu...

6 Comments

  • Reply
    pipa pocoloco
    12. Januar 2016 at 13:36

    Liebe Carolin,
    Danke für den Tipp. Als ich neulich von einer Freundin gefragt wurde, ob wir mit ins Kino kommen würden um diesen Film anzuschauen habe ich (schon allein wegen des irgendwie schlecht gewählten/übersetzten? Titels) abgesagt.
    Mein Sohn war nämlich auch erst einmal im Kino (Minions auf meinen Wunsch hin ;-)) und ich habe gleich gemerkt, das ist noch too much für ihn.
    Meine zwei sensiblen Seelen vertragen gerade mal so die Maus am Sonntag Vormittag wenn es sich ergibt.
    Neulich kam der kleine Maulwurf dem ist dann der Schneemannfreund im Sommer weggeschmolzen, das mussten wir dann abbrechen weil es für die zwei so traurig war.
    Du siehst also: the same here und ich finde das ebenso wie du, völlig okay.

    Ich schicke dir liebe Grüße
    Paola

    • Reply
      Carolin Schubert
      19. Januar 2016 at 8:06

      Also, der Titel ist einfach das Original vom Buch und beschreibt tatsächlich den Kern des Inhalts. Der Prinz ist am Samstag auf einen Kino-Geburtstag einer Klassenkameradin eingeladen, ich bin sehr gespannt!

  • Reply
    Susi
    12. Januar 2016 at 21:24

    Hier ist es ganz genau so. Die Schnecke ist knapp 5 1/2 und hier geht auch gar nichts aufregendes. Disney-Filme fallen da noch komplett raus, da geht es ja wirklich bei jedem höchst dramatisch zur Sache. Tinkerbell ist bei Filmen das einzige was geht. Am liebsten guckt sie aber nach wie vor Serien wie Barbapapa, Zeo oder Conni. Die sind einfach nullkommagarnicht aufregend.
    Also alles absolut normal. Es sind halt nicht alle Kinder megacoole, "abgebrühte" Draufgänger. Und mir ist das sensible, ehrlich gesagt lieber.

    Liebe Grüße
    Susi

    • Reply
      Carolin Schubert
      19. Januar 2016 at 8:06

      Ich finde es ja auch nicht schlimm, dass meine Kinder so sensibel sind, aber manchmal ist das nicht so einfach in den Alltag zu integrieren, finde ich. Vor allem, wenn alle drei etwas anschauen wollen, man aber nur EINEN Computer hat, vor den man sie setzen kann :-p.

  • Reply
    Jasmin Latossek
    27. November 2016 at 20:09

    Liebe Carolin,

    manchmal, ja manchmal fühlt man sich mit (in manchen Bereichen sehr) sensiblen Kindern tatsächlich weltfremd.
    Aber ich finde es sehr wertvoll und wichtig ein Gespür dafür zu haben, was unseren Kindern wann gut tut und was nicht.
    Medien sind ein großes Thema, schon in der Grundschule, und dem Lehrer zu erklären, warum das Kind nicht mit ins Theater möchte und den Willen des Kindes auch zu akzeptieren, kommt nicht immer gut an und trifft auch nicht immer auf Verständnis.
    Dennoch glaube ich, dass es wichtig ist, das sensible Empfinden unserer Kinder nicht durch ein „ach, alle gehen doch ins Kino“ oder „jetzt sei doch mal mutig“ platt zu wälzen.
    Ich bin immer wieder begeistert zu sehen, wie sich unsere Kinder selber gut einschätzen können und dieses Gefühl zu erleben, das sie selber für sich und ihr Wohlbefinden haben. Denn das ist gut und richtig- und absolut wichtig.

    GOTT segne Dich!

    Liebe Grüsse
    Jasmin

    • Reply
      Carolin Schubert
      29. November 2016 at 11:12

      Liebe Jasmin, vielen Dank für Deinen Kommentar – Du hast absolut Recht und ich kann Dir nur zustimmen!

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