Bloggerlife Das Leben leben

Meine 5 Tipps für einen strukturierten Bloggeralltag

9. Januar 2016

Passend zum Jahresanfang und allen guten und neuen Vorsätzen habe ich die letzten Tage ganz fleißig an meiner Arbeitsstruktur und -organisation gearbeitet. Eigentlich ist das alles keine neue Geschichte, sondern bereits im Laufe des letzten Jahres habe ich mich viel und ausgiebig damit beschäftigt. Aber Ihr kennt den etwas abgedroschenen Spruch: gut Ding will Weile haben. Und auf einmal geht es ganz leicht. Also dachte ich mir, dass ist der perfekte Zeitpunkt, Euch ein wenig darüber zu erzählen und meine Erfahrungen wieder mal in 5 Tipps zu packen, die hoffentlich dem ein oder anderen weiter helfen. (Und jaaaaa, für mich erhöht das auch etwas den Druck, selbst am Ball zu bleiben.)

Ich bin einfach ein Mensch, der Strukturen und gute Organisation über alles liebt. Irgendwie habe ich so einen speziell angelegten Nerv, der angesichts ordentlich eingeräumter Schränke, akkurater Schachtelstapel und grafisch schöner Listen extrem stimuliert wird ;-). Meine Mama hat früher schon immer gesagt, dass es in meinen Schränken stets besonders ordentlich aufgeräumt war (was man vom Drumherum nicht immer behaupten konnte. Aber ich war ein Teenager, also hey!). Nur, was meine Arbeitsorganisation angeht, bin ich irgendwie ein dauerhaft überforderter Fall. Was habe ich nicht schon alles ausprobiert: Systeme, Kalender, Notizbücher, Datenbanken – alles Mögliche, um irgendwie effizienter und übersichtlicher zu arbeiten und das Chaos aus meinem übervollen Kopf zu bekommen.

Da ich sechs Jahre studiert habe und die überwiegende Zeit in irgendeiner Art und Weise selbständig gearbeitet habe, bin ich es seit Jahren gewohnt, mich so zu organisieren, dass am Ende auch eine  halbwegs sinnvolle Arbeitsaufteilung herauskommt. Das kam mir zunächst auch fürs Bloggen zugute, aber da im Laufe der letzten drei Jahre (nächste Woche feiert theblogbook tatsächlich schon den dritten Geburtstag!) das Pensum der Arbeit und auch mein Anspruch daran enorm gestiegen sind, habe ich gemerkt, dass das alles so nicht mehr ausreicht. Vor allem das Planen und Schreiben von Texten gestaltete sich als so umfangreich, dass ich mit meinen bisherigen Mitteln nicht mehr ausreichend zurecht kam. Hinzu gekommen sind Aufträge in Form von bezahlten Posts, Aktionen, an denen ich mich beteilige sowie generell der Veränderung meines Blogs, auf dem ich wesentlich mehr Abwechslung haben wollte (und will). Um eine lange Liste auf den Punkt zu bringen: ich machte mich auf die Suche nach DEM System für mich und habe im Laufe des letzten Jahres also lange und viel recherchiert und probiert. Dabei bin ich auf den Blog von Abby gestoßen. Auf Just a girl an her blog schreibt sie vor allem viel über Organisation und Blogbusiness und ich fand genau die Ideen, die ich gebraucht habe. Aber da ein System immer nur dann genau das richtige ist, wenn es perfekt zu einem selbst und der eigenen Arbeit passt, habe ich angefangen, diese Ideen weiter zu verändern und für mich auszubauen. (Einen Teil davon habe ich Euch übrigens schon mal vorgestellt: als es um den perfekt sortierten Kleiderschrank ging und wie man mit Hilfe einer Kleiderliste und Moodboards die Übersicht behält.) Und mit dem Start des neuen Jahres also habe ich völlig selbstverständlich und unkompliziert anfangen können, in nur zwei Tagen einen ziemlich guten Überblick über die nächsten Monate zu bekommen.

* Zunächst einmal: klärt für Euch, ob Ihr mehr der analoge oder der digitale Typ seid! Das war lange ein schwieriger Punkt für mich, weil es so gute Programme und Datenbanken gibt, mit denen man sich perfekt organisieren kann. Ich habe es immer und immer wieder probiert, nur um nach wenigen Wochen resigniert aufzugeben. Ich bin einfach hoffnungslos dem analogen Schreiben verfallen. Ich brauche Papier und Stift, die Haptik und den Geruch, der von beiden ausstrahlt. Ich brauche Klebezettel und Zeichnungen und das Gefühl, zwischendrin immer mal wieder durch meinen Kalender zu blättern, um auch ja nichts zu vergessen. Ein Tablet besitze ich nicht, meinen Computer will ich nicht immer erst hochfahren, einen Laptop muss ich mir noch kaufen und mein Handy benutze ich zwar – außer zum telefonieren und schreiben – für meine Social Media-Kanäle, aber eben auch nicht für mehr. Das so klar zu benennen hilft enorm, um überhaupt eine grundsätzliche Richtung zu haben.

* Für mich die spannendste Entdeckung auf Abbys Blog war eine Liste, auf der sie ihre Jahresziele einträgt. Die Idee dahinter ist, dass man sich im Anfang eines Jahres (oder zu einem völlig beliebigen Zeitpunkt) so viel vornimmt und am Ende entweder enttäuscht ist, weil man nichts davon geschafft hat oder aber gar nicht mehr genau weiß, was man eigentlich erreicht hat. Gerade im freiberuflichen Bereich (die persönliche Komponente lasse ich heute hier mal außen vor, obwohl das ebenso spannend ist) finde ich so einen Jahresplan, auf dem man seine Ziele notiert, extrem hilfreich. Ich habe das bereits letztes Jahr gemacht und dabei folgende Entdeckungen gemacht: man fängt automatisch an, viel konkreter und übersichtlicher über sich und seine Arbeit nachzudenken, wenn man sie in Zielen formulieren soll. Man bekommt sozusagen selbst nochmal eine neue Ahnung von dem, was man eigentlich so macht (und das ist als Blogger ja nicht immer so ganz leicht zu formulieren. Jedenfalls manchmal…). Außerdem habe ich mir beim ersten Mal viel zu viel vorgenommen, aber das war in Ordnung, denn ich musste das auch erstmal lernen, was realistisch ist. Nicht, dass es gut ist, zu klein zu denken. Aber zu überdimensional große Ziele zu spannen ist ebenso wenig förderlich, weil einen oft allein die schiere Größe lähmt. Gleichzeitig war ich erstaunt, wie viel ich doch geschafft hatte, in manchen Punkten sogar weit mehr, als ich notiert hatte. Gerade ein Punkt war mir enorm wichtig im letzten Jahr und zu sehen, dass ich ihn sogar mehr als erfüllen konnte, hat mich mit Stolz und tiefer Befriedigung erfüllt. Dieses Jahr habe ich weniger große Punkte auf dem Plan, die Unterpunkte und Beschreibungen bleiben weiter sehr konkret. Denn das ist wichtig: Ihr müsst so konkret wie möglich bleiben. Wenn beispielsweise ein großer Punkt Euer Blog ist, dann könnt Ihr in den konkreten Zielen festlegen, was genau Ihr erreichen, was sich verändern soll. Einfach nur „mehr bloggen“ wird zu keinem Ergebnis führen. Das Formular dazu könnt Ihr Euch HIER herunterladen!

* Ich weiß, dass es viele gibt, die einfach dann bloggen, wann es ihnen in den Sinn kommt. Und das ist so lange in Ordnung, so lange das Ergebnis genau dem eigenen Wunsch entspricht; heißt: so lange es Euch überhaupt nicht stört, dass der Blog dadurch vielleicht eher unsortiert oder eben auch völlig unregelmäßig gefüllt wird. Das heißt unter Umständen natürlich auch, dass die Leserzahlen begrenzt bleiben, aber auch das muss ja erstmal per se nicht negativ sein, wenn man nichts anderes möchte. Viele Blogs möchten gern in einem kleinen, eher geschützten und thematisch klar abgegrenzten Rahmen bleiben. Wenn Ihr jedoch gern umfassender bloggen und mehrmals die Woche einen Post veröffentlichen möchtet, dann muss man die Übersicht behalten. Das gilt vor allem für Blogs, die eigentlich verschiedene Themen behandeln und so in der Gefahr stehen, die Abwechslung zu verlieren. Und dabei zählt es nicht, ob Euer Blog Hobby oder Business ist. Auch ein nicht kommerzieller Blog kann super strukturiert, abwechslungsreich und damit gewinnbringend sein. An dieser Stelle kommt ein Blogplaner/Redaktionplan ins Spiel. Die Idee stammt natürlich nicht von mir, jedes Magazin arbeitet so und viele Blogger auch. Ich habe mir meinen eigenen Plan zusammen gestellt, der sich für mich als hilfreich erwiesen hat, passend zu den Jahreszielen. Auch hier könnt Ihr das Dokument HIER herunterladen. Ich arbeite für mich mit einem Monatsplan, den ich ausschließlich für meinen Blog benutze (also nicht für die Aufgaben, die ich sonst in meiner Freiberuflichkeit wahrnehme). Unter dem Punkt „Im Fokus“ trage ich die Dinge ein, die ich im Laufe des Monats unbedingt einplanen muss. Beispielsweise bezahlte Posts oder auch Aktionen, die anstehen und die ich auf keinen Fall vergessen darf (für die es aber noch kein konkretes Datum gibt). Unter „Im Kopf“ ist Platz für Ideen, Themen – einfach Dinge, die wertvollen Platz im Kopf blockieren und mit denen man noch nichts Konkretes anzufangen weiß. Seit diesem Jahr schreibe ich in dieses Feld Stichworte, die mir thematisch zum  jeweiligen Monat einfallen und an denen ich mich ein wenig entlang hangeln will. Die grundsätzliche Idee ist bei so einer Sache das „herunter brechen“ der großen Ziele in kleine, machbare Schritte. Wenn mein Ziel ist, mehr zu bloggen, dann muss ich festlegen, was dieses „Mehr“ beinhaltet. Konkrete To Dos notiere ich mir dann übrigens in meinem Kalender. Ich benutze ein Modell von Leuchtturm1917, bei dem auf der linken Seite die ganze Woche abgebildet und ihr gegenüber auf der rechten Seite eine linierte Notizseite gestellt ist. Für mich persönlich die optimale Aufteilung.

* So ganz ohne digitale Datenbanken komme ich aber auch nicht aus. Gerade Ideen und Themen, die ich für künftige Posts habe, muss ich irgendwo notieren. Auch das habe ich lange analog gemacht und dabei festgestellt, dass das für mich nicht funktioniert. Neben pinterest habe ich mich für evernote entschieden. Das gibt es in einer Basis-Ausführung umsonst und für verschiedene Gebühren kann man diese dann aufstocken. Evernote ist eine ziemlich tolle Erfindung, da man das Programm synchronisiert auf verschiedenen Geräten benutzen kann, es ziemlich einfach zu bedienen ist (und vor allem intuitiv) und man theoretisch seinen kompletten Papierkram damit weg organisieren könnte (es gibt riesige eigene Foren dafür, vor allem in Amerika). Evernote funktioniert auf dem einfachen Prinzip der digitalen Notizbücher, in die man einzelne Notizen legen kann. Hierfür wiederum kann man entweder einfach in die Notizen schreiben, Dokumente einfügen oder mit dem Clipper alles aus dem Netz einfügen, was man sich merken will. Ich habe verschiedene Notizbücher zu Themen (zum Beispiel DIY-Ideen, Textideen für meine Kolumnen etc.) und ein Notizbuch für das Jahr 2016, in dem es wiederum einzelne Notizen zu den Monaten gibt. Dort notiere ich mir, ergänzend zum Blogplaner, was ich in diesem Monat machen könnte, notiere mir nur Gedankenschnipsel oder auch ausführliche Ideen und Projekte. Bisher habe ich wie gesagt das Programm nur in seiner kostenlosen Basis-Ausführung benutzt und befinde mich da noch am Anfang. Aber ich bin wirklich begeistert, wie viel Potenzial das Ganze hat und dabei trotzdem einfach und übersichtlich bleibt.

* Ich hege eine extrem große Leidenschaft für Notizbücher. Echt wahr, ich habe eine ordentliche Sammlung davon überall verteilt. Ich habe ein Skizzenbuch, ein Buch für Texte, eins, in dem ich Sachen rund um meinen Blog aufschreibe, ein kleines Heft für To Do-Listen und ungefähr noch hundert weitere leere oder auch angefangene Exemplare. Manchmal nervt es mich selbst und widerspricht meinem Organisationssinn. Aber gleichzeitig spricht es auch einfach eine Seite in mir an, die mich inspiriert. Und zu guter letzt finde ich es einfach schön. Und genau das ist mein Punkt. Umgebt Euch mit schönen Dingen, auch beim Bloggen. Wenn ihr am Laptop schreibt, dann sucht Euch einen Platz, an dem Ihr eine schöne Aussicht (auf was auch immer) habt. Es gibt schöne Stifte, schöne Papiere, schöne Ordner und Tischorganizer, selbst schöne Tastaturen. Ich hege die tiefe Überzeugung, dass eine schöne Umgebung unseren Geist beeinflusst. Und da Bloggen nun mal maßgeblich an uns selbst hängt, sollte dieser Einfluss doch so positiv wie möglich sein, richtig?

Hui, da ist aber eine ganze Menge zusammen gekommen! Jetzt bin ich sehr gespannt, was Ihr dazu sagt, ergänzt, kommentiert!

Ich möchte Euch zum Schluss noch diese Links zum Thema ans Herz legen:

Bine von was eigenes hat letztes Jahr in einem Post ausführlich über die Gründe für einen Blog-Redaktionsplan geschrieben.

Hier geht es zu zu Abbys Blog Just a girl and her blog. Nicht alle Posts sind mein Fall, aber es lohnt sich wirklich, mit einer Tasse Tee oder Kaffee in der Hand durch all ihre Organizing-Posts zu scrollen!

Auf der pinterest-Seite der blogst-Mädels Ricarda und Clara lohnt es sich ja generell, sich umzuschauen. Vor allem, wenn man auf der Suche nach schönen Blogplanern ist, denn dafür gibt es ein ganz eigenes Board!

Ich wünsch Euch ein fantastisches Wochenende mit hoffentlich viel Sonnenschein! Wir mussten unseren geplanten Berlin-Ausflug aufgrund des Wetters leider verschieben, dafür gehe ich heute mit dem Prinzen das erste Mal ins Kino – ich werde berichten!

Liebe Grüße,

Eure Carolin

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8 Comments

  • Reply Eclectic Hamilton 10. Januar 2016 at 16:46

    Danke für die tollen Einblicke in deinen Blogalltag. Finde ich immer besonders interessant. Ich habe mich dieses Jahr auch für einen anderen Kalender entschieden, in dem ich viel mehr eintragen und planen kann. Ich bin da auch der haptische Typ!

    Greetings & Love
    Ines

    • Reply Carolin Schubert 11. Januar 2016 at 8:25

      Das freut mich zu hören! Ich habe übrigens auch lange nach DEM passenden Kalender gesucht und schon viel ausprobiert. Mal sehen, wie es mit diesem am Ende von 2016 aussieht :-D.

  • Reply Petra 10. Januar 2016 at 18:54

    Vielen Dank für die vielen Tipps und den Einblick in deinen Blogalltag.
    Das Programm Evernote wird hier auch genutzt und benutzt. Mein Mann hat mir das schon lange ans Herz gelegt und inzwischen finde ich es auch richtig super.
    Liebe Grüße
    Petra

    • Reply Carolin Schubert 11. Januar 2016 at 8:26

      Sehr gern!
      Ja, es ist total verrückt, was man da machen kann. In dem amerikanischen Blog, den ich oben aufgeführt habe, gibt es eigene Posts nur zu Evernote und wie man da seinen kompletten Papierkram unterbringen kann!

  • Reply Bine | was eigenes 11. Januar 2016 at 5:34

    Wow- toller Artikel! Danke für die vielen Einblicke in Deine Blog-Orga.
    Und danke für den Link zu meinem Post und zu Abbys Blog. Den werde
    ich mir gleich ansehen.
    Ich mache es ähnlich wie Du. Evernote ist nicht meins, aber Wunderlist
    mein Redaktionsplan, mein Notizbuch… das sind drei Dinge, die ich
    nutze, um mich zu organisieren!
    Alles Gute für 2016! Bine

    • Reply Carolin Schubert 11. Januar 2016 at 8:28

      Bine, vielen Dank – das freut mich echt! Ich glaube, der Blog ist durchaus was für Dich, er bietet wirklich spannende Ideen zur Organisation!

      Wunderlist hatte ich tatsächlich auch mal, aber da bin ich (warum auch immer) nicht richtig rein gekommen und habe es wieder gelöscht – ich bin da echt ein hoffnungsloser Fall :-D.

  • Reply sunshinesew 11. Januar 2016 at 19:01

    oh ja, evernote ist toll 🙂 (nutze ich parallel zu trello) und mittlerweile lager ich immer mehr dinge aus: unsere rezepte, informative seiten aus zeitschriften, alles rund um familienorganisation etc….

    ansonsten führe ich viele sachen auch gerne analog (mein bullet journal ist mein täglicher begleiter)
    leider leider gibt es so viele tolle ideen rund ums thema organisation, da muss man echt aufpassen, dass man sich dann nicht irgendwann verrennt….

    liebe grüße
    tina

  • Reply Vera 18. Januar 2016 at 21:21

    Mit Interesse habe ich den Beitrag gelesen, denn ich gehöre zu den Bloggerinnen,die spontan schreiben.Ich sehe, höre oder lese etwas und dann fällt mir etwas dazu ein. Häufig ergeben sich aus einem Thema dann neue Ideen.Aber für terminabhängige Themen oder Ideen könnte ich mir das für mich vorstellen. Ich werde es einmal ausprobieren.

    Liebe Grüße
    Vera

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