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Nicht von der Stange

Festliches Kleid mit Spitzeneinsätzen – Tutorial zum Schnitt Basic Winterkleid von ki-ba-doo

Gestern hatte ich es ja schon angekündigt und auf Instagram konntet Ihr einen ersten Einblick erhaschen: und zwar auf mein Weihnachtskleid. Ich war nämlich der Meinung, ein wenig sexy Verpackung würde mir mal ganz gut tun – haha.

Ich bin ja nicht so der Kleidertyp, ich habe es schon mehrmals erwähnt und am allerschlimmsten sind feine, dünne Strumpfhosen, die man dann drunter ziehen muss. Ich kann es rational nicht erklären – aber ich finde die Dinger echt eklig unangenehm. Und wenn man dann noch ein extra schickes und teures Teil kauft, was einem dann gerade Mal bis zur Mitte des Oberschenkels reicht… Naja, lassen wir das. Nur so viel: das sexy Feeling hatte sich zwischenzeitlich auf eine Südseeinsel verabschiedet.

Zurück zum Kleid. Sexy sollte es also sein und gleichzeitig festlich genug, dass ich es zu Weihnachten tragen könnte. Schnitttechnisch musste ich nicht lang überlegen, da kam das Basic Winterkleid von ki-ba-doo* mit seiner taillierten Teilung wie gerufen! Und als ich dann mit Claudia über Spitzeneinsätze sprach, war die Sache geritzt ;-). Werbung*

Ich habe mir also den Schnitt geschnappt und eine Weile hin- und her überlegt, wie sich das ganze am besten anstellen ließe. Zunächst habe ich mit einem ganz tief ausgeschnittenen Rücken geliebäugelt. Aber dafür habe ich schlicht und ergreifend nicht die richtige Figur. Dann dachte ich an eine große Raute im Rücken (die Idee finde ich auch immer noch gut!), zuguterletzt bin ich jedoch bei kleineren Einsätzen hinten und vorn hängen geblieben. Und wenn Ihr Euch auch so ein Kleid nähen wollt (oder zumindest ein ähnliches, das Prinzip ist ja grundsätzlich immer das Gleiche), dann hoffe ich, hilft Euch folgende Anleitung weiter.

Und so geht’s!

Material:

  • Stoff fürs Kleid
  • elastische Spitze; ich habe sie mir hier vor Ort beim Händler besorgt, aber die gibt es auch gut in verschiedenen Online-Shops. Wichtig ist, dass sie mindestens querelastisch ist, weil sie sonst einfach beim Tragen reißt.
  • Folie oder Papier zum Abzeichnen

Vorbereitungen

Zunächst zeichnet Ihr Euch alle Schnittteile ab oder schneidet sie aus. Dann nehmt Ihr Euch Vorder- und Rückteil zu Hand.

Grundsätzlich könnt Ihr natürlich einfach einzeichnen, was oder wie Ihr es am Ende haben wollt. Ich war dieses Mal nicht ganz so frei Hand, sondern habe nur mit Teilen des Schnittes gearbeitet.

Und zwar nehmt Ihr hierfür einmal den Beleg für hinten und einmal den für einen V-Ausschnitt vorn zur Hand und positioniert genau über Vorder- und Rückteil.

Da ich meinen Schnitt nicht zerteilen wollen, habe ich im dritten Schritt wieder eine Folie drüber gelegt und den Einsatz vorn und hinten abgezeichnet.

Nähen

Nun nehmt Ihr Euch Euren Stoff und schneidet Vorder- und Rückteil gemäß Schnitt zu (den Tropfenausschnitt habe ich beim Rückteil einfach weggelassen und die gesamte Bruchlinie gelassen), legt Euch die Schablonen für die Einsätze auf und schneidet sie aus. Ihr solltet keine Nahtzugabe berechnen, sondern direkt an der Linie schneiden. Die selben Teile schneidet Ihr nun auch aus der Spitze zu. Achtung: hier eine Nahtzugabe hinzugeben. Auch die Ärmel habe ich bei diesem Kleid aus der Spitze gearbeitet.

Nachdem Ihr alles zugeschnitten habt, fangt Ihr mit den Einsätzen an. Hierfür unbedingt Nadeln oder Clips bereitlegen! Ihr legt die Schnittteile glatt vor Euch hin und fangt jeweils in der Spitze bzw. untersten Kurve an, die Spitze rechts auf rechts an den Stoff zu stecken. Es ist zwar eine etwas „fummelige“ Arbeit, aber je genauer man dabei vorgeht, umso schöner sieht es am Ende aus! Wenn Ihr alles gesteckt habt, näht Ihr die Spitze ein. Nehmt dafür die normale Nähmaschine und einen elastischen Stich. (Ich habe es beides mit der Overlock genäht und rate davon ab – vor allem das Rückteil wird mit einer Nähmaschine einfach sauberer und man braucht am Ende keine Schleife aufzunähen, um zu kaschieren, dass man geschludert hat ;-)). Fangt am besten immer von der Mitte aus an, so schiebt sich der Stoff nach außen und sollte etwas überstehen, wird das durch das Schließen der Schulternähte verarbeitet. Falten in der Mitte bekommt man hingegen schlecht raus ;-).

Wenn Ihr alles eingenäht habt, geht es ans Bügeln. Achtung: die meisten modernen Spitzen sind aus Kunstfasern gearbeitet, was bedeutet, dass sie unter der Hitze des Bügeleisens schmelzen! Am besten schaltet man die Temperatur runter und bügelt ohne Dampf! Ihr bügelt die Nahtzugabe alle schön nach innen und presst die Kanten mit dem Bügeleisen in Form. Ich wollte auf keinen Fall Steppnähte außen haben, das sieht nicht so elegant aus – deswegen sollte man besonders sorgfältig bügeln.

Nun wird das Kleid gemäß Anleitung zusammen genäht.

Zum Schluss wird gesäumt. Am besten testet Ihr vorher auf einem Stück, wie sich die Spitze verhält. Bei mir hat es gereicht, dass ich nur mit der Overlock versäubert habe. Die Spitze hat sich ganz arg zusammen gezogen, so dass diese kleinen schwarzen Rändern entstanden sind. Das müsst Ihr am besten ausprobieren, was Euch gefällt. Den Rocksaum habe ich mit einem Zickzack-Stich umgenäht, was mir im Nachhinein nicht ganz so gut gefällt. Ein blinder Saum wäre hier wesentlich sauberer und schöner (da hat mir aber das passende Garn gefehlt).

Ich hoffe sehr, ich konnte Euch eine gute Anregung geben, bis Weihnachten und Silvester sind es ja noch ein paar Tage :-). Wenn Ihr ein Kleid nach dieser Idee genäht habt, dann verlinkt es gern auf Facebook oder hier in den Kommentaren!

Eure Carolin

Das passt dazu...

4 Comments

  • Reply
    :: stoffbüro ::
    15. Dezember 2015 at 10:26

    Ein wirklich hinreißendes Kleid hast Du da gezaubert – festlich, schlicht, und besonders, in der Kombination aus zwei reizvollen Materialien und schönen Linien!

    Liebe Grüße
    Catrin

  • Reply
    Monika Küstner
    15. Dezember 2015 at 18:13

    Wow, das Kleid ist wirklich toll geworden. Die Farbkombi steht dir sehr gut. An Spitze habe ich mich bisher nicht rangetraut, doch bei deiner Umsetzung könnte ich wirklich schwach werden und es selbst auch mal versuchen.
    Herzliche Grüße
    Monika

  • Reply
    dörte
    17. Dezember 2015 at 20:49

    Wow schick!! Superschick!

    feierliche Grüße
    dörte

  • Reply
    Frau S Punkt
    27. Januar 2016 at 13:05

    Vielen lieben Dank für dein Tutorial. Ich möchte das schon lange ausprobieren und nun bin ich sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird. 🙂 Spitzenakzente machen schon so einiges her.
    Viele liebe Grüße
    Susen

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