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Familie

Über Geburtstagscollagen und nicht bloggoreske Geschenkideen

Am Samstag ist es wieder soweit, mein kleiner Kobold hat Geburtstag. Vier Jahre wird sie nun schon – und jedes Jahr denke ich wieder: wo ist nur die Zeit geblieben? Wie kann mein kleines süßes Mädchen, dass nicht krabbeln wollte und stattdessen die Eskimorolle zur Perfektion entwickelte, nur auf einmal mit so großen Schritten die Welt entdecken?

Ja, ich gebe es zu, ich werde am Geburtstag meiner Kinder jedes Jahr wieder schrecklich sentimental. Und ja, ich gehöre auch zu den Müttern, die sich ab und zu mal wünschten, die Zeit zurück drehen zu können. Nicht, weil ich das Jetzt nicht genießen kann, das kann ich sogar sehr – und jede Zeit hat unbestritten ihre wunderbaren und einzigartigen Seiten. Eine Freundin sagte mir aber einmal, dass es wie ein endgültiger Abschied ist, wenn die Kleinen keine Babys, keine Kleinkinder mehr sind. Und das ist wahr! Kinder verändern sich so rasend schnell und in so einer Intensität, dass man das Gefühl hat, jedes halbe Jahr steht ein ganz anderer Mensch vor einem. Und manchmal, da möchte ich eben nochmal den Babyduft riechen und meine Würmchen den ganzen Tag im Tuch oder in der Trage vor meinem Bauch haben… Gut, vielleicht nicht den GANZEN Tag – naja, Ihr wisst schon, wie ich’s meine.

Wie dem auch sei: mein kleines Baby, mein „Nesthäkchen“, ist keins mehr und das bedeutet auch bei der Geschenkeauswahl, dass es nicht mehr ganz so einfach ist. Die Ansprüche auf beiden Seiten steigen. Ich bewundere ja immer andere Eltern und/oder Blogger, die, wenn sich die Geburt ihrer Sprösslinge jährt, eine wahnsinnig tolle und stylish ausgewogene Übersicht der Geschenkideen präsentieren. Und ich weiß: der Satz hört sich jetzt etwas ironisch an – ich meine es aber tatsächlich ernst! Wie machen die das? Seitdem ich beinahe 8 Jahre Mutter bin, gebe ich mir Mühe, ausgewogen, und liebevoll zu schenken. Und auch, wenn das Budget oft sehr gering war, so hab ich dann versucht, wenigstens was selbst zu machen. Ich habe stets Merchandise-Artikel vermieden, habe geschaut, ob die Spielsachen hochwertig und/oder unbedenklich sind und sich einer gewissen Nachhaltigkeit erfreuen. Und trotzdem hab ich irgendwie nie das Gefühl, dass ich rechtzeitig vorbereitet bin (bin ich wirklich oft nicht) oder das die Geschenke eine wahnsinnig tolle Collage ergeben würden. Gut, der mini kanken von Fjäll Räven in stylishem peach pink (den ich aus Versehen in groß bestellt habe und nun per express nochmal neu ordern musste… grrrrr!) würde sich definitiv ganz gut machen, sicherlich auch noch die Bastelsets von djeco und vielleicht sogar das Hammerspiel von HABA. Beim Freundebuch derselben Marke ließe sich dann wohl eine grafisch wirklich ansprechende Alternative bei dawanda und Co. finden (tut es tatsächlich, zum Beispiel bei Frau Ottilie und ich könnte mir in den Hintern beißen, dass ich einfach nicht rechtzeitig angefangen habe mit dem Geschenke-Shopping) und auch die Knetbäckerei ist aus schnödem Plastik und nur mäßig fotogen. Der blogger-mäßige Supergau wären dann aber sicherlich die zwei Heldinnen eines hier sehr beliebten Disney-Films in Puppenform (ich möchte anmerken: der Film wurde genau 1x bisher angesehen und das auch nur mit elterlicher Unterstützung, weil er sonst zu spannend gewesen wäre!) – die Funktion bei Photoshop kenne ich nicht, die aus türkis-blauem Gummiplastik mit Kleid etwas „in schön“ machen kann.

Aber wenn sich der Kobold doch seit Wochen sehnlichst „eine Prinzessin ohne Krone“ zum spielen wünscht? Wenn jeder blaue Haargummi, jeder geflochtene Zopf und der türkis farbene Nagellack von Mama aussehen „wie Elsa“? Und wenn doch der Kobold nichts lieber tut, als stundenlang Erdbeerkuchen und Fleisch mit scharfer Sauce (durfte ich erst vor zwei Tagen probieren!) zu kneten?

Klar, als gute Mutter, die ich nun mal bin, geht die Erfüllung von Herzenswünschen vor perfektem Styling, als gute Bloggerin, die ich sein will, tut es mir ein bisschen weh, auf so eine schicke Collage verzichten zu müssen. Ein Schmerz, den ich ganz gut verkraften kann, keine Sorge. Aber irgendwo muss ich ja mal ein bisschen rumjammern, oder? Also tu ich das mal hier.

Geschenke sind mir wichtig, sehr sogar. Nicht unbedingt ihr materieller Wert, aber die Zuneigung, die Aufmerksamkeit, das Kennen des anderen, das dadurch gezeigt wird. Geschenke sind meine Sprache der Liebe (Anmerkung an mich: über dieses grandiose Buch sollte dringend mal ein Post geschrieben werden!) – sowohl beim geben als auch beim bekommen. Ich hoffe, dass wir dem Kobold mit dem, was wir ihr schenken, zeigen können, dass wir ihr zugehört und ihre Wünsche ernst genommen haben, auch sie auch so gut kennen, dass manche Geschenke die richtigen sind, auch, wenn sie nicht auf dem Wunschzettel stehen. Auf dem lilelstoff-Festival vor ein paar Wochen hatte ich die große Ehre, Emma von frühstück bei emma persönlich kennen zu lernen. Ehre deswegen, weil sie eine Frau mit einem sehr beeindruckenden Wesen ist. Wir sprachen – warum auch immer 😀 – über die Tradition der Weihnachtsgaben und sie erzählte mir davon, wie bei ihren Kindern das Christkind die Geschenke auswählt; nämlich danach, ob es das eine Geschenk ist, was das Kind auch auf lange Sicht glücklich machen wird und was ihm zeigt, dass es genau gekannt und verstanden wird. Das hat mich sehr beeindruckt und ist mir nach gegangen. Ich finde das einen ganz wunderbaren Anspruch an das Schenken als Liebesbeweis. Wer weiß, vielleicht bekomme ich das sogar irgendwann nochmal auf eine Collage. Und wenn nicht, dann ist es hoffentlich auch nicht schlimm. Bis dahin zeige ich eben das Kind. Das, was ich liebe und was so schnell groß wird und was so gern eine Ballerina sein und einen Kindertanzkurs besuchen möchte; was spielen als Strafe empfindet und am liebsten jeden Tag ein neues Kleid aus dem Schrank holen will; was so sehr nach Kobold riecht und richtig dreckig lachen kann, wenn man es kitzelt.

Was ich übrigens noch nie zum Geburtstag gemacht habe, ist ein Geburtstagsshirt oder -kleid zu nähen (also mit der jeweiligen Zahl drauf). Bis heute werde ich irgendwie nicht warm mit dieser Tradition, keine Ahnung, warum. Generell mag ich ungern Kleidung verschenken, weil ich die Kindern ja auch sonst benähe und ihren Kleiderschrank fülle. Aber ich überlege ernsthaft, mich noch an ein Kleid zu setzen. Mit einer kleinen Ballerina vorn drauf – die ein bisschen aussieht wie eine Prinzessin, nur ohne Krone.

Eure Carolin


Der Stoff Kappe und Wolle nach einem Design von Jasmin Lange | Nähwahna ist erhältlich über lillestoff *Werbung*

Schnitt: minikrea T-Shirtkleid 30003, mit Abwandlungen, ebenfalls erhältlich über lillestoff

Schuhe: Kavat

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12 Comments

  • Reply
    Susann Scholz
    15. Oktober 2015 at 18:50

    Das hast du wirklich toll geschrieben. Vielen Dank für die Anregungen – auf jeden Fall wert, dass man darüber nachdenkt… und so weit ist es ja gar nicht mehr bis Weihnachten…

    Ich wünsche deinem Kobold aber auch euch als Familie einen unvergesslichen Geburtstag.
    VG Susann

    • Reply
      Carolin Schubert
      16. Oktober 2015 at 9:53

      Dankeschön! Und ich freu mich immer, wenn andere etwas mitnehmen konnten. 🙂

  • Reply
    Ephrata Conrad
    15. Oktober 2015 at 19:28

    Ich liebe dieses Buch. Schreib unbedingt darüber. Egal welche Form. Zu meinem Geburtstag habe ich das über die Ehe bekommen, jetzt wo ich in den Hafen der Ehe… Ja du weißt schon :D.

    Bei uns ist nächste Woche der Geburtstag. Und ich versuche immer ausgewogen zu schenken. Ein bisschen davon, ein bisschen davon. Und manchmal liegen die Sachen auch ne Weile rum und werden erst nach Wochen bespielt. Und manchmal gebe ich ihr erst nach Wochen etwas, damit sie sich intensiv damit beschäftigt. Aber bei einer großen Familie gibt es eh immer zu viel. Deshalb dieses Jahr was Großes. Allerdings ist es eben mit jedem Kind denke ich auch schwieriger.

    Herzlichen Glückwunsch

  • Reply
    Naebutikk
    16. Oktober 2015 at 7:41

    ach Caro, das ist wieder einer deiner Texte, unter die ich eigentlich nur 4 Buchstaben schreiben müsste 😉

    Und ja, über dieses besagte Buch musst du wirklich mal was schreiben, das kann ich voll und ganz unterstützen! 🙂 (Auch wenn es bei mir nicht die Geschenke sind, aber genau das macht ja das Buch aus).

    Deine Gedanken zum Schenken kann ich vollstens unterstützen und auch ich finde, das Wichtigste ist doch, dass es dem Kind gefällt, dass es zum Kind passt und dass es das Kind glücklich macht. Wir durften diese Woche auch Geburtstag feiern und konnten unserem Geburtstagskind seinen größten Wunsch erfüllen und dann saß er am Nachmittag (fast) stundenlang in seinem Zimmer und war vertieft ins Feuerwehrspiel, was will man da mehr? Da geht einem doch das Herz (sowohl bei Mutter, als auch Vater ;-)) auf.
    Und ich freue mich schon jetzt wie Bolle auf Weihnachten, denn auch da planen wir zwei Herzenswünsche zu erfüllen und das macht doch viel mehr Spaß als auf Biegen und Brechen Geschenke zu kaufen, nur weil man selbst sie schön findet, oder sie auf einer Collage oder in einer Werbung oder wo auch immer entdeckt hat.
    Ich finde, die Zeit die du in die Collage investieren würdest, kannst du anders besser nutzen 😉 )

    Ach und das besagte Kleid: da freut sich der Kobold bestimmt auch noch nächste oder übernächste Woche drüber, also mach dir keinen Stress.

    Ich wünsch euch morgen einen richtig schönen Geburtstags-Tag mit einem vor Freude strahlendem Kobold!

    Herzlichst,
    Katharina

  • Reply
    Claudia
    16. Oktober 2015 at 7:45

    Ein schöner Post über das Schenken! Meine Kleene ist gerade 12 geworden. Da verändern sich die Wünsche nochmal. Was war es schön, als es uns gelang, Herzenswünsche selbst zu erfüllen. Als wir stundenlang eine kleine Küche oder eine Puppenstube (mit Außentreppe) gebaut haben, weil es das nicht so gab, wie wir es leiden mochten oder wie es Platzmässig ins Kinderzimmer gepasst hätte.
    Wenn es gelingt, den Wunsch schlechthin herauszufiltern, ähnlich wie Emma es benannt hat, dann ist Schenken am schönsten. Diesmal war es bei meiner Jüngsten das lange gewünschte Longboard. Da ist dann alles andere nebensächlich. ( und nix für einen Post 🙂 Auch der Kindergeburtstag war herrlich schlicht und aufgeregt, genau so, wie sie es sich gewünscht hat. … und nix zum bloggen…

    Liebe Grüße vom Deich und einen schönen 4. Geburtstag!!!
    Claudia

    • Reply
      Claudia
      16. Oktober 2015 at 7:47

      oh, vergessen: Da meine 4jährige damals auch unbedingt zum Ballett wollte bekam sie vom Flohmarkt einen Ballettanzug und ein Tütü und Schnäppchen und war mega glücklich. Das ganze Weihnachtsfest wurde getanzt

    • Reply
      Carolin Schubert
      16. Oktober 2015 at 9:52

      Vielen Dank und das klingt nach einem tollen Tag für Deine große Kleine. Ein Longboard ist aber auch einfach cool – kann ich total verstehen :-D.

  • Reply
    Annamiarl
    16. Oktober 2015 at 8:22

    liebe Carolin – na da sind unsere Jüngsten wohl ziemlich gleich alt. Wir haben gestern die Geburtstagseinladungen geschrieben und ich mache mir auch Gedanken um die Geschenke.
    Es wird hier wohl eine große Bettdecke für große Mädchen geben 🙂 unbedingt glitzernde Stifte, ein neues Bambino Lük Buch und wie mir ganz dringlich mitgeteilt wurde eine Elsa (die singt!)
    Ich war nicht begeistert aber na ja. Meine Papa betont dann immer (wenn er z.B. am dritten Geburtstag einen pinken Plastikschminktisch anschleppt und ich die Augen verdrehe) dass ich auch ein Barbiewohnmobil, ein Barbiehaus usw. usf. hatte und es geliebt habe und trotzdem normal geblieben bin. 😉
    Dann versuche ich wieder das etwas zu relativieren und mit Blick auf mich früher am Gameboy gab es dann für die Großen im letzten Jahr die ersehnten Nintendos. Und? Es ist nichts passiert! An manchen Tagen wird gespielt dann liegen die Dinger wieder wochenlang unbeachtet in der Ecke und es wollte auch noch keiner ein Ballerspiel. 😉
    Bei den bereits aufgeschriebenen Weihnachtswünschen in diesem Jahr werde ich sie aber leider enttäuschen müssen, denn das Christkind wird hier kein Iphone 6 (der 9jährige), keine Drohne (der 8jährige) und ein eigenes Pferd (die 4jährige) bringen auch wenn ich bestätigen muss dass all das bei manchen Freunden durchaus vorhanden ist.
    Eine schöne Auffassung des Schenkens ist das die du da von Emma mitgenommen hast. Ich freue mich auch immer wenn sich jemand selbst Gedanken macht und Überraschungen verschenkt werden oder Erlebnisse!
    Für Weihnachten überlege ich gerade ob es eine Option wäre den Kindern gemeinsam eine von den großen Holzkugelbahnen zu schenken. Letztes Jahr gab es für alle gemeinsam Kapla.
    Das Freundebuch ist aber auch eine schöne Idee für die Kleine. Danke!
    GLG Anna

    • Reply
      Carolin Schubert
      16. Oktober 2015 at 9:51

      Liebe Anna, ich sitze hier und muss so herzhaft lachen – vielen Dank für diesen wunderschönen Kommentar!!
      Wir haben das übrigens gemacht: den Kinder die Murmelbahn von HABA geschenkt. Leider sind es mittlerweile einfach zu wenig Teile, das frustriert vor allem meinen Sohn – aber das ist wirklich was für lange Zeit (ähnlich wie Kappla – da liebäugeln wir auch sehr mit!)! Und Du wirst es nicht glauben: eine Elsa, die singt, gibt es tatsächlich. Ich hatte sie in der Hand! Aber das konnte ich dann einfach nicht über mich bringen *haha*. Ich wünsch Euch einen tollen Geburtstag!

  • Reply
    smettesbeste
    19. Oktober 2015 at 6:46

    Oh je, ich musste schmunzeln und mir auch ein kleines Tränchen verdrücken. Meine Maus wird nächsten Freitag vier und mir geht es genauso. Ich möchte ihr etwas schenken, worüber sie sich wirklich richtig freut. Diese Freude in ihren Augen zu sehen, rührt mich so sehr. Wenn sie sprachlos ist und ihre Freude nicht anders ausdrücken kann, als Mama und Papa zu herzen (kennst Du das, wenn Kuscheln oder Küsschen zur Übersprungshandlung werden? Es ist so schön zu sehen, dass man als Eltern dann der Anker ist, zu dem die Kinder zurückkehren).

    Hach, ich freue mich so auf ihren Geburtstag und ja, wenn ich alte Bilder sehe, möchte ich sie auch gerne in meinen Armen wiegen und den süßen Babygeruch einatmen.

    Die Geschenke werden dieses Jahr übrigens eine Mischung aus praktisch (weil's gebraucht wird) und nicht gezielt gewünscht (aber sicherlich darüber gefreut wird). Geburtstagsshirt (dieses Jahr -kleid) gibt es auch nur, weil sie es sich wünscht, ansonsten müsste ich mir den Stress vorm Geburtstag nicht unbedingt antun. Das ist das erste Päckchen, was sie noch im Bett auspacken darf und damit auch ein schönes Ritual…

    Liebe Grüße,
    Steffi alias smettesbeste

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