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Das Leben als solches

Das Leben als solches #25 [Status Mensch. Oder warum wir keine 3. Wahl Champignons brauchen]

 Seit ich selbstversorgend den Einkaufswagen durch die Tempel der Genussmittel schiebe, habe ich mich eine Sache immer gefragt – und nie konnte mir jemand eine (sinnvolle) Antwort darauf geben. Seit einigen Wochen weiß ich bescheid. Und frage mich, warum ich nicht schon selbst drauf gekommen bin, so offensichtlich liegt die Antwort im konservierten Pilzwasser! Wir machen heute nämlich einen gemeinsamen Ausflug in den Supermarkt, Abteilung Konserven und Dosengemüse.

Da stehen sie: Gläser voll mit zerhackten Champignons, eingeteilt in 1., 2. und 3. Wahl. Die Guten sind die Köpfchen, die Schlechten die… na, der Rest eben. Mal abgesehen davon, dass es mir ein Rätsel ist, wie man aus einem Pilz, der in seiner kultivierten Gesamtheit nicht mehr als allerhöchstens 5cm groß ist und im wesentlichen aus zwei Teilen besteht – die zudem miteinander verbunden sind! – drei verschiedene Gläser füllen kann, verstehe – nein ich korrigiere: verstand! ich bisher nicht, warum man das überhaupt verkauft! Die Abteilung für frisches Gemüse, die dank ausgeklügelter Gewächshaussysteme aus Champignons ein übersaisonales Produkt gemacht hat, das man wesentlich frischer, größer und vor allem an einem Stück kaufen kann, ist nur zwei Gänge weiter! Seit wir jedoch seit Wochen mit nichts anderem beschäftigt sind, politisch und real, als die sogenannten (weil alle unter einem Begriff subsummierten) Flüchtlinge umher zu verteilen, als seien sie eingeweckte Konserven ohne Willen und Verstand, ist mir alles klar. Es geht, wie soll es anders sein, um wirtschaftsorientierte Politik.

Warum verkauft man also Konserven für ein Gemüse, dass es genauso gut frisch gibt und unterteilt es zusätzlich in normative Kategorien, die sich niemandem außer einer mysteriösen, fernen Instanz namens Konzernleitung erschließen will? Weil man jetzt dem Kunden suggerieren kann, dass es schlechte und gute Ware gibt. Es gibt auf einmal Luxuspilze (die frischen) und Durchschnittspilze (die eingeweckten). Und damit der Kunde kein Gefühl von Verzicht bekommt und – wegen monetären Mangels – hinter den Luxuspilzkäufern abstinken muss, bekommt er eine Wahl vorgeschaukelt, die eigentlich keine ist. Denn ursprünglich standen alle Champignons friedlich vereint nebeneinander in der Erde (oder vielmehr im Substrat). Gleichzeitig werden nun aber auch die Kunden kategorisiert und spätestens an der Kasse ihrem Pilzkaufverhalten nach eingeordnet: in diejenigen, die vernünftig einkaufen, gesund und frisch, die guten und richtigen Kunden, die mit Geld; in diejenigen, die – die Gründe lassen sich nur vermuten – sich zu den Durchschnittspilzen hinreißen lassen, aber immerhin zur ersten Wahl gegriffen haben; in diejenigen, denen es anscheinend ziemlich, aber eben nicht ganz egal ist, was sie so zu sich nehmen und schließlich in diejenigen, bei denen anzunehmen steht, dass ihnen individueller Geschmack vollkommen abhanden gekommen sein muss – Hauptsache, auf dem Glas steht Pilz.

Wenn ich mir anschaue, was hier seit Wochen in Deutschland und auf europäischem Supermarktparkett so geschieht, dann befinden wir uns allesamt vor dem Regal mit den Pilzkonserven. Auf einmal stehen da Flüchtlinge, die offensichtlich mit den Menschen ein paar Gänge weiter nichts mehr gemeinsam haben. Ausbildung, Träume, Lebensumstände, Kinder, Hobbys – die Gemeinsamkeiten der Jahre im Pilzbeet sind mit einem Mal ausradiert. Stattdessen gibt es nun gute und schlechte Flüchtlinge. Die, die vor Krieg, politischer und religiöser Verfolgung fliehen mussten (1. Wahl), die, die aus wirtschaftlichen oder anderen Zwängen und Notlagen ihr Land verließen (2. oder 3. Wahl – da kann man sich nicht so genau entscheiden) und schließlich die, die auf Kosten der Staatssysteme schmarotzen, sich nicht integrieren und ihre unterdrückenden Religionssysteme bei uns einführen wollen (aus Mangel an Alternativen und weil sie für das funktionierende System wichtig sind, kommen sie in Kategorie 3). Es ist nichts weiter als politisches Kalkül und Sicherung der eigenen wirtschaftlichen Macht, das die Menschen an den Punkten trennt, an denen sie allein durch ihre Existenz miteinander verbunden wären. Wenn ein Mann oder eine Frau keinen Beruf, keine Sprachkompetenz, keinen eigenen Willen mehr haben (dürfen), wird ihnen der Weg zurück zum Menschen abgeschnitten. Sie bleiben eine Funktion ohne individuelle Eigenschaften, an denen sich die Politik abarbeiten oder profilieren kann. Man kann sich nicht sympathisch, nett, nervig oder unmöglich finden; dass, was sie eigentlich mit den anderen verbindet, soll man nicht mehr erkennen können. Denn nur, so lange sie ihre Funktion erfüllen, bleibt das Gefälle zwischen gut und schlecht bestehen, kann man den Bewohnern des eigenen Landes, das man regiert, vorgaukeln, was es zu verlieren droht, wenn die 3. Wahl den Platz der anderen streitig machen will. Nur so lange kann man Erfolge sichtbar machen, die eigentlich keine sind, nur so lange kann man sich als Held feiern lassen.Und nur so lange kann man die Bewohner selbst wie die Bauern eines Schachbrettspiels umher schieben, ihnen vorwerfen, was man selbst vertritt, den Weg auch in die andere Richtung abschneiden und ihnen ihren Platz im Gefüge zuweisen. Man kann sie vergessen lassen, dass es eigentlich nichts gibt, was sie von den anderen trennt und dass „das Andere“ nicht beängstigend ist, aber auch nicht glorifiziert werden muss!

Gäbe es keine Konserven, keine 1., 2. und 3. Wahl, dann blieben nur die Menschen übrig. Die, die man leiden kann oder eben auch nicht, die, die einen Beruf und eine Berufung haben und die, die nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Es gäbe die Hoffnungsvollen und die Verzweifelten, die Freundlichen und die Selbstsüchtigen. Aber es blieben Menschen, die miteinander um einen gemeinsamen Platz ringen, sich entdecken und vor allem kultivieren können. Wir brauchen keine künstlichen Kategorien, keine Trennungen und keine Gänge voll Konserven. Wir brauchen echte Menschen und echtes Leben.

Das passt dazu...

10 Comments

  • Reply
    Anonym
    18. September 2015 at 10:08

    Carolin, du bist einfach wundervoll. Gerade vorhin habe ich auf facebook einen Text über den Islam gelesen, der mich sehr nachdenklich gemacht hat, weil darin begründet wurde, warum der Islam Reformen niemals dulden wird und Andersgläubige (oder auch nicht Gläubige) bewusst belogen und getäuscht würden von Muslimen über den Koran und seine Absichten. Ich stand da und das Gedankenkarusell fing an zu laufen: Ist das so?? Warum weiß ich schon wieder zu wenig darüber?? Dann die Gegenschiene: Aber selbst wenn, was hat das mit den Flüchtlingen zu tun?? Absolut unwahrscheinlich, dass sich Familien mit kleinen Kindern in die Ungewissheit aufmachen und all diese Strapazen auf sich nehmen, um ihre Religion weiterzutragen. Jeder der Kinder hat, weiß, das! Und dann kommst du, und rückst mit deinem Post zu meinen aktuellen Gedanken alles wieder ins rechte Lot. Recht hast du, zuallerst sind das Menschen und wie Menschen dürfen wir mit ihnen fühlen und müssen uns nicht automatisch bedroht fühlen, selbst wenn der eine oder andere Schlechte (wie bei uns auch) dabeisein sollte. Danke

    Christine Kraus

  • Reply
    Annika
    18. September 2015 at 10:47

    Wow, du schreibst immer gut, aber diesmal: Hammer. Ein unglaublich treffender Beitrag. Mir wie aus der Seele geschrieben. Mit Sicherheit gibt's unter den Flüchtlingen auch welche, die man gar nicht leiden könnted. Genauso wie den Typen hier bei mir in der Nachbarschaft, der mich mit seinen Sprüchen total nervt. Idioten gibt's überall. Und überall sind sie weit in der Unterzahl und gibt es noch viel mehr tolle und wunderbare Menschen!

  • Reply
    Anonym
    18. September 2015 at 11:12

    Carolin,es mag ja sein das man nicht alle flüchtlinge pauschalisieren sollte,aber man kann doch auch viel tatsachen nicht von de rhand wischen. wenn ich sehe wa shier bei uns im ort in den unterkünften abgeht na ich weiss nicht. am klinikum die station voll mit tbc fällen,die akute rbehandlung bedürfen von anderen erkrankungen abgesehen.tätliche übergriffe auf das deutsche personal weil jemandem das essen nicht mehr passt ,schlägereien untereinander,streiks und forderungen nach eigenem wohnraum usw. wenn ich vor krieg und verfolgung flüchte, so wäre ich doch erst einmal froh in sicherheit zu sein. es wird sich doch gekümmert verpflegt, neu gekleidet,med versorgt usw. und nix mit menschen 2.klasse. es ist nun einmal so,das ohne die deutsche sprache wohl keine intergration auf dem deutschen arbeitsmarkt möglich ist.wir müssen helfen wo geholfen werden muss und können nicht immer dankbarkeit verlangen.trotz allem kann man doch verständnis erwarten,das es rein infrastrukturell gar nicht möglich ist,jedem eigenen wohnraum zu geben. in thüringen sind alle möglichkeiten erschöpft.alles platz aus allen nähten.geschultes personal ,dolmetscher ,betreuer alles fehlt.jeder der helfen wollte hat gespendet was er hatte.
    und menschen mit champignons in dosen der 1-3 wahl zu vergleichen,nun ja das bleibt jedem selbe rüberlassen. natürlich muss sortiert werden,wohin es geht. das hat nix mit der qualität der menschen zu tun,sondern mit den möglichkeiten deutschlands sie würdig zu versorgen und unterzubringen.
    und da muss nun mal aussortiert werden wer wirklich von krieg und tod verfolgt wird und wer "nur" als wirtschaftsflüchtling unterwegs ist. wenn meine oma von ihrer flucht mit den kindern im krieg damals erzählt hat,da hat ihnen keiner eine wohnung eingerichtet, bezahlt und noch oberdrein monatliche finanzielle mittel zur verfügung gestellt.ich weiss nicht was ihr immer alle noch wollt.wenn ich nur im urlaub in einem islamischen land bin ,muss ich mich auch an regeln und gesetze halten. egal ob es meine kleidung ist oder was auch immer.und da bringe ich das geld ins land,warum wird dann immer auf den deutschen rumgehakt,die auf dem standpunkt stehen,wer hier leben und integriert werden möchte ,sollte sich so weit es geht anpassen und nicht auf rechte pochen die nicht zu realisieren sind. ich wünsche viel spass,wenn in deine rnachbarschaft eine moschee gebaut werden würde ,und dann jeden morgen um 5 uhr das geheule aus dem lautsprecher los geht und das ganze am abend noch mal.wie weit geht dann deine toleranz? es sind immer zwei seiten zu betrachten bevor man den zeigefinger hebt und urteilt. Andrea

    • Reply
      Astrid Ka
      18. September 2015 at 12:15

      Liebe Andrea, du schreibst dich in Rage, verständlicherweise, schießt aber dann weit übers Ziel hinaus:
      Auch nach dem Krieg wurden die Flüchtlinge durch Organisationen verteilt, und meine Mutter wurde über zwei Jahre hin und hergeschoben, bis sie 1948(!) einem Dorf bzw. eine Wohnung zugewiesen wurde. Von wegen, dass man da auf sich alleine gestellt war.
      Ich lebe hier in einem Stadtteil voller Moscheen, und von keiner erklingt hier der störende Ruf der Muezzine, hier schmeißt mich nur die Glocke der katholischen Kirche aus dem Bett.
      Hier leben Menschen aller Arten, Standpunkte, Konfessionen nebeneinander, und A***löcher gibt es bei allen Gruppierungen. Ich bin schon von türkischen Mitbürgern als Nazi beschimpft worden, habe aber auch ganz viel Unterstützung und Freundschaft durch andere erfahren.
      Ich habe schon unter christlichen Fundamentalisten schlimm gelitten und von daher gegenüber jedem religiösem Eiferer gegenüber sehr kritisch. Aber das ist eine andere Sache: Dann sollten wir uns alle für einen säkularen Staat einsetzen und uns nicht immer auf unser christliches Abendland berufen, ohne dass wir das Gebot der Nächstenliebe, das das Christentum von uns verlangt, zu achten.
      Ich weiß aus eigenem Erleben, dass in solch engen Verhältnissen wie in Notunterkünften, die Nerven auf Dauer blank liegen und die unschönen Seiten in uns Menschen zum Vorschein kommen können. Aber deswegen ist es nicht falsch zu helfen. Und du würdest sicher in ähnlich kriegerischer Situation dich und deine Kinder zu retten versuchen, oder?
      LG
      Astrid

    • Reply
      Carolin Schubert
      18. September 2015 at 12:37

      Liebe Andrea,

      ich verstehe Deinen Unmut, zumindest zu Teilen. Aber ansonsten fürchte ich, hast Du einiges missverstanden. Genau darum geht es nämlich: warum muss der Staat überhaupt aus denen, die geflohen sind, von sich abhängige Sozialfälle machen? Warum werden, die, die hier bleiben wollen, die Sprache lernen, ihre Diplome mitgebracht haben (!!!), nicht sofort in den Arbeitsmarkt integriert? Warum wird ihnen nicht geholfen, eine Arbeit und bezahlbaren Wohnraum zu finden, damit sie dann selbständig an der Gesellschaft partizipieren? Ja, es gibt sicherlich solche, die sich nicht benehmen wollen. Und genau das meine ich. Es ist egal, ob sie ein Flüchtling sind, ob sie aus Kriegs- oder wirtschaftlicher Not ihr Land verlassen haben! Allein diese Unterscheidung macht es nicht möglich, die Menschen – egal welcher Nationalität – als solche zu betrachten. Es macht aus ihnen ein System! Wie Du ganz richtig schreibst: wenn ich in ein anderes Land reise, muss ich mich den dortigen Regeln gemäß einfügen. Dasselbe muss hier passieren. Und soweit ich das mitbekomme, ist der überwiegende Teil der Menschen, die hier her kommen, gewillt dazu. Aber sie dürfen es nicht. Sie werden eingeteilt, in die, die schmarotzen wollen (weil sie sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge sind) und die, bei denen es noch einleuchtet. Und auch diese Menschen müssen zunächst monatelang in Aufnahmelagern bleiben, bis über ihren Entscheid gesprochen wurde. Keiner darf, egal, wie sehr er es will, arbeiten, eigenes Geld verdienen, unabhängig von Sachspenden leben! Und das neue Asylgesetz wird das verschärfen.

      Auf der anderen Seite ist es genauso wenig richtig, die hiesige Bevölkerung ausschließlich in die Helden, die am Bahnhof stehen und applaudieren und in eine "besorgte Bevölkerung", die nichts anderes als eine Nazi-Untergruppierung sein soll, einzuteilen! Auch hier macht man 1., 2. und 3. Wahl und das kann nicht angehen!

      Ich hebe den Zeigefinger und ich urteile über eine Situation, die ich absolut absurd finde. Genauso, wie Du das mit Deiner Meinung von Deinem Standpunkt aus tust. Was nicht bedeutet, dass ich die anderen VERurteile. Ich habe neben einer Moschee gewohnt und in den anderthalb Jahren NIE einen Muezzin rufen hören. Ich habe drei Jahre lang neben einer katholischen Kirche gewohnt, die jeden morgen (auch am Wochenende) sehr lang und sehr laut um sechs geläutet hat. Solche Einwände entstehen aus dem Affekt und der Erregung, aber sind offensichtlich kein Argument gegen oder für etwas. Ich bin überzeugter Christ, ich glaube an Gott und daran, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst. Und trotzdem brauchen wir einen Staat, der die Religionsfreiheit garantiert. Weil Religion sonst kein Raum mehr ist, in dem Menschen ihre Beziehung zu Gott leben können, sondern Terrorismus. Vor dem – wie man ja sieht – jede Menge Menschen fliehen müssen.Ich glaube im übrigen auch nicht, dass Deutschland im Hype und ohne Regeln jeden Menschen einfach hier lassen kann. Aber das war auch nicht Thema meines Textes.

  • Reply
    schoengut
    19. September 2015 at 10:27

    Liebe Andrea,

    du schreibst: "in thüringen sind alle möglichkeiten erschöpft.alles platz aus allen nähten.geschultes personal ,dolmetscher ,betreuer alles fehlt.jeder der helfen wollte hat gespendet was er hatte."

    Ich komme auch aus Thüringen: In meiner Stadt sind noch keine Flüchtlinge angekommen, hier steht noch eine große Kiste mit Spenden, die ich abegeben möchte und von meiner Zeit habe ich auch noch nichts abgegeben. Das stimmt also nicht… in Thüringen ist noch viiiel Platz: in leeren Gebäuden/Wohnungen, in Kitas, auf dem Arbeitsmarkt und vor allem in den Herzen!

    Liebe Grüße,
    Christin.

  • Reply
    schoengut
    19. September 2015 at 10:29

    Liebe Carolin,

    ich lese deine Texte ja meistens eher kritisch, aber diesem hier kann ich wirklich ausnahmslos zustimmen und nur nicken, nicken, nicken und sagen: DANKE!

    Christin.

  • Reply
    Anonym
    19. September 2015 at 13:29

    hallo Mädels,
    ich wollte hier keinem zu nahe treten.ich habe nur von den erfahrungen hier in meiner stadt berichtet.hier sind alle möglichkeiten erschöpft,hatte das mit thüringen gemeint,sorry.wenn dann halt so viel flüchtlinge verschiedener konfessionen eng zusammen wohnen ,dann ist das der situation auch nicht dienlich. und wenn ich auf arbeit komme,und die infektionsstation ist mit tbc patienten und anderen infektionskrankheiten überfüllt,dann darf man doch wohl ein wenig angst haben dürfen,davor ,nicht vor dem mensch an sich. die momentane lage wird von unserer regierung völlig unterschätz.was wir melden mussten an krankheiten wollt ihr gar nicht wissen. und die menschen sind lange durch andere länder unterwegs in verkehrsmitteln zu fuss usw ,bis sie schlussendlich am zielort erst einer ärztlichen untersuchung zugeführt werden.sie sind nicht geimpft,verschmutzt was ja nach so einer "wanderung" normal ist,essen nicht alles, verstehen kein deutsch jedoch viele englisch. ich glaube ,erst einmal diese probleme sollten gelöst werden,ehe sie auf den arbeitsmarkt integriert werden. med.,menschl.,psych.,sprachl. versorgung.wir haben hier aber auch viele, die wirklich in deutschland einer sehr kostspieligen und aufwendigen med , versorgung unterzogen werden müssen,sich dann aber hinstellen und sagen sie wollen weiter ,nicht in deutschland bleiben,na danke auch.ich habe patienten denen die kasse verschiedene behandlungen nicht zahlt,was müssen die an der menschheit zweifeln. ich weiss auch das das sache der politik ist und nicht der flüchtlinge. aber ich kann trotzdem verstehen wenn es welche gibt ,die sagen nicht mit uns. und dabei möchte ich mich von dem rechtsradikalen mopp weit entfernen.Andrea

    • Reply
      Carolin Schubert
      19. September 2015 at 13:58

      Liebe Andrea,

      danke für Deinen Kommentar, ich freue mich wirklich sehr über die lebendige Diskussion hier und möchte unbedingt feststellen, dass ich Dich mit Deinen Sorgen in keiner Weise in irgendeine Ecke stellen werde oder dies getan oder gedacht habe! Es ist wichtig, dass die Ängste und Erlebnisse, die da sind, festgehalten und ernst genommen werden – und dass man darüber diskutiert, inwieweit und ob man gegen sie angehen kann.

    • Reply
      Astrid Ka
      19. September 2015 at 22:00

      Liebe Andrea, wenn du so ganz konkret deine Erfahrungen an deinem Arbeitsplatz beschreibst, kann ich deine Überforderung, die Konflikte, die Ängste nachvollziehen, die du hast. Und meine wären denen nicht unähnlich, wenn ich noch in der Schule arbeiten müsste ( wobei in meiner letzten Schule die tschetschenischen & albanischen Schüler die dankbarsten von allen waren – die deutschen & ihre Eltern haben sich teilweise saumäßig benommen ), würde es mir oft auch so gehen. Aber die Menschen in ihrem Elend allein lassen? Das kann ich mit meinen Wurzeln im christlichen Abendland auch nicht. Und dann mache ich mir klar, wie gut ich es hier habe, und dann gebe ich ab. Sankt Martin ist doch nicht nur was für Kindergartenkinder…
      Ich sehe auch große Probleme, wenn diese Menschen hier lange in Lagern verbringen und rundum versorgt werden, statt etwas für sich selber tun zu können. Das ist eine Aufgabe, für die ich auch keine Lösung habe. Im Nachbarstädtchen haben Flüchtlinge schon geholfen, die Innenstadt zu säubern u.ä. Aktionen. Da ist so viel Potential, das uns Wohlstans-Couch-Potatoes abgeht…
      Gut, dass du dich von einschlägigen Hetzern distanzieren kannst. Die haben unser Land schon mal zu Klump gehauen…
      Ich wünsche dir viel Kraft & Anerkennung für deine Tätigkeit.
      Astrid

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