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Nachgedacht und aufgeschrieben

Warum mein Bauch kein Stern ist | Blogparade: Mein Körper und ich

Ihr kennt meinen Blog ja in der Regel als einen, in dem ich keine Scheu habe, über mich, Probleme aus meinem Leben oder sehr persönlichen Ansichten zu bestimmten Themen zu schreiben. Aber immer frage ich mich dabei: möchte ich das erzählen? Ist das in Ordnung, wenn andere das über mich wissen – Menschen, die ich in der Regel noch nie gesehen habe, nie sehen oder sprechen werde? Nur, wenn ich das eindeutig mit „ja“ beantworten kann, wird der Text am Ende auch veröffentlicht. Natürlich passiert es auch, dass ich im Nachhinein manchmal unsicher bin, aufgeregt und nervös, ob es die richtige Entscheidung war und ein-, zweimal habe ich tatsächlich einen Text im Nachhinein geändert, weil er mir schlaflose Nächte bereitet hat. Aber alles in allem bekommt Ihr nur das zu lesen und vor allem zu sehen, was ich möchte. 

Und dann gibt es die Themen, die mich nicht loslassen. Die mich herausfordern, die mich immer wieder bewegen und über die ich in meinem Kopf sehr oft sehr lange Texte geschrieben habe, die es aber nie aufs Papier oder gar hier in den Blog geschafft haben. Ehrliche Texte, bei denen ich mich am Ende nicht in einen Wortwitz retten, die ich nicht mit 90% Selbstironie formulieren oder mit einer schön modulierten Weisheit umrahmen kann. Diese Texte sind privat, sehr privat. Und mein Blog ist persönlich – aber nicht privat. Etwas, was ich trennen muss und will – allein meiner Familie wegen. 
Doch heute möchte ich die Grenze ein wenig vermischen. 
Fee von Fee ist mein Name hat mit einem Blogpost, in dem sie über ihr Verhältnis zu ihrem eigenen Körper geschrieben hat – ein Text, der mich in seiner Offenheit und Ehrlichkeit sehr berührt hat – zu einer Blogparade aufgerufen, der ich mich gern anschließen möchte. Weil mir das Thema so wichtig ist und ich hoffe, dass ich letztlich damit andere ermutigen kann. Weil ich denke, dass das Thema der Körperlichkeit heutzutage so schwierig belastet war wie nie zu vor und wir dringend wieder positive  und vor allem ehrliche Sichtweisen brauchen, die ich selbst nicht immer habe. Ich schreibe also heute über mein Verhältnis zu meinem Körper oder besser: zu einem nicht unerheblichen Teil von ihm – meinem Bauch. 
Ein arabisches Sprichwort sagt, dass eine Frau ohne Bauch wie ein Himmel ohne Sterne sei. Als wortempfindsamer Mensch brauche ich nicht lang darüber nachdenken, wie sehr mich diese Weisheit berührt. Wenn ich jedoch an mir herunter schaue (auch just in diesem Moment, während ich diesen Text schreibe), kommt mir nur ein Gedanke: der Umkehrschluss dieses Spruches befindet sich in meiner Körpermitte – ich bin sozusagen eine ganze Galaxie mit mehreren Sonnen für mich allein.
Alles in allem kann ich von mir behaupten, dass ich ein einigermaßen gesundes Selbstwertgefühl habe. Es gibt nicht wenige Stellen an meinem Körper, die ich ausgesprochen toll finde: meine Füße, meine Schultern, meinen Mund, meine Augen, meine Haare, meine Hände, sogar meinen Rücken. Und das, obwohl ich mich weder perfekt noch wunderschön finde; meine Finger sind total asymmetrisch und teilweise etwas schief, meine Augen ungeschminkt total klein (weil ich helle Wimpern habe), meine großen Zehen schauen himmelwärts, weswegen ich mir schon mehrere Paare Schuhe zerlaufen habe und meine Haare sind mehr grau und weiß, als es meinem Alter angemessen wäre. Aber das stört mich alles nicht oder nur minimalst. 
Mein Bauch aber war schon immer meine Problemzone – psychisch wie physisch, schon als Kind. Ich habe einen diagnostizierten Reizdarm; keine seltene Krankheit (oder wie man das nennt), aber eine sehr lästige, einschränkende und wirklich schmerzhafte Angelegenheit. Vor allem ist sie unberechenbar. Vielleicht kennt Ihr den Film „…und dann kam Polly“ mit Ben Stiller und wenn Ihr ihn kennt, dann natürlich auch die Badezimmerszene mit dem malträtierten Luffaschwamm… Ich kann schon nicht mehr zählen, wie viele Veranstaltungen, Partys und Verabredungen durch meinen Bauch gestört, bestimmt oder sogar beendet wurden. 
Aber mal abgesehen von allen Schmerzen (die für nicht Betroffene tatsächlich nicht vorstellbar sind) und Einschränkungen, was das Essen angeht, ist es vor allem das Aussehen, was mich bereits mein Leben lang belastet. Denn egal, wie schlank ich bin oder wie viel ich wiege, mein Bauch ist immer sichtbar und ich fühle mich irgendwie immer dick – innen wie außen. Das war noch vor den Kindern so – damals wog ich zwischen 53 und 54 Kilo – und das ist auch heute so – mit ein paar Kilos mehr auf den Rippen und ein wenig ausgeleiertem Bindegewebe. Natürlich gibt es den Speck, der sich bei zu viel Schokolade und eindeutig zu wenig Sport gepaart mit zu viel sitzender Tätigkeit zwangsläufig ansammelt. Und den ich mit ein wenig mehr Selbstdisziplin auch wieder wegbekomme. Und trotzdem bleibt er übrig – der Bauch, wird immer da sein.
Ich kann gar nicht behaupten, dass ich so schüchtern wäre und mich ausschließlich in weiten, Figur verhüllenden Kleidern der Öffentlichkeit präsentiere, auch meine Strandausrüstung ist ein eher knapper Bikini und kein Badeanzug. Man würde also nicht zwingend auf die Idee kommen, dass ich mich schäme. Aber genau das tue ich. Ich schäme mich dafür, dass ich an manchen Tagen (und je nach hormoneller Lage sind die auch überwiegend) aussehe, als wäre ich im sechsten Monat schwanger. Ich schäme mich dafür, dass ich – egal, was ich esse, ob ich esse oder auch nicht – mein Bauch hervorsteht aus meiner Silhouette und sich irgendwie nicht einfügen lassen will ins Gesamtbild. Seit ich mit einem Baby im Kinderwagen und einem im sichtbaren Bauch angestarrt und über mich getratscht wurde, weiß ich genau, wie solche Blicke aussehen und ob ich sie mir einbilde oder nicht. Und ich seh diese Blicke auch jetzt: Leute, die sich fragen, ob ich mit den drei Kindern um mich herum nicht gerade schwanger mit dem vierten bin. Ich kann es oft sogar verstehen: würde ich mich sehen, ich dächte wahrscheinlich dasselbe. Und jedes Mal möchte ich hingehen und sagen: nein, ich bin nicht schwanger, nein, ich bin auch nicht dick (okay, vielleicht habe ich 3-4 Kilo zu viel), ich habe lediglich einen beschissenen Darm (was für ein Wortspiel…)! Mach ich natürlich nicht. 
Es gab nur wenige Zeiten in meinem Leben, in denen das Verhältnis zu meinem Bauch entspannt, geradezu freundlich war: das war während der Schwangerschaften und als ich nach meinem dritten Kind ungefähr 12 kilo abgenommen hatte. Schwanger zu sein war für mich jedes Mal mehr schwer als leicht – ich konnte kein Essen bei mir behalten (und mit keins meine ich keins, nicht mal einfaches Wasser ging), hatte Kreislaufprobleme, Schmerzen, Schwindel. Das einzige, was ich nicht hatte, waren die üblichen Probleme. Der Bauch war natürlich dick, dafür fest und rund und es war ein Baby drin – alles hatte also seine Berechtigung.
Ich glaube, das ist das eigentliche Kernproblem: die Daseinsberechtigung. Ich brauche meinen Bauch mitsamt seinen Organen darin. Sie sollen aber gefälligst ihren Job erledigen und mich ansonsten in Ruhe lassen. 
Ich bin selbstreflektiert genug um zu wissen, dass der erste Schritt darin liegt, den Fokus weg von meinem Bauch hin zu meiner ganzen Person zu lenken. Das schaffe ich in der Regel und bis zu einem gewissen Grad jeden Tag. Ich glaube an Ganzheitlichkeit, an das Gleichgewicht von Seele, Geist und Körper und auch daran, dass wir all diese Komponenten mit guten Dingen pflegen müssen. Das tue ich. Und doch: sehr oft – vor allem in Zeiten wie gerade, wenn es so gar nicht läuft, wie es soll – hat das absolut keinen Effekt und ich könnte bereits morgens wieder ins Bett gehen und mich verkriechen, weil ich mich so gelähmt fühle. Weil es mich fertig macht, dass andere einfach sagen können: du musst nur etwas tun und ich mir dann wie das Versager-Paradebeispiel vorkomme.
Ernährung und Sport, Bewegung und Abwechslung – all das beherzige ich, so gut es geht und arbeite an den Stellen, an denen es noch ausbaufähig ist. Und doch reicht es oft nicht, weiß ich oft nicht, wie ich mich mit meinem Bauch versöhnen soll, wie wir beide Frieden finden sollen. Mein Bauch bestimmt in der Regel meinen Tag – geht es meinem Bauch gut, dann geht es mir gut. Ich glaube sogar, dass das irgendwie Sinn macht: denn nur, wenn die Mitte ausgeglichen ist, kann es auch auf den Rest zutreffen. Ich muss also für eine ausgeglichene Mitte sorgen und habe doch so oft keine Ahnung, wie ich das machen soll. 
Liebe Fee, danke für den Anstoß zu diesem Thema! Unter diesem Link findet Ihr nicht nur den originalen Blogpost, sondern auch eine Sammlung von Texten, die bei der Blogparade bisher mitgemacht haben.
***
Der Jersey free, den Ihr auf den Fotos sehr, stammt aus der Feder von Pamela Hiltl | enemenemeins und erscheint am Samstag bei lillestoff. *Werbung*

Das passt dazu...

34 Comments

  • Reply
    Anonym
    8. Juli 2015 at 16:00

    Hallo,

    ich finde es höhst interessant, dass ich selbst trotz dreier Kinder schon immer einen phantastisch knackigen flachen Bauch habe, mich aber auch schon IMMER dabei beobachte, wie ich ein bisschen rundere, sichtbarere, weiblichere Bäuche SCHÖNER finde !

    Wenn ich etwas mehr wiege werden nur meine Oberschenkel moppsig – ich kann das mit dem weiblichen Bauch total vergessen.

    Dein Bauch wirkt für mich auf allen Fotos PERFEKT !

    Lieber Gruß,
    Steffi

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 6:52

      Seltsam, oder? Und ich werde schon neidisch, wenn ich flach und knackig in einem Satz mit Bauch HÖRE! 😀 Vielen lieben Dank für Deine Worte! Ich muss auch ehrlich sein: die Fotos, an denen mein Bauch richtig schlimm ist, die gibt es höchst selten bis gar nie… Weil ich mich dann gar nicht auf Fotos ertrage. Trotzdem ist es schön, so ein Kompliment zu hören und ich nehme es sehr ernst!

  • Reply
    Simone Groen
    8. Juli 2015 at 16:47

    What a brave thing to do, to be so frank about your relationship with your body. A lot of women are suffering the same problem as you do. To read yet another story is recognizable and comforting at the same time.

    When I was a teenager I was also diagnosted with this irritable bowel syndrome. So I totally understand what you are talking about. The pains are terrible, but the unpredictability is even worse.
    About 1,5 years ago I went to my doctor again to check if I might be allergic or if he could finally help me out. I was so tired of the distension and pains. Again I went to some tests, but yet again, with no result.

    I decided to start me own research and found some very interesting, new looks on the subject. I started eliminating certain things out of my diet, like cow's milk. The whole process took me a while. But to make a long story short: I haven't had pains and distension since!!!

    If you want to know more about what I discovered and changed about my diet, please let me know!

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 6:54

      Simone, thank you so much for your thoughtful comment. I would like to hear more about the things you changed. If you like, you could email me: theblogbook@gmx.de.

  • Reply
    elisadesign
    8. Juli 2015 at 16:48

    Ich finde deinen Artikel ganz großartig, so vielen Frauen geht es so wie dir, auch mir. Trotzden zeigst du dich und es kommt eine wunderhübsche Frau mit einer tollen Ausstrahlung auf einen zu.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass du sehr aufgeregt bist nach der Veröffentlichung dieses Artikels, aber ich freue mich über deinen Mut und hoffe dass auch ich diesen irgendwann habe…
    Liebste Grüße
    Elisa

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 6:55

      Elisa, vielen Dank für Deine offenen und lieben Worte. Ja, ein bisschen aufgeregt war und bin ich schon, aber es ist auch richtig, so darüber zu sprechen, das merke ich auch ganz deutlich. Ich wünsch Dir, dass Du diesen Mut findest!

  • Reply
    Puffels und der Kürbis
    8. Juli 2015 at 16:56

    Ich kann dir sehr gut nachfühlen. Ich seh nämlich derzeit aus als würde ich das dritte bekommen. Ich hatte eigentlich nie Probleme auch mit meinem Bauch nicht. Aber seit ich letztes Jahr 40 geworden bin hab ich anscheinend so eine magische Grenze überschritten…Der Bauch will nicht weg, egal ob 2-3 kilo mehr oder weniger. Manchmal macht mich das unglaublich traurig und zerrt an meinem Selbstbewusstsein, weil ich mich unglaublich "fett" fühle obwohl ich es gar nicht bin. Ich möchte mich auch nicht so richtig damit abfinden, das es einfach so ist. Aber was ist die Lösung? Zu sagen "Fuck you, Bauch!" Ich weiss es nicht. Sich selbst zu lieben wie man ist,ist einfacher gesagt als getan. Klar find ich auch ganz viele Bereiche meines Körpers toll, aber der Bauch ist halt die "Zentrale" und irgendwie wandert da immer der Blick hin, egal von einem Selbst oder der Umwelt. Schon komisch! Vielleicht sollten wir doch einfach stolz sein auf unsere "Galaxien"!

    Viele, liebe Grüße, Nina

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 6:56

      Liebe Nina, den letzten Satz finde ich so grandios, ich musste wirklich laut lachen über "unsere Galaxien". Ja, so einfach ist das wirklich nicht! Aber ich glaube auch, dass es nur die dauerhafte positiver Auseinandersetzung damit einem letztlich innerlich ruhig macht. Ich bin da auch noch nicht. Aber wir sollten trotzdem dran bleiben!

  • Reply
    FrauAlberta
    8. Juli 2015 at 17:02

    "Eine Frau ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne"- der Spruch hing als Postkarte am Kühlschrank meiner alten WG. 🙂 Ich kenne das mit dem Bauch. Leider kann ich für mich nicht die "Ausrede" benutzen, dass da schon drei Kinder drinwaren- ich glaube, das würde mir manchmal guttun.;)
    Bei jedem Kleidungsstück passe ich drauf auf, dass der Bauch kaschiert ist und Bikini/ Badesachen ziehe ich nur an, wenn es sich nicht vermeiden lässt… Mein Selbstbewusstsein ist da also geringer.
    Ich verzichte übrigens so gut es geht (und meinem Anspruch eines unkomplizierten Gastes entspricht) auf Weizen und Lactose. Das tut meinem Freund, dem Darm gut. Vielleicht auch nur dem Kopf und dann dem Darm, wer weiß… Der Bauch ist leider dadurch nicht weniger geworden aber es fühlt sich leichter an… 🙂
    Liebe Grüße
    Anika

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:00

      Ja, mit der Ernährung ist das eh schwierig. Ich bin gegen die generelle Verurteilung von Weizen und Lactose, weil ich glaube, dass es so einfach nicht ist. Aber tatsächlich nehme ich beides nur sehr wenig zu mir (wir essen beispielsweise viel Roggen). Der Arzt, der mich damals untersuchte meinte zu mir – und das kann ich aus der Praxis wiederum bestätigen – dass Regeln des gesunden Essens, wie wir sie hier in unserer Gegend postulieren, auf Reizdarm-Patienten in der Regel nicht zutreffen. Vollkorn macht theoretisch satt, bei mir nicht, weil ich es gar nicht erst verdauen kann und es einfach durchrutscht (mal so als Beispiel). Es ist immer ein ziemliches rumprobieren und das finde ich ermüdend. Aber Du hast vollkommen recht: man darf nicht unterschätzen, wie wichtig dabei das "besser und leichter fühlen" ist!

  • Reply
    Claudias rosige Zeiten
    8. Juli 2015 at 18:12

    Danke dir für deine offenen und ehrlichen Worte !
    Alles Liebe für dich und deinen Bauch,
    die Claudi

  • Reply
    Ariana Röthlisberger
    8. Juli 2015 at 18:59

    Was für ein bezaubernder Artikel – ich kenne das Problem mit dem Reizdarm ebenfalls (seit ich auf Geschmacksverstärker komplett verzichte, ist es allerdings deutlich besser geworden) und finde Deine Worte dazu total reflektiert. Was man wirklich dagegen machen kann, wüsste ich aber auch nicht…
    Der Spruch mit den Sternen ist wunderschön.

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:02

      Ja, alles, was irgendwie künstlich oder chemisch ist, macht es noch schlimmer. Auf so etwas versuchen wir rein aus gesundheitlichen Gründen schon lange zu verzichten. Einerseits wird es natürlich besser, andererseits merke ich auch, wird der Darm gegenüber solchen Dingen (wenn man sie denn dann doch mal irgendwie isst) noch empfindlicher. Danke auf alle Fälle für Deine lieben Worte!

  • Reply
    naehzimmerplaudereien
    8. Juli 2015 at 20:04

    "Eine Frau ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne", mit diesem Satz hat mich neulich mein Mann getröstet. Denn ich hadere auch mit meinem Bauch (nach 4 Schwangerschaften, sehr schwachem Bindegewebe und gerissenen Bauchmuskeln) und kenne diese Blicke "ah, schon wieder schwanger". An manchen Tagen stört mich mein Bauch mehr, an anderen weniger. Am meisten ärgert mich, dass ich bei Oberteilen Gr. 44 (!) brauche, früher konnte ich eine Gr. 38 ohne Anprobieren nähen..
    Der lustigste Trost kam neulich von meinem Dritten, als ich mir meinen Bauch wegwünschte: "Dann bist du ja gar keine Mama mehr." Ich denke – wie du auch so schön schreibst – dass der Fokus weg vom Bauch zur ganzen Person wichtig ist. Andere mögen oder mögen uns nicht wegen unserers Bauchs, sondern wer und wie wir sind. Und das ist – glaube ich – unsere Hauptaufgabe: zu dem zu werden, zu dem wir gedacht sind; das zu zeigen, was in uns ist und dabei nicht stehen bleiben.
    Dir liebe Grüße
    Ines

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:04

      "Und das ist – glaube ich – unsere Hauptaufgabe: zu dem zu werden, zu dem wir gedacht sind; das zu zeigen, was in uns ist und dabei nicht stehen bleiben." Das macht mir Gänsehaut – so tief und wahr, Deine Worte – vielen Dank dafür!

  • Reply
    LieseLotteFriedrich
    8. Juli 2015 at 20:33

    Ach,liebe Carolin..ich könnte dich grade ..egal;-)
    genau meine Worte,Gefühle,Gedanken…das alles kenne ich zu Genüge..den Reizdarm,die Blicke auf den Bauch"Wie schon wieder?!?"..aber wie man besser damit umgeht weiß ich auch nicht;-)
    Nun gut,ich habe ein paar Kinder mehr..aber ansonsten ist Vieles ähnlich..ich kann deine Gedanken SO für mich überschreiben…verrückt…und ich nehme mir immer wieder vor,es gelassener hin zu nehmen und hadere trotzdem….dabei ist doch diese Sprichwort genau richtig und sollte unser Motto werden;-)
    Bitte mehr von diesen tollen Texten,wobei sie zugegebenermaßen von den genähten Sachen ablenken;-)
    liebe Grüße !Tanja

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:05

      Ach naja, ich würde sagen, die Bilder illustrieren den Text und das ist auch eine nicht zu unterschätzende Aufgabe :-D. Ja, mit dem gelassen sein hab ich es in Bezug auf meine Mitte nicht wirklich – da hab ich auch noch viel zu lernen!

  • Reply
    LieseLotteFriedrich
    8. Juli 2015 at 20:34

    noch eine Frage;-) Welcher Schnitt ist das??

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:06

      ein zusammen gebauter: oben Basic Tanktop, unten das Rockteil vom Basic Strandkleid, beides von ki-ba-doo.

  • Reply
    Anonym
    9. Juli 2015 at 0:37

    Was den Reizdarm angeht, kann ich nicht mitreden (zum Glück, wie mir scheint). Allerdings kenne ich nur zu gut das Gefühl, schon sein ganzes Leben den Bauch einzuziehen, wenn andere dabei sind… der Blick schlankerer Frauen, der automatisch auf meinen Bauch zu wandern scheint… das Gefühl, dass andere die Köpfe zusammen stecken und über einen lästern wenn man an ihnen vorbei geht… möglichst vermeiden sich hinzusetzen, denn dann quillt der Bauch ja noch mehr usw. Diese Liste lässt sich noch endlos fortführen. Jetzt bin ich Mitte 30, wiege noch 50 Kilo (ich bin unter 1,65 m groß, es ist also Normalgewicht) und gefalle mir zum ersten Male so wie ich bin, sehe sportlich aus, aber nicht dürr. Ich schminke mich auch nicht mehr und habe ebenfalls sehr helle Wimpern. Endlich mag ich mich. Und was bekomme ich jetzt täglich von Leuten zu hören? 'Du bist aber dünn, geht es Dir gut?' 'Du siehst aber schlecht aus, früher hast Du mir besser gefallen.' Zum ersten Mal in meinem Leben finde ich mich optisch gut so wie ich bin, nur scheint die Welt um mich herum das anders zu sehen. In meinem ganzen Leben, habe ich mich noch nie so oft für mein Gewicht rechtfertigen müssen. Und Tage an denen ich morgens aufstehe und aussehe als hätte ich einen Wal zum Abendessen vertilgt, gibt es trotzdem weiterhin.

    Ich kann auf den Bildern tatsächlich keinen unschönen Bauch entdecken. Und auch keinen der schwanger aussieht. Im Gegenteil.

    Liebe Grüße

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:08

      Vielen Dank – das freut mich zu hören :-). Es ist seltsam, oder? Gut, ich denke, einerseits sieht man dadurch, wie stark das eigene Wohlbefinden von der eigenen Wahrnehmung abhängt. Und dass das nicht mit der Außenwahrnehmung übereinstimmen muss. Wahrscheinlich fand Dich auch vorher keiner zu dick, oder Deinen Bauch. Aber ich weiß genau, wie das ist, wenn man denkt, dass die anderen einen so finden könnten. Eine schwierige Zwickmühle…

  • Reply
    Die Muddi
    9. Juli 2015 at 5:20

    Ein wundervoller Text, zu dem ich eigentlich nur einen kurzen Gedanken da lassen möchte. Ich weiß sehr gut, wie duch fühlst, also mit dem Bauch und dem schwanger aussehen. Mir fehlt seit 20 Jahren eine Diagnose dazu, aber die Symptome sind die gleichen. Wo aber der große Unterschied ist: ich schäme mich nicht. Warum auch?! Hab ich doch nichts falsch gemacht?! Ich fühle deswegen keine Scham, ich bin einzig und allein tierisch GENERVT davon. Und ich glaube, das ist gesünder, als sich für seinen Bauch zu schämen. Ich drück dich mal!!

    Ganz liebe, blähbäuchige Grüße
    Sarah

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:10

      Sarah, ich drück Dich zurück! :-* Du hast recht, absolut recht. Ich weiß eigentlich, dass ich nichts dafür kann. Aber das ist manchmal so schwer, sich einzugestehen…

  • Reply
    Fee ist mein Name
    9. Juli 2015 at 9:03

    Danke, liebe Carolin. Ich kann mir vorstellen, dass es dir nicht leicht gefallen ist, darüber zu sprechen. Umso wichtiger ist, dass du es getan hast <3! Und seit gerade bist du auch verlinkt!

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:10

      Vielen Dank!!! <3 Deine Blogparade war ein guter und wichtiger Anstoß, und wie man sieht, ja auch nicht nur für mich…

  • Reply
    Elle Puls
    9. Juli 2015 at 10:25

    Vermutlich glaubt jede Frau mindestens einen "Makel" zu haben. Bei dir geht es ja nicht nur um äußere Aspekte sondern auch um die Schmerzen. Das stelle ich mir sehr schwierig vor. Auf deinen Fotos stellst du dich meist im Ganzen dar oder mit einem Fokus auf dein Gesicht. So sehen dich doch bestimmt auch die meisten Leute dort draußen in der Welt. Und zu glauben, dass schlanke Frauen keine Sprüche gedrückt bekommen ist auch falsch. Ich spreche aus Erfahrung.
    Mach weiter so mit deinem Blog. Der Zuspruch in den Kommentaren zeigt dir doch, dass du auf dem richtigen Weg bist. Vielleicht hilft dir das ein bisschen für die innere Balance, auch oder gerade in schwierigen Zeiten.

    Liebe Grüße,
    Elke

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Juli 2015 at 7:20

      Liebe Elke, vielen Dank für Deine mit so viel Bedacht gewählten Worte. Du hast Recht, die Reaktionen zeigen, dass es die richtige Entscheidung war, offen über diese Dinge zu sprechen.

  • Reply
    Anka
    10. Juli 2015 at 10:25

    Hallo Carolin,
    schon der Beitrag von Fee hat mich sehr berührt und ich habe die letzten Tage häufig darüber nachgedacht, gerade z.B. im Freibad im Bikini.
    Dein Beitrag zu dem Thema erwischt mich allerdings auf einem ganz anderen Fuss, denn er spricht mir dermaßen aus dem Herzen, wie es selten jemand bei diesem Thema getan hat. Ich glaube, dass ich nicht in der Lage gewesen wäre diese Situation, die meiner sehr sehr ähnelt, so treffend zu beschreiben wie du es machst.
    Bei mir stand lange der Verdacht eines Reizdarms im Raum, später habe ich dann die Diagnose Chronische Dickdarmentzündung und Histaminintoleranz bekommen. Von dem was du schreibst, macht das glaube ich aber nicht so viel Unterschied, vor allem auf der Gefühlsebene. Die Tatsache, dass dem Bauch obliegt, wie der Tag wird. Wenn es dem Bauch gut geht, dann ist auch der Tag ein guter. Dass die Leute fragen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Dass der Bauch immer präsent ist, ob er nun gerade krankheitsbedingt angeschwollen ist oder mal einen ruhigen Tag hat. Ich ertappe mich immer wieder dabei, auf Fotos als erstes danach zu schauen, wie mein Bauch aussieht und das Foto danach zu beurteilen. Der "Rest" ist dann zweitrangig, womit ich meinem restlichen Körper ja auch nicht gerecht werde, denn schließlich gibt er ja sein bestes um mit dem Bauch mitzuhalten;)
    Vielen, vielen Dank für deinen Beitrag zu dem Thema. Mein Bauch und ich haben uns selten so angesprochen gefühlt:) Es ist toll, dass du diese Facette hier mit uns teilst und damit inspirierst und Mut machst.
    Ich drücke dich, wünsche dir viel Kraft und Geduld und vor allem sehr viele Momente, in denen du deinen Bauch einfach mal "vergessen" kannst.
    Liebe Grüße
    Anka

  • Reply
    Anonym
    10. Juli 2015 at 10:34

    Liebe Autorin, liebe andere Damen,
    ja, auch ich finde, das dieses ein großartiger Text ist und finde es wunderbar, daß solche Themen angegangen werden. Aber ich empfinde gleichzeitig auch große Traurigkeit und Wut, wenn ich lesen muß, wie oft hier von 'Ich bin/Ich habe ein Problem…' die Rede ist! Für mich ist der Kernsatz folgender: "Weil es mich fertig macht, dass andere einfach sagen können: du musst nur etwas tun und ich mir dann wie das Versager-Paradebeispiel vorkomme." NEIN, ich muß nicht etwas tun und NEIN, ich muß nicht all diesen ach so wohlmeinenden Empfehlungen und Ratschlägen anderer folgen. Ich möchte, daß mich all diese anderen einfach in Ruhe lassen und ich NUR AUF MICH HÖREN KANN. Und dann ist in der Regel auch alles gut. Aber das ist jetzt eben ganz allein meins und kein gut gemeinter Ratschlag an Euch 🙂

    Herzliche Grüße,
    Claudia

  • Reply
    queencake and titangirl
    11. Juli 2015 at 16:53

    danke für diesen text, der gerade so, so viel in mir anrührt. bei mir bestimmt momentan der bauch alles und ich weiß (noch) nicht, was der grund dafür ist. die schmerzen steuern mich und steuern den tag. und jetzt, wo ich deinen text gelesen habe, sind die schmerzen natürlich nicht weg, aber ich fühle mich weniger allein. danke.

  • Reply
    Daxi
    15. Juli 2015 at 20:47

    Wie immer großartig geschrieben, du bist nicht allein mit dieser verflixten Problemzone!

    liebe Grüße! Daxi

  • Reply
    Silke K
    16. Juli 2015 at 11:58

    Danke für diese ehrlichen Worte, ich denke der Satz: "nur, wenn die Mitte ausgeglichen ist, kann es auch auf den Rest zutreffen" ist wirklich passend formuliert. Nicht umsonst "hören wir auf unseren Bauch" oder haben ein "gutes/schlechtes Bauchgefühl". Die Probleme mit dem Reizdarmsyndrom kenne ich vom Liebsten, kann das zwar nicht in Ansätzen nachfühlen, aber ich weiß, dass es ihn früher mit mehr Stress und Unzufriedenheit häufiger eingeschränkt hat als heute. Bin davon überzeugt, dass der Kopf doch verdammt viel steuert, was in unserem Körper passiert. Daher meditiere ich seit einiger Zeit und ich muss sagen, es macht mich gelassener mit allem. Vielleicht ist das auch was für dich.

    Wünsche dir auf jeden Fall, dass du bald Frieden schließen kannst und die Zeit mit deiner Familie genießt, egal was die Leute so denken. Die Parade hilft uns hoffentlich, auch selbst diese vorschnellen Urteile aus unserem Alltag zu verbannen und eine tolerante Gesellschaft für uns und kommende Generationen zu schaffen.

  • Reply
    Anonym
    28. August 2015 at 6:57

    Hallo!
    Ich bin zufällig auf deinen Blog und diesen Beitrag gestoßen und möchte dir DANKE sagen! Mir geht es mit meinem Bauch ähnlich, ständig ist er kugelrund, weil ich bestimmte Lebensmittel nicht vertrage (Fruchtzuckermalabsorption). Aber wer weiß das schon? Wenn mich jemand fremdes anstarrt und ich ja eigentlich weiß, dass es nicht meine Schuld ist, tut es trotzdem weh. Und das schlimmste ist, dass sich die Gesellschaft nicht ändern wird, weil wir trotz allem Menschsein, weiterhin Säugetiere bleiben, die biologisch gesehen Konkurrenten sind 😀 und ich denke mir mittlerweile, dass jeder sein "Päckchen zu tragen hat", im andauernden Konkurrenzkampf. Das macht die Probleme nicht leichter, aber ich gucke ja vielleicht auch komisch, wenn jemand nicht in mein Schema passt. Und wenn ich dann von Menschen lese, denen es ähnlich geht, beruhigt mich das und ich versuche einfach weiter an mir und meiner Selbstwahrnehmung zu arbeiten und andere vielleicht mit einem "Du siehst toll aus! " zu unterstützen 🙂

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