the blogbook.
Nachgedacht und aufgeschrieben

Schwein gehabt! – Gedanken über das glücklich sein | Gewinner des Gutscheins

Glaubt Ihr eigentlich an Glücksbringer? Also daran, dass Gegenstände unterschiedlichster Couleur Einfluss darauf haben, ob etwas gut gelingt oder nicht? Da gibt es ja echt die unterschiedlichsten und – ich will es mal vorsichtig ausdrücken – eigenwilligsten Ideen davon, was einem alles so helfen so, Fortuna gnädig zu stimmen: Schwein, Hufeisen und Schornsteinfeger sind da eher die traditionellen Vertreter und lassen sich locker um Steine, Plüschtiere oder auch die vor wichtigen Prüfungen gern getragene Glücksunterwäsche erweitern. Ebenso traditionell ist das vierblättrige Kleeblatt. Der Sage nach hat Eva ein solch seltenes Stück aus dem Garten Eden mitgenommen, als sie mit Adam des Paradieses verwiesen wurde – ein pflückbares Stück Paradies sozusagen.

Das Thema Glück hat die Menschen von Alters her beschäftigt, könnte man also daraus schließen – unabhängig davon, wie wahr und tatsächlich die Geschichte um Eva war; denn auch bereits im alten Ägypten kannte man die Tradition des Glückssymbols und die Philosophen der Antike wie Platon, Aristoteles oder Epikur machten sich  – wenn auch ganz unterschiedliche – Gedanken darüber, wie der Mensch am besten und nachhaltigsten glücklich würde.
Über das Glück gibt es eine Menge zu sagen, zu denken, zu lesen und zu forschen und ich würde es mehr als spannend und angemessen finden, wenn ich hier ausführlich darüber schreiben könnte. Aber da mir die Idee etwas zu spontan kam, ich Euch aber gern heute mein neues Kleid zeigen wollte, lasse ich Euch einfach ein wenig daran teilhaben, was Glück für mich persönlich bedeutet.
Ich bin kein Typ, den man besonders oft Dinge wie „gerade nochmal Glück gehabt“ sagen hören würde. Das liegt daran, dass ich generell gern meine, was ich sage. Und „Glück haben“ mir in diesem Zusammenhang oft als eine günstige Fügung eines unpersönlichen und abstrakten Schicksals erscheint, an welches ich nicht glaube. Glück haben bedeutet für mich die tiefe Gewissheit eines Segens, den ich mir weder verdienen noch erarbeiten kann, sondern der mir geschenkt wird. Ich lese oft, dass es nur an einem selbst und dem Willen zur Umsetzung liegt, inwieweit das eigene Leben nach dem Glücks-Prinzip verläuft (übrigens gibt es einen ganz hervorragenden Film, der genauso heißt!). Darauf gibt es für mich nur eine klare Antwort: jein!
Ja deswegen, weil es an uns liegt, ob und wie wir handeln. Und auf welche Art und Weise wir damit beitragen, unser Gegenüber glücklich zu machen. Oder uns selbst. Ich glaube, mit dem Prinzip Glück verhält es sich wie mit unsichtbaren elastischen Fäden, die uns in unserer Gesamtheit mit dem Leben anderer Menschen verbinden. Je mehr wir uns in unserem Handeln und Sein auf das Glück konzentrieren, umso näher können wir einander kommen und glücklich sein. Nicht umsonst gibt es das – leider schon etwas abgedroschene Sprichwort: „Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ Das bedeutet nicht, dass wir dafür verantwortlich sind, dass alle anderen glücklich sind, und am Ende bleiben wir selbst auf der Strecke. Glück ist für mich eine selbstlose Kraft in dem Sinne, als dass sie sich immer zuerst auf den anderen als auf sich selbst bezieht. Was ja eben für den anderen genauso wie für mich gilt. 
Nein deswegen, weil wir nicht auf alles und jedes in unserem Leben Einfluss haben. Ich kann dafür sorgen, dass mein Leben genau nach meinen eigenen Vorstellungen verläuft und werde trotzdem irgendwann mit der unumstößlichen Tatsache konfrontiert werden, dass es einen Punkt gibt, an dem ich selbst nichts mehr zu sagen habe; spätestens am Ende unseres Lebens. So lange Glück eine Rechnung ist, deren Summe ausschließlich das Ergebnis meiner Bemühungen ist, heißt der Umkehrschluss immer: Unglück=ich habe nicht genug dafür getan=Versagen. 
Das Streben nach einem Glück, welches sich einzig und allein um die Erfüllung der eigenen Wünsche und Träume dreht, endet da, wo es angefangen hat: bei mir selbst. Und ich glaube nicht, dass man allein durch sich selbst glücklich und erfüllt sein kann. Glück steht über der eigenen Leistung und kann auch in Situationen vorhanden sein, in denen es dem Augenschein nach völlig absurd zu sein scheint.
Konkret bedeutet Glück für mich das tief empfundene Gefühl, ganz da zu sein, wo ich sein sollte; 100% ausschöpfen zu können, was als Potenzial in mir liegt und das wiederum in den Glücks-Pool zu werfen. Glücklich machen mich meine Kinder, die so wunderbar sind, ohne dass ich da irgendwie besonders mitgemischt hätte (von meinen Erziehungsversuchen mal abgesehen). Glücklich macht macht mich, dass ich von Menschen umgeben bin, die mich lieben und die ich lieben kann. Gut, Schokolade macht mich auch für einen kurzen Moment glücklich (so lange, bis der Verstand wieder einsetzt und mit erzählen will, dass da ne ordentliche Portion Sport für fällig wird…), das sind meine niederen Glücksgefühle sozusagen. Glücklich macht mich übrigens auch zu schreiben. 
Und was macht Euch glücklich oder bedeutet Euer persönliches Glück? Erzählt mal!
Zu guter Letzt habe ich die Freude, zumindest eine Person unter Euch noch glücklich zu machen, nämlich die Gewinnerin des Gutscheins für mira:
Grit Espunkt (Kommentar auf Facebook)

Herzlichen Glückwunsch! Bitte melde Dich mit Deinen Kontaktdaten bei mir per Email, damit Dir der Gutschein zugesandt werden kann.
Habt noch einen feinen Donnerstag!
Eure Carolin
Schnitt: Bronte von Jennifer Lauren Vintage, als Kleid verlängert
Material: Jersey 70’s clover von annaberger design über lillestoff (*Werbung*)
verlinkt bei RUMS

Das passt dazu...

10 Comments

  • Reply
    Frau Du
    28. Mai 2015 at 11:48

    Hallo Carolin,
    danke für deine Gedanken zum Thema Glück. Ich denke auch, dass ein großer Teil darin besteht, andere Menschen glücklich zu machen- insbesondere die Menschen, die einem nahe stehen. Wenn es ihnen gut geht, geht es einem selbst auch gleich viel besser. Ein weiterer Schritt ist für mich die Selbstverwirklichung dessen, was mir am Herzen liegt und darauf zu achten, das Richtige für mich selbst zu tun (zum Beispiel einen freien Abend für sich selbst beanspruchen). Einige Dinge können wir nicht beeinflussen, aber wir können mit den Gegebenheiten so umgehen , dass sie eine positive Wendung nehmen. Nicht so klar gefasst, wie bei dir, ausbaufähig, aber meine Gedanken zum Thema 🙂
    Vielen Dank auch für das Gewinnspiel, ich gratuliere der Gewinnerin 🙂
    Liebe Grüße
    Caroline

    • Reply
      Carolin Schubert
      28. Mai 2015 at 12:37

      Das gefällt mir richtig gut "mit den Gegebenheiten so umgehen, dass sie eine positive Wendung nehmen!" – danke für den wertvollen Satz!

  • Reply
    Christine Kraus
    28. Mai 2015 at 12:23

    Mich macht es oft glücklich, wenn ich deine Posts lese. Du schaffst es ganz wunderbar, meine eigenen Gedanken in Worte zu fassen. Ganz liebe Grüße

    Christine

    • Reply
      Carolin Schubert
      28. Mai 2015 at 12:37

      Das ist echt ein großes Kompliment und macht wiederum mich glücklich :-D.

  • Reply
    petitmariette
    28. Mai 2015 at 20:25

    Liebe Carolin, Glück ist ein ganz wunderbares Gefühl, das ich empfinde, wenn ich mit meinem Kindchen lachend Fahrrad fahre an schönen Blumen und Feldern vorbei ohne Zeitdruck…nur das Machen auf was mein Kind Lust hat. Das macht mich glücklich. Dein Kleid ist auch ganz wunderbar und wenn ich mir was gönne, dann besorge ich mir den Stoff und näh mir was ich will. Ich bin sehr glücklich …nur werde ich unglücklich wenn ich mitbekomme wie gehetzt manche Leute durchs Leben gehen und schlechte Laune haben und über alles meckern…sowas zieht mich dann auch runter. Dann gönne ich mir was schönes z.B. Kaffee und Schokolade. …ein riesiges Thema was mich auch oft beschäftigt. LG Alex

  • Reply
    radattel
    29. Mai 2015 at 6:55

    …ein wunderbarer Post, wunderbare Bilder…eine tolle Kombi…eine tolle Frau…
    Glück…vielleicht ist es kein Zustand sondern eine Lebenseinstellung…da gibt es ein nachdenkliches Lied von Gerhard Schöne…mit dem Text: …obs ein Unglück war, wer weiß, morgen bin ich schlauer…( Glück oder Unglück, von Gerhard Schöne)
    daran musste ich eben denken…hab einen guten Tag…marit

  • Reply
    el benschi
    29. Mai 2015 at 7:23

    ein sehr schöner Text und ein schöner Rahmen um die Gewinnerin bekannt zu geben.
    "Du bist immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort". Das versuche ich mir immer wieder vor Augen zu führen. Eine wichtige Voraussetzung fürs Glück.
    Liebste Grüße
    el Benschi

  • Reply
    Schöne Dinge von Sonnenblume
    29. Mai 2015 at 15:10

    Das kleid sieht wundervoll aus – und steht dir gut.
    Grüße Sonnenblume

  • Reply
    MM
    29. Mai 2015 at 19:51

    Hallo Carolin,
    ein schönes Kleid hast du dir da genäht und einen schönen Text geschrieben!

    Ich diskutiere recht oft mit meiner Großen (sie ist 5 3/4) darüber, dass es uns eigentlich sehr gut geht auch wenn wir uns eine ganze Menge ihrer (meist materiellen) Wünsche (und auch meiner, wie gerne würde ich endlich umziehen) nicht leisten können. Für sie ist es schwer zu verstehen, dass ich fest davon überzeugt bin, dass viele Geschenke, die gewisse Freundinnen von ihr ständig bekommen, diese auch nicht glücklicher machen. Stattdessen haben wir so vieles, was uns glücklich macht: wir haben uns als heile Familie, Mama hat recht viel Zeit (weil sie eben nicht arbeitet und verdient) und Papa immerhin etwas (weil er eben nicht wie verrückt arbeitet und verdient), wir haben alles, was wir brauchen und wir leben in einem Land, in dem wir keine Angst vor Krieg und Gewalt sowie Hunger und unnötigen Krankheiten haben müssen. In dem Sinne ist für mich die Grundbedingung für mein Glück eine gewisse Sicherheit (womit ich nicht behaupten will, dass ein schwierigeres Leben per se unglücklich macht). Dazu kommt eine positive Einstellung und immer wieder die Muße, sich an Alltagsmomenten und schönen Situationen zu erfreuen. Quasi Glück als Summe kleiner Glücksmomente. Wenn man dann noch grundsätzlich mit seinem Leben zufrieden ist, weil man intensiv Familienleben genießen darf und gleichzeitig irgendwie zwischendurch auch immermal tut was man selbst gerade am allermeisten will (sei es nähen, schlafen oder mal eine Freundin in Ruhe treffen), dann bezeichne zumindest ich mich als sehr glücklichen Menschen 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Maria von Mäusemode

  • Reply
    Nadine S
    6. Juni 2015 at 21:46

    Hallo Carolin, ein wunderschönes Kleid hast du dir da genäht. Darf ich fragen nach welchem Schnittmuster? Lieben Dank – Nadine

  • Leave a Reply