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Nachgedacht und aufgeschrieben

Privatsache! Wieviel Kind darf ins Netz?

Heute gibt es endlich mal wieder richtig viel Text hier, denn das Thema ist brisant. Und so wichtig, dass ich dazu eine Menge zu sagen habe. Anlass dafür waren und sind nicht nur diverse Diskussionen und Beiträge auf anderen Blogs, sondern auch die Fotos, die ich Euch heute gern zeigen möchte. Entstanden sind sie, weil ich für lillestoff einen ganz wunderbaren Stoff verarbeitet habe. Bereits, als ich die Grafik zum Sterntaler von susalabim sah, war ich wirklich begeistert und hatte ganz bestimmte Bilder der Umsetzung in meinem Kopf. Die beinhalteten meine Mädchen, Pyjamas und unser Bett. Ich wusste, dass das Konzept eine wirklich gute Umsetzung des Materials sein konnte und ich liebe diese Bilder wirklich. Und gleichzeitig kamen Fragen in mir hoch, so schnell wie Kohlensäure aus Limonade: ist das überhaupt vertretbar? Darf ich meine Kinder in Pyjamas zeigen? Und dann noch in einem Bett? Was genau impliziert das eigentlich? Kann man das falsch verstehen?

Mein Mann und ich haben uns dafür entschieden, unsere Kinder ganz und mit Gesicht auf meinem Blog zu zeigen. Meine Kinder machen das freiwillig, ich zeige ihnen die Fotos und erkläre ihnen, wofür ich sie verwende. Und gerade deswegen bin ich in der Pflicht, mir jeden Tag und immer wieder  aufs Neue die Fragen nach Richtigkeit und Vertretbarkeit zu stellen. Wie Ihr sehen könnt, habe ich Fotos meiner Töchter in Pyjamas und im Bett geschossen. Und stelle sie hiermit auch öffentlich ins Netz. Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, Euch meine Gedanken zu diesem Thema darzulegen. Ich hoffe, dass sie für den ein oder anderen hilfreich sein können.

Die grundlegende Frage, die hinter all den Diskussionen steht, ist die nach der Vertretbakeit: wie viel Kind darf ins Netz? Die Antwortbreite ist ziemlich weitreichend und changiert zwischen „Kinder haben im Netz absolut nichts zu suchen“ und peinlichen Videos auf diversen sozialen Kanälen, in denen die Kinder vor allem mit ihren Pannen und Peinlichkeiten gezeigt werden. Interessanterweise gibt es eine ganze Liste an contra-Argumenten und kaum ein Gegenwicht auf der positiven Seite. Und über allem steht das Un-Argument „Das muss ja jeder für sich selbst entscheiden.“ Ja, das muss jeder. Aber Entscheidungen können nur dann sinnvoll getroffen werden, wenn man sich mit einem Thema auseinander gesetzt hat. Wenn es um unsere Kinder geht, dann hören wie viel auf unser Bauchgefühl, etwas, was ich beinahe ausnahmslose unterschreiben würde. Beinahe deswegen, weil wir oftmals auch verlernt haben zu benennen, was genauso unser Bauchgefühl eigentlich lenkt.

Folgende contra-Liste ist im Zuge meiner Recherchen entstanden:

  • Wir wissen nicht, wie sich unsere Kinder entwickeln werden.
  • Eltern entscheiden für ihre Kinder über die Verwendung von Fotos, dabei liegt das Recht am Bild beim Kind und nicht bei den Eltern. Da Eltern die rechtliche und moralische Verpflichtung haben über das Wohl und Wehe ihrer Kinder zu entscheiden, entstehe hier zwangsläufig ein Konflikt.
  • Irgendwann könnte unseren Kindern peinlich sein, was wir einst an Fotos in Netz gestellt haben oder es könnte sie in eine benachteiligte Lage bringen.
  • Kinder können nicht abschätzen, welche Auswirkung Bilder von ihnen im Netz haben und auf welche Art sie verwendet werden.
  • Man muss damit rechnen, dass in irgendeiner Weise Missbrauch mit diesen Fotos betrieben wird.
Was wird die Zukunft bringen?
Den Gedanken, dass wir nicht wüssten, wie sie unsere Kinder in Zukunft entwickeln werden verstehe ich so, dass wir mit der Entscheidung, unsere Kinder komplett aus der virtuellen Öffentlichkeit heraus zu halten, sie bereits jetzt schon für eine unbekannte Zukunft umfassend schützen. Argumentiert wird mit der Annahme, dass unsere Kinder sich auf eine Art und Weise verändern könnten (Änderung der sexuellen Orientierung, Eintritt ins öffentliche Leben, Behinderung durch einen Unfall), der offenbar ein vor dieser Veränderung statt gefundenes Leben diametral gegenüber steht. Einfach gesagt: sollte mein Sohn irgendwann eine Frau sein, schaden Fotos, auf denen er noch als Junge auf meinem Blog zu sehen war, in seiner Persönlichkeit. Mein Interesse, Fotos mit ihm zu zeigen, hätte sich über den Schutz seiner Persönlichkeit erhoben – ungerechtfertigterweise. 
Für mich ist diese Argumentation eine negative und zwar in der Art, dass sie von vornherein einen Sinngehalt ausschließt. Nein, wir wissen nicht, was mit unseren Kindern sein wird, wie sie sich entwickeln werden und was das Leben ihnen an Erfahrungen bringen wird. Aber wissen wir das bei uns? Wer weiß denn schon, was die Geschichte in zehn Jahren erzählen wird? Mir scheint hinter all dem die tief verwurzelte und grundlegende Angst zu stecken, dass man sein Kind gegen all das Unbekannte dieser Welt schützen möchte. Eine Angst, die ich vollkommen verstehe und teile. Und was liegt näher, als diese Angst auf das scheinbar unberechenbarste Phänomen unserer Zeit zu übertragen? Das Internet wird zu einer nicht kontrollierbaren zweiten Welt stilisiert, in der wir keinerlei Einfluss mehr auf die Parameter haben. Mit der Forderung, die Kinder aus dem Netz vollkommen heraus zu halten, findet sich scheinbar ein konkreter Ansatzpunkt, einer, an dem wir ansetzen können und wieder handlungsfähig werden: wir verweigern uns. Und untermauern dies mit dem größtmöglichen, emotionalen Zement, den wir kennen: der Angst um das eigene Fleisch und Blut.
Aber ist es nicht total absurd, seine Kinder immer unter der Sorge zu betrachten, dass ihr Leben einmal so einschneidende Veränderungen erfahren könnte? Denn selbst wenn es so kommen sollte, sind es denn dann weniger unsere Kinder? Und sollten wir sie nicht – so lange wir leben und/oder dazu in der Lage sind – unterstützen und ihnen zeigen, dass sie kompromisslos und vorurteilsfrei angenommen und geliebt sind? Das ist keine Frage des Erscheinens unserer Kinder in der Öffentlichkeit, dass ist schlichtweg eine Frage an uns als Eltern.
Ich betrachte das Leben als Ganzes, jeder Teil gehört dazu. Der, in dem ich als Kind bei meinen Eltern lebte, der als Student, als Mutter. Dasselbe gilt für unsere Kinder. Sie haben ein ganzes Leben. Und ich glaube nicht, dass man aus Angst vor Teilen davon, von denen wir nie wissen werden, ob sie überhaupt jemals eintreffen werden, die Kinder in eine private, nicht einsehbare Sicherheitsverwahrung stecken sollte.

Vom Hang zur Selbstdarstellung

Die Frage, die nun unweigerlich auftritt, ist die des Warums. Warum muss Leben überhaupt im Netz stattfinden? Warum muss ich überhaupt Bilder von mir, meinem leben, meinen Kindern zeigen? Folgende Antworten höre ich oft: Weil diese Menschen (die genau das machen) kein echtes, ausgefülltes Leben haben. Weil sie sich aus irgendeinem Mangel selbst produzieren müssen. Weil sie sich selbst darstellen wollen – etwas, was ich nicht nötig habe.
Die aber meiner Meinung nach einzige, richtige Antwort lautet: weil 2015 Gesellschaft auf diese Art und Weise stattfindet. Das kann man doof finden. Oder abschätzig betrachten. Man kann sich verweigern, sich da raushalten, Petitionen dagegen zeichnen, Facebook-Gruppen gründen. Aber das wird nichts ändern. Denn gesellschaftlicher Wandel ist ein großes Phänomen, eins, das Zeit braucht und nicht mit ein paar Unterschriften rückgängig gemacht werden kann. Unsere Welt definiert sich schon lang nicht mehr über die Stadtgrenzen, innerhalb derer wir leben, der Geburtsorte, in denen wir bis zu unserem Lebensende bleiben. Wir leben nicht dort, wo unsere Familien sind, wir suchen uns aus, wo und was zu Hause ist. Dadurch gibt es aber auch viel weniger gewachsene, soziale Netzwerke. ich glaube aber fest daran, dass der Mensch ein sozial gestricktes Wesen ist. Mit wem teilen wir unsere Nöte, unsere Ängste, unsere Fortschritte, unsere Freude? Wem zeigen wir, wie stolz wir auf unsere Kinder sind, die nicht nur sprichwörtlich ein Teil von uns sind? Das Internet gibt uns  den schnell und unkompliziert nutzbaren Rahmen, das soziale Gefüge wieder aufzubauen.

Ich höre all die Abers, die an dieser Stelle zu erwarten sind. Ich möchte ihnen auch ein Aber entgegen halten: ABER wir leben jetzt, nicht gestern oder vor 20 Jahren, wo all das noch nicht nötig war. ABER: wir wissen nicht, was die Zukunft bringen wird. Und so lange sollten wir bestmöglich die Verantwortung übernehmen, für das Leben wie es JETZT ist.

Wir haben es in der Hand

Auch jetzt höre ich das Argument: aber wir übernehmen doch die Verantwortung; in dem die Kinder im Netz erst gar nicht stattfinden.

Aber ist das wirklich verantwortungsbewusst? Die Kinder werden älter, sie werden selbst „das Netz benutzen“. Aber auf welche Weise sollen sie das tun? Was haben sie von uns gelernt, welche Verantwortung, welche Medienkompetenz haben wir ihnen mitgegeben?
Wenn unsere Kinder von uns lernen, dass das Internet das Böse und Unbekannte ist – wie können wir sie dann verantwortungsbewusst auf ihren eigenen Umgang damit vorbereiten? Und wenn wir Netz und Kind maximal getrennt voneinander halten, wie und wo lernen unsere Kinder die Grenzen der eigenen Darstellung im Internet? Eines ist klar – auch, wenn ich nicht in die Zukunft schauen kann: das Internet wird seine Rolle und Position nicht aufgeben, schon gar nicht in der Generation unserer Kinder und Enkel. Wir als Eltern haben deswegen die Aufgabe, unsere Kinder medienmündig und medienkompetent zu erziehen. Und das setzt voraus, dass wir selbst beides sind!
Wie immer wieder gesagt wird: wir entscheiden für unsere Kinder! Wir entscheiden nicht nur, ob wir Fotos von ihnen zeigen, sondern auch, was für einen Umgang sie mit Internet, Datenschutz, Persönlichkeitsrecht, Recht am Bild (und am Bild anderer) erlernen.

Persönlichkeit und Objektivierung

Wenn wir unsere Verantwortung an dieser Stelle wahrnehmen wollen, brauchen wir selbst eine für uns hilfreicheMedienkompetenz. Wir brauchen einen handelbaren und transparenten Umgang mit dem Internet und eine Sensibilität für seine Folgen.

Ich persönlich finde eine totale Verweigerung genauso wenig verantwortungsbewusst wie das „ins Netz stellen“ blamabler Videos von Kindern, die sich in einer peinlichen Situation befinden. Ersteres habe ich ja eben erläutert, das Zweite zeugt für mich davon, das Persönlichkeitsrecht des Kindes als Eltern tatsächlich nicht ernst zu nehmen.
Die größte Sorge ist und bleibt die des virtuellen Missbrauchs; eine Sorge, die nicht übertrieben und nicht weg zu diskutieren ist. Aber sollte sie die Sicht auf unsere Kinder bestimmen? Sollten wir unsere Kinder immer mit den Augen potentieller krimineller Unbekannter sehen? Ich möchte das nicht! Ich möchte meine Kinder weiter als die süßen und bildschönen Menschen sehen, die sie sind. Und ihnen genau das vermitteln. Ich möchte die kranke Sichtweise, die in Kinderfotos Selbstbefriedigung findet keinesfalls zu meiner machen! Ich entscheide mich dafür, sie da zu lassen, wo sie herkommt. Denn: jeder trägt die Verantwortung für sein Handeln und so schwer das vielleicht manchmal zu akzeptieren scheint – genauso ist es.

Trotzdem bleibt die Frage: was können wir tun? Kinder aus der Öffentlichkeit zu halten, kann nicht die Lösung sein. Kinder sind Teil unserer Gesellschaft! Dann darf es keine Katalog, keine Werbung geben – Kinder dürften nicht öffentlich stattfinden. Mal abgesehen davon, dass sich Menschen mit finsteren Absichten überall tummeln können, sollte es unsere Aufgabe sein, im Netz positive Signale zu setzen! Warum soll das Netz nicht gefüllt sein mit Bildern, die zeigen wie wundervoll Kindheit ist? Aber nicht, in dem wir ihnen seltsame Sticker ins Gesicht pappen oder die Köpfe abschneiden. Dadurch machen wir sie zu anonymen Objekten! Wie sollte man die Persönlichkeit eines Menschen schützen, wenn man sie derart objektiviert und ent-personalisiert? Pädophile Menschen interessiert das Gesicht im übrigen nicht, das nur nebenbei…

Ich habe mir oft Werbung und die Abbildung von Kindern in Katalogen oder Modestrecken angeschaut, um zu lernen, wie Kind und Kindheit dort dargestellt wird. Was dort passiert, ist nämlich höchst interessant: die Situation, in denen sich die die Kinder dort bewegen, ist künstlich erzeugt. Wir wissen nichts Privates über dieses Kind und gleichzeitig behält das Kind an sich seine Persönlichkeit. Wir sehen den Zauber des freien Spiels und die ungetrübte Freude, sich wie eine Prinzessin zu kleiden. Das Kind wird zur Projektionsfläche seiner selbst, ohne, dass es dabei zum Objekt wird.

Eine Frage der Kompetenz

Was gehört also ins Netz und was nicht? Was darf auf einem Foto zu sein und was nicht? Ich habe für meine Fotos eine Maxime gefunden: ich möchte zeigen, wie wunderbar Kindheit und Kind sein ist. Das steht für mich noch weit über der Präsentation meiner selbst genähten Kleidung (wenn es nur um die ginge, bräuchte ich meine Kinder gar nicht unbedingt fotografieren!).
Dazu gehört die Kompetenz zu entscheiden, was privat ist und was nicht. Ein krankes Kind, das fiebert, muss nicht fotografiert werden, das wäre der Situation absolut nicht angemessen. Aber darüber zu schreiben, kann für sich selbst und andere Eltern hilfreich sein. Und warum soll dafür das Kind nicht in einem angemessen Rahmen, weit weniger verletzlich gezeigt werden?

Kompetent heißt für mich überlegt, weise und transparent. Auch, wenn meine Kinder in ihrem jungen Alter noch nicht die Tragweite erahnen können, so kann ich ihnen zeigen, wo die Fotos erscheinen und wie sie aussehen. Ich kann ihnen während eines Shootings erklären, was auf ein ein Foto darf und was nicht. Weil es privat ist und niemanden etwas angeht. Es bedeutet für mich, dass ich mich nicht von Unbekannten oder einer Angst bestimmen lassen darf, die ich nicht näher ansehen möchte. Sondern dass ich mich aktiv und konstruktiv damit auseinander setze. (Hierzu empfehle ich die Seite der re:publica, dort gibt es unglaublich viele Vorträge als Video-Streams zu zahlreichen Themenschwerpunkten!).

Wie oft wird das Argument genannt, dass Kindern später die Fotos, die ich jetzt ins Netz stelle, peinlich sein könnte? Meine Antwort darauf: macht keine peinlichen Fotos! Ganz einfach. Das Problem ist doch nicht, dass das peinliche Foto oder Video in der Öffentlichkeit stattfindet! Auch, wenn wir es nur privat besitzen würden, fänden wir es peinlich. Aber wer zwingt uns denn, solche Fotos und Videos unserer Kinder zu machen? Also lassen wir es doch einfach sein. Und warum sollte ein Kind einen auch nur im geringsten ernst zu nehmenden Schaden von schönen Fotos erhalten – nur, weil sie in der Öffentlichkeit stattfinden? Als ich neun oder zehn war, zierte ich, gemeinsam mit meinem Bruder die Außenverpackung eines pflanzlichen Heilpräparates. Internet hatten wir damals noch lange nicht, aber nahezu jeder Schüler in der Grundschule hatte uns früher oder später in der Apotheke stehen sehen. Meine Eltern hatten uns das zustande Kommen des Bildes erklärt. Hätte uns das peinlich sein müssen, hätten wir uns schämen müssen? Nein. Es gab gar keinen Grund dazu.

Unsere Kinder wachsen mit der virtuellen Vernetzung des Lebens in Bildern und Texten auf, das ist einfach so. Auch welche Art und Weise sie dabei partizipieren, entscheiden wir Eltern. Aber das sollten wir mit echter Kompetenz und nicht voller Angst und Anklage tun!

Und nun bin ich auf einen regen Meinungsaustausch gespannt!

Eure Carolin

Wenn Ihr noch weitere Posts zu diesem Thema lesen wollt, dann klickt Euch mal zu diesem Artikel von mesupermom, dort sind unter dem Text weitere Verlinkungen aufgeführt, die einen guten Überblick bringen.

Die Stoffe sterntaler und ringel grau/moosgrün wurden mir von lillestoff zur Verfügung gestellt und Ihr bekommt sie genau dort; die Schnitte sind von minikrea und klimperklein.

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9 Comments

  • Reply
    ElinaEinhorn
    12. Mai 2015 at 10:39

    WOW, mal wieder auf den Punkt gebracht. Du bist eine der wenigen, deren lange Texte ich gerne lese und darüber nachdenke.
    Auch ich frage mich immer wieder, welche Fotos ins Netz dürfen und welche nicht. Zweifel bleiben natürlich immer. Wie es bei mir zukünftig aussieht, weiß ich nicht. Momentan zeige ich die Kinder mit Gesicht, benenne sie jedoch nicht (die Namen kann natürlich dennoch jeder rausfinden…). Wie es jedoch aussieht, wenn die Große in der 3. oder 4. Klasse ist, oder dann in der weiterführenden Schule, weiß ich nicht. Zum Einen darf sie dies natürlich entscheiden, zum anderen muss ich jedoch abwägen, ob ich sie überhaupt noch mit Gesicht zeigen möchte. Nicht wegen Pädophilen, sondern wegen unserer näheren Umgebung. Denn ja, es kann sein, dass die Kinder es irgendwann nicht mehr möchten, dass sie jeder Mitschüler, etc. erkennen kann. Momentan ist meine Große noch stolz darauf, aber das kann sich auch ändern.

    LG
    Corina

  • Reply
    Ela von Immertreu
    12. Mai 2015 at 11:22

    Mmhh…ich kann deine Argumente alle nachvollziehen, und es ist immer eine persönliche Entscheidung. Ich setze meine private Grenze an anderer Stelle als du es tust, akzeptiere aber deine Grenze. Du reflektierst deine Vorgehensweise und kannst sie schlüssig begründen, viele tun das nicht. Die Personen, welche Kinder-Bilder zweckentfremden und sich damit zu eigen machen, die kann ich aber nicht ausblenden. Das heißt aber nicht, das ich durch deren Augen auf mein Kind schaue, es bedeutet für mich, sich der Gefahr bewusst zu sein. Das Netz hat Untiefen, die wir nicht einmal ahnen. LG! Ela

  • Reply
    MM
    12. Mai 2015 at 11:35

    Liebe Carolin,
    dein Text ist wiedermal toll, toll, toll! Und die süßen Fotos sind ganz wunderbar! Schön, dass du sie zeigst!
    Das Thema beschäftigt mich auch gerade, weil ich auch sehr gerne Fotos mit Kind zeige. Ich bin sehr, sehr gerne Mama, ich möchte meinen Kindern eine schöne, behütete Kindheit bieten und sie natürlich vor nahezu allem beschützen. Ihre eigenen Rechte will ich selbstverständlich wahren. Und trotzdem zeige ich Fotos von Ihnen. Zum Nähtechnischen Teil einfach darum, weil es ja auch um die Passform geht – da sind meine Süßen dann einfach nur "Modepüppchen". Die Große versteht es als einzige und posiert richtig, aber nur, wenn sie dazu auch Lust hat. Neben dem Nähen gibt der Blog auch Einblick in einen Teil meines Lebens, eben auch weil (wie von dir treffend beschrieben) es ein Teil des sozialen Austausches ist nach dem sich Menschen nun einmal sehen ganz egal wo sie sich bewegen. Und da die Kinder momentan mein Lebensmittelpunkt sind, gehören sie eben auch unbedingt dazu – in Text und Bild. Eine gewisse Sensibilität finde ich dabei ganz wichtig, genau wie du will ich sie aber auch nicht heraushalten aus dem, was Teil meines Lebens ist. Und mögliche Gefahren finden sich überall.
    So, mein Jüngster beendet mal wieder verfrüht sein Mitagsschläfchen und ich hab keine Ruhe mehr – die restlichen Gedanken müssen warten.
    Danke für den tollen Beitrag und die Anregung zum weiteren Nachdenken.
    Liebe Grüße,
    Maria von Mäusemode

  • Reply
    Frau Mena
    12. Mai 2015 at 13:59

    Das ist mit Sicherheit ein Thema, bei dem die Meinungen immer auseinander gehen werden.

    Ich glaube nicht, dass meine Kinder mit ihren 9 und 5 Jahren überblicken können, was ihre Fotos im Internet für Kreise ziehen können. Daher entscheide ich für sie, dass ich sie NICHT mit Gesichtern zeige und bin überzeugt, dass genau das der richtige Weg ist.

    Unsere Familie wohnt auch weiter weg, und die privaten Fotos, die sie sehen sollen, schicke ich ihnen auf anderen Wegen aber eben nicht über meinen Blog oder facebook.

    Da trifft echt der Spruch "das muss jeder für sich entscheiden" – und eben auch hoffen, dass es die richtige Entscheidung ist, aus welchen Gründen auch immer.

    Viele Grüße,
    Frau Mena.

  • Reply
    Katarina
    12. Mai 2015 at 16:27

    Carolin, das hast du wunderbar geschrieben!
    Es ist ein sehr schwieriges Thema, weil es überwiegend negative Meinungen dazu gibt und wir Mütter uns viel zu oft an den Pranger stellen lassen!
    Natürlich drohen Gefahren, die nicht vollkommen ausgeblendet werden dürfen. Vor allem auf Grund der Gesetzgebung z.B. in Bezug auf die Impressumpflicht, sind Privatadressen häufig sehr schnell herauszufinden und da mache ich mir schon so meine Gedanken… man hört einfach so viel über böse Menschen, die sich ein Kind "einfach mitnehmen"…
    Natürlich darf man das nicht außer Acht lassen, wobei ich meine, dass dies meist aus dem näheren Umfeld kommt. Ich will dies nun nicht verharmlosen. Letztendlich ist es egal, aus welchem Umfeld solch krankhaftes Tun kommt, jedoch denke ich, dass es vielleicht auch auf die Art der Bilder ankommt. Schließlich sollten es kindgerechte, dem Alter entsprechende Bilder sein (eben so wie du sie machst) und nicht Bilder, auf denen die Kinder extrem girlielike und dick geschminkt in die Kamera schmachten, womöglich nur leicht gekleidet sind und was weiß ich noch!
    Es ist verdammt schwer, dies in Worte zu fassen und ich könnte mir vorstellen, dass es viele falsch verstehen könnten/wollen.
    Ich meine einfach nur, dass Familie gelebt wird, es gibt sie im realen Leben! Warum sollte also Familie im virtuellen Leben vollkommen ausgeklammert werden? Es ist eben nur die Frage, wie weit man einen Einblick in Familie bereit ist zu geben der für alle Familienmitglieder in Ordnung ist. Es ist ein Spagat aber ich denke, es ist machbar, dass sich jeder Wohl dabei fühlt.

    Liebste Grüße
    Katarina

  • Reply
    HannaPurzel
    13. Mai 2015 at 8:24

    Applaus, Applaus!!!

  • Reply
    blaugelbgemischtes
    14. Mai 2015 at 6:36

    Danke für deinen Beitrag für mich kommt er grad wie gerufen, denn ich beginne momentan erst mit einem eigenen Blog und mache mir genau über diese Themen Gedanken. Wo setzt man Grenzen… Momentan bin ich schwanger, dementsprechend zeige ich nur mich selbst, aber was mache ich wenn mein Kind dann da ist und ich meine Gedanken und Freude eigentlich teilen möchte? Entschieden habe ich das noch nicht. Aber dein Beitrag hilft mir dabei es vielleicht doch zu wagen mein Kind zu zeigen. Übrigens finde ich es sehr interessant, dass diese Privatsphäregrenze in Deutschland viel stärker und bewusster vorhanden ist, als in anderen Ländern. Vielleicht durch die Erfahrungen in der Vergangenheit?

  • Reply
    tepetua
    19. Mai 2015 at 7:09

    Liebe Carolin,
    ich danke Dir für diesen Blogbeitrag und die vielen Gedanken, die Du Dir gemacht hast und mit uns teilst. Ich mag Deine Fotos sehr. Ich finde Du hast zwei entzückende Kinder.
    In meinem Blog bleibt das Gesicht meines Sohns ungezeigt. Nicht so sehr, weil ich seine Persönlichkeitsrechte bedroht sähe. Eher aus der Sorge heraus, dass ein Irrer auf einem Bild sieht, wie süß er ist und ihm nachstellt. Mir ist klar, dass diese Gafahr nicht dadurch ausgeschlossen wird, dass ich ihn online gesichtslos zeige. Mir ist auch klar, dass die Wahrscheinlichkeit nicht so irrsinnig hoch ist. Jedoch kann ich diese Sorge nicht ausreichend zum Verstummen bringen.
    Vielleicht wird sie leiser, wenn der Zwerg älter ist und ich den Eindruck habe, dass er sich in einer solchen Situation besser behaupten kann? Ich bin da nicht dogmatisch.
    In der Zwischenzeit freue ich mich an Deinen wirklich schönen Bildern.
    Alles Liebe
    Anna

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    Anonym
    4. Juli 2015 at 15:04

    Ich sage NEIN zu Kinderfotos im Netz.
    Sie können Ihren Kindern (7/4/3) erklären was Sie wollen, sie können dieTragweite auf keinen Fall erfassen. Die eigentliche Frage ist doch: warum veröffentlichen Sie die Bilder Ihrer Kinder ?
    FG Zoé

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