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Nicht von der Stange

Regeln brechen lohnt sich (manchmal)

Man sagt ja immer, dass man die wichtigsten Lektionen direkt aus dem Leben lernt. Ich würde sagen: stimmt! Und wenn zum Leben fotografieren dazu gehört, dann liegt unter Umständen die Schlussfolgerung nahe, dass man schlauer und um einiges weiser den Schauplatz des fotografischen Geschehens verlässt.


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Nehmen wir beispielsweise mal vorletzte Woche. Bevor wir übers Wochenende zu meiner Familie gefahren sind, wollte ich unbedingt noch mein Shirt aus dem wunderschönen Triangel-Jersey von lillestoff fotografiert haben. Ich war im Vorfeld schon etwas frustriert, da ich – auf der Suche nach dem perfekten Schnitt – meine eigene Regel-Mäßigkeit durchbrochen und etwas Neues ausprobiert habe. Was natürlich voll in die Hose ging, wie sollte es anders sein. Nachdem ich mühsam alles wieder aufgetrennt hatte, blieb aus den Resten noch ein einfaches Shirt übrig, bei dem ich nicht recht wusste, ob es viel mehr als ein „geht schon“ war. Gut, meiner Begeisterung für den Stoff an sich hat es ja keinen Abbruch getan und kombiniert mit kuschligen Lieblingsstücken aus meinem Kleiderschrank war die Sache geritzt. Aber nochmal würde mir das nicht passieren – Regeln brechen lohnt sich einfach nicht. Dachte ich.

Ich  bin ein alter Angsthase, ich gebe es zu. Etwas zu tun, was man eigentlich nicht darf – da krieg ich ganz, ganz schnell Bauchschmerzen und lass es lieber sein. Was grundsätzlich sicherlich auch Sinn macht… Nun waren wir also auf der Suche nach einem passenden Ort, besagtes Shirt in Szene zu setzen und mir viel ein offenes Grundstück ein, an dem ich vor einiger Zeit auf dem Weg zum Supermarkt vorbei gefahren bin. Allein die Tatsache, dass ich nicht genau wusste, ob dieses freie Stück Land (ohne Zaun und Schild) nicht doch am Ende Privatbesitz ist, bescherte mir ein flaues Gefühl in der Magengegend und so warf ich die ganze Zeit panische Blicke über die Schulter und nervte meinen Mann mit „Meinst Du echt, wir dürfen das?“

Regeln sind eine prima Angelegenheit, ich bin ein großer Freund davon, denn das macht das Zusammenleben nun mal deutlich einfacher. Das Problem an der Sache: wenn man auf einmal der Meinung ist, die vorhandenen Regeln reichen nicht mehr aus und man anfängt, munter einen ganzen Wald an „Mach dies nicht“ und „Du darfst das nicht“ zu pflanzen. Zwangsläufig muss man die klare Sicht verlieren und – ich spreche hier aus Erfahrung – irgendwann sich selber. Das gilt für den kreativen Bereich genauso wie für das Leben so im Allgemeinen.

Das Schild, was ich da in der Hand halte, lag da rum (das hab ich nicht kaputt gemacht – würde ich nie tun!) und wir entdeckten es zufällig beim fotografieren. Erst haben wir es nur für alberne Fotos genommen und dann entschieden, es mitzunehmen (es ist bereits gereinigt und kommt dann in unseren renovierten Flur an die Wand). Sozusagen als kleine Erinnerung, sich nicht selbst Zäune zu bauen, die einen einengen, sondern den Regelwald auch mal zu durchbrechen. Da ergeben sich nämlich ganz neue Ein- oder besser Aussichten!

Habt einen tollen Start in die Woche!

Stoff: Jersey Triangel über lillestoff
Schnitt: MAlina von FRAULiebstes über ki-ba-doo

Das passt dazu...

6 Comments

  • Reply
    fredi {Seemannsgarn}
    23. März 2015 at 11:40

    Wundervolle Fotos und ein toller Text, den ich nur zu gut nachvollziehen kann! Für die Fotos hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt und das Shirt ist natürlich auch toll und passt super in das Setting 😉
    Liebe Grüße
    Fredi

  • Reply
    Sanni
    23. März 2015 at 17:15

    Wundervoll – sowohl das Shirt als auch die ausdrucksstarken Bilder! Ich lese deine Beiträge deshalb so gern! Immer wieter so 😉

    Liebste Grüße

    Sanni

    • Reply
      Florentine
      23. März 2015 at 17:30

      Wundervoller Text, in dem ich mich wieder gefunden habe 🙂
      LG Florentine

  • Reply
    Jasmin G.
    24. März 2015 at 18:56

    Tolle Fotos in einer klasse Location.
    Ein schönes Shirt hast du dir genäht. Und der Text ist mal wieder super geschrieben.
    LG Jasmin

  • Reply
    LieseLotteFriedrich
    27. März 2015 at 18:21

    klasse Text 😉 Ich erkenn mich wieder …ich bin auch eher der Typ"…darf man das…und wenn jetzt einer kommt??!"..und mein Mann ist der lockerere dabei :-)Puh…das Bauchgrummeln kenne ich..und trotzdem..dann,wenn ich mich traue mit zu machen,dann wird's meistens richtig gut 🙂
    liebe Grüße Tanja

  • Reply
    tillaBox
    2. April 2015 at 6:34

    wahhh, wie tol Carolin. Wenn ich Deine Jacke aus Fleece nähe, weiß ich, ich brauche so ein Stück unbedingt auch noch. Die sieht ja ultragemütlich und lässig aus!!! LG Silke

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