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Nicht von der Stange

Tutorial zum Schnittmuster Basic-Wickelkleid von ki-ba-doo

Ist das Frühlingserwachen nicht herrlich? Ich merke förmlich, wie ich jeden Sonnenstrahl in mich aufsauge und heute morgen – bei meiner Runde mit dem Bike durch den Wald – habe ich in einem unbeobachteten Moment einmal laut aufjubeln müssen, weil das ganze Vogelgezwitscher und dieses wunderbar weiche Licht mich richtig glücklich gemacht haben. Okay, ein wenig kalt ist es schon noch (jedenfalls hier) und die Mütze auf den Ohren darf nicht fehlen. Aber ich versuche vorbereitet zu sein – was meinen Kleiderschrank angeht, meine ich ;-).

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Als ich den wunderbaren Frida Quadrille-Jersey (Design: Verena Münstermann über lillestoff) in den Händen hielt, habe ich lange hin- und herüberlegt, was ich daraus nähen will. Ich dachte erst an ein weiteres Langarmshirt, aber ein Blick in meinen Kleiderschrank beschied mir, dass lange Arme ausreichend vorhanden sind und irgendwie verlangte der grafische Stoff auch nach einem Kleid, also habe ich angefangen, meine Schnittmuster zu durchsuchen. Hängen geblieben bin ich am Basic Wickelkleid von FRAULiebstes/ki-ba-doo

Den Schnitt hatte ich mir schon vor einer sehr langen Weile zugelegt, aber bis dato noch nie genäht – ja, er war noch nicht mal zusammen geklebt. Ich habe ein kleines Problem mit Kleidern im Allgemeinen und Wickelkleidern im besonderen. Zu Kleidern muss man in der Regel Strumpfhosen anziehen (außer natürlich, es ist Sommer) – und ich mag Strumpfhosen einfach nicht, am schlimmsten finde ich diese feinen, dünnen Dinger aus Nylon. Ohne Mist: ich ekel mich sogar ein bisschen davor… Deswegen trage ich schon mal per se meist sportliche Modelle, unter die eine Jersey-Leggings passt. 
Wickelkleider habe ich schon mal ausprobiert (kuckt mal in diesen und in diesen Post), aber irgendwie fehlt mir dafür die richtige Figur – vor allem oben herum sitzt es nicht wirklich richtig. Deswegen bin ich davon wieder abgekommen. So, aber nun lag da ja dieser Schnitt und den wollte ich auch nicht ungenutzt lassen. Und was macht frau in solchen Situationen? Richtig, sie bastelt. Herausgekommen ist dabei so ein tolles Modell, dass ich mir mit Sicherheit noch ein paar weitere Modelle nähen werde. Und damit Ihr das auch tun könnt, habe ich eine kleine Anleitung vorbereitet. Es geht wirklich ganz schnell und einfach.
Zunächst nehmt Ihr Euch die Schnittteile für das obere Vorder- und Rückteil. 
Man sieht ja schon im ersten Bild, dass der Schnitt so aufgebaut ist, dass die „Wickelecke“ ziemlich genau die Hälfte des Vorderteils ausmacht. Ich habe also einfach an der Linie des Fadenverlaufs die Ecke weggeknickt und sie zu meiner Bruchlinie gemacht. 
Man kann die beiden Schnitteile nun auch nochmal übereinander legen, um das ungefähr zu überprüfen. Als Fixpunkt habe ich die Achselrundung des Ärmels genommen.
Nun braucht man einfach nur noch den Ausschnitt anpassen. Entweder man benutzt das übrig gebliebene „V“ oder zeichnet mit einer schlichten Linie einen Rundhalsausschnitt ein. 
Ist das nicht einfach? Eine Anmerkung habe ich noch: das Vorderteil lässt durch den Wickeleffekt natürlich etwas mehr Platz für die Oberweite, die jetzt wegfällt!
Ich habe mir zusätzlich den Rock etwas schmaler geschnitten (die ausgestellte A-Form ist nicht ganz so meins) und außerdem Taschen in die Seitennaht eingenäht. Hierfür habe ich ebenfalls auf ein Schnittmuster von Claudia zugegriffen – und zwar auf MAlou. Dort sind nämlich schon Schnittteile für solche Beuteltaschen in der Naht vorgesehen und ich habe es mir einfach gemacht ;-). Die Höhe, in der ich die Taschen angebracht habe, habe ich am Schnittmuster ausgemessen. Die Taschen sind übrigens ebenfalls aus dem roten Jersey genäht, auf dem Foto sieht man sie ein wenig herausblitzen.
Für die Ärmel habe ich einfach jeweils einen Jerseystreifen zum Ring geschlossen und gefaltet (wie man es bei Bündchen macht). Dann habe ich den Ring rechts auf links angenäht, nach außen um die Naht gefaltet und mit zwei Nähten fixiert. Man könnte hier beispielsweise auch noch einen Riegel mit anbringen – vielleicht probiere ich das nochmal aus?
Was mir an diesem Schnitt übrigens gut gefällt, ist der eingebaute Teilungsstreifen. Das gibt einen wirklich guten Sitz! Den Halsausschnitt habe ich auch einfach mit einem Streifen des Jerseys und den Saum unten lediglich mit der Ovi versäubert – das rote Garn kommt da richtig gut, finde ich. 
Viel Spaß beim Nähen wünsche ich Euch!
Eure Carolin
verlinkt bei RUMS

Das passt dazu...

5 Comments

  • Reply
    Mücke
    19. März 2015 at 10:43

    Hej Carolin,

    ein tolles Tutorial hast Du da geschrieben! Ich sitze hier geraden mit meinem Kibadoo-Wickelkleid aus dem letzten Jahr und fühlte mich schon den ganzen morgen sehr wohl.

    Jetzt habe ich Lust bekommen, das Kleid noch einmal nach Deinem Tutorial zu nähen.

    LG Yvonne

  • Reply
    Paulina
    19. März 2015 at 11:08

    Wunderbare Idee! Das werde ich bestimmt mal ausprobieren!
    Steht Dir übrigens super 🙂
    LG, Carmen

  • Reply
    JANuAry trifft JuNE
    19. März 2015 at 11:10

    Liebe Carolin,
    dein Kleid steht dir total gut! Vielen Dank für das Tutorial. Ich liebe den Schnitt sehr und werde ihn bestimmt noch einige Male nähen. Bei besonders dehnbaren Stoffen ist mir aber der Wickelausschnitt auch zu weit und unangenehm. Auch deine Ärmelabschlüsse gefallen mir gut. Ich denke, dass ich dein neues Kleid – wenn auch aus anderen Stoffen – unbedingt nachnähen muss 😉
    Liebe Grüße
    Jana

  • Reply
    Prülla
    19. März 2015 at 20:27

    Hach, das drittletzte Foto…schmelz! Wickelkleid, also so richtig, ist nix für mich. Dein's gefällt mir gut! Man muss sich nur zu helfen wissen 😉 Liebe Grüße Danie

  • Reply
    lottapeppermint
    19. März 2015 at 21:19

    Das Kleid ist suuuuper und steht dir ausgezeichnet 🙂
    Mir gefällt die Stoffwahl auch sehr!
    Liebe Grüße,
    lottapeppermint

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