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Nicht von der Stange

Keep it simple! Warum Streifen kompliziert sein können…

Ich neige ja leider dazu, die Dinge oft komplizierter zu machen, als sie tatsächlich sind. Das kann ganz schön anstrengend sein, wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt. Sowohl für mich als auch für die Menschen um mich herum. Vielleicht kennt Ihr das ja auch? Eine scheinbar ganz einfache und simple Sache wird durch viele Wenns und Abers zu so einem komplexen Gebilde, dass man irgendwann selbst nicht mehr weiß, wie man es entwirren soll und den eigentlichen Kern völlig aus den Augen verloren hat.
Für mich war es eine ziemliche Offenbarung, als ich feststellte, dass ich hochsensibel bin.

Bereits vor ein paar Jahre haben wir angefangen, uns mit diesem Thema mehr oder weniger auseinanderzusetzen, als wir den Verdacht bei unserem Sohn hegten. Eigentlich stieß ich nur zufällig darauf, ich weiß nicht mal mehr, wie. Wir stellten bestimmte Verhaltensweisen des Prinzen fest, die sich in gewissen Situationen und unter bestimmten Umständen immer wiederholten. Dabei kamen mir viele Dinge sehr, sehr vertraut vor. Ich erklärte es mir einfach mit „Er schlägt eben nach mir.“ Tja, das tut er auch. Denn Hochsensibilität ist vererbbar. Nun ist das bei weitem nicht so „schlimm“, wie es sich anhört, es ist auch keine Krankheit oder Störung! Die Konsequenz ist eben nur, dass die Bereiche im Gehirn, die für die Reizfilterung zuständig sind, bei hochsensiblen Personen weniger ausgeprägt sind und somit viel mehr Reize ungefiltert auf die Großhirnrinde treffen. Dadurch ergeben sich viele positive und auch negative Seiten, zu denen beispielsweise auch oben genanntes Problem gehört.

Aber auch, wenn man nicht hochsensibel ist, neigt man vielleicht dazu, Dinge unnötig größer zu machen, als sie eigentlich sind. Vielleicht kennt Ihr das ja? Eigentlich wollt Ihr nur was zum Abendessen kochen. Und dann setzt die Denkmaschinerie ein: heute Mittag hatten die Kinder kein Gemüse, also sollte es jetzt etwas geben. Mmh, aber was passt zu dem Brokkoli, der noch im Kühlschrank liegt und eigentlich weg muss, den die Kinder aber nicht essen wollen? Oder Ihr steht vor Eurem Kleiderschrank und habt Lust auf den neuen Pulli, den Ihr Euch gestern gekauft habt. Ihr sucht eine Hose dazu aus, die aber nun wieder viel besser zu der weißen Bluse passen würde, über die man jedoch keinesfalls den neuen Pulli tragen kann. Ihr wisst, was ich meine, oder? (Bitte sagt ja, damit ich mir nicht allzu seltsam vorkomme, da diese Situationen hier zum Standardrepertoire gehören *hust* ). Mir fiel neulich selbst beim Nähen auf, dass ich gewisse Muster erkenne… 
*Werbung*
Für lillestoff hatte ich seit Dezember hier diesen Blockstreifen-Sweat liegen. Petrol ist meine Farbe, Streifen sind ja eigentlich sehr unkompliziert, er ist super weich, aber nicht zu warm (also auch über den Winter hinaus tragbar) – super Voraussetzungen! Nun ging die Denkmaschinerie los. Ich fragte meinen Mann: Willst Du ein neues Shirt? Nö, wollte er nicht aus den Streifen. Gut, dann vielleicht ein Kleid für die Püppi? Ich legte einen Kombi-Stoff bereit. Es würde wirklich sehr süß aussehen. Mmh, aber eigentlich mag ich den Stoff auch super gern… Nee, das kann ich nicht machen, der Prinz braucht auch dringend Klamotten! So ging das ungelogen anderthalb Monate! Schließlich saß ich erneut vor meinem Stoffregal und wollte nun endlich diesen Sweat, von dem ich mir bereits einbildete, dass er mir mahnende Blicke zuwarf (Stoffe können das – echt!), verarbeiten. Mir fiel der wunderschöne leaves-Jersey von Pamela in die Hände, aus dem ich mir immer mal noch eine Leggings nähen wollte. Perfekt zu petrolfarbenen Ringeln! (Schaut mal in diesen Blogpost, da habe ich das schon einmal zusammen vernäht!) Aber was nähe ich denn zu der Leggings? Zu bunt geht nicht, zu viel Muster auch nicht. Aber ein Hoodie nur aus Ringeln? Und so weiter und so fort. 

Irgendwann musste ich wirklich über mich selber lachen! Aber mir kam eine sehr wichtige Erkenntnis bei der ganzen Sache. Ihr wisst ja, dass ich beim Nähen eher schlicht als verspielt bin, das kommt wirklich eher selten vor. Das liegt nicht nur am persönlichen Geschmack, sondern eben auch daran, dass ich von zu viel „Tüddelkram“ überfordert bin. Wenn dann die Paspel nicht perfekt zu den Farben im Stoff passen oder die Knöpfe zur Litze oder das Garn zur Stoffinnenseite… 

Mit der Zeit habe ich mir da automatisch eine Strategie entwickelt: keep it simple! Sobald ich merke, dass es zu viel wird, dass ich mich verzettele oder verheddere, nehme ich Sachen wieder weg. Lege die Knöpfe, Bänder, Aufnäher und Kombi-Stoffe zurück und merke dann ganz schnell, was eigentlich die Essenz ist, die ich behalten will. Mal abgesehen davon, dass ich das ziemlich nachhaltig finde (weil man diese Sachen dann auch wirklich trägt – aber dazu ein anderes Mal mehr!), ist es vor allem meine Rettung. Ich nähe genau das, was ich will, was mir gefällt, was mir entspricht (womit wir wieder beim Thema Authentizität wären – das gilt auch fürs Nähen!). Und dann fiel bei mir der Groschen: das lässt sich sicherlich auch prima auf den Brokkoli im Kühlschrank oder den neuen Lieblingspulli im Kleiderschrank anwenden. Einfach alles weglassen – quasi den Weg rückwärts gehen. Dann gibt es eben den Brokkoli für mich und Paprika für die Kinder. Der Lieblingspulli braucht vielleicht nichts anderes als eine einfache Jeans und Chucks.

Keep it simple – klingt auch simpel, oder? Für mich ist es das leider oft nicht. Aber umso mehr freue ich mich dann über solche Durchbrüche, in denen ich erkenne, dass ich intuitiv bereits nach der richtigen Lösung gesucht habe. Jetzt muss ich nur noch daran arbeiten, dass zu behalten und mich rechtzeitig an alles zu erinnern. Vielleicht sollte ich mir eins von den Fotos irgendwo hinhängen…

Erzählt doch mal: wie ist das bei Euch? Habt Ihr Strategien, seid Ihr eher geradlinig gestrickt oder doch eher von der „komplizierten“ Sorte? Ich bin gespannt darauf, was Ihr zu erzählen habt!
Habt einen tollen Donnerstag!
Eure Carolin
Schnitte: MAlou von FRAULiebstes über ki-ba-doo; Beinkleid von Milchmonster
Stoffe: leaves von enemenemeins, Sweat Blockstreifen petrol/weiß – alles über lillestoff
Schuhe: Puma
Mütze: h&m
verlinkt bei RUMS

Das passt dazu...

26 Comments

  • Reply
    sewed4me
    5. Februar 2015 at 9:33

    Wow! Der gefällt mir, würde ich direkt so anziehen!
    LG Bina

  • Reply
    ich mach mir die welt
    5. Februar 2015 at 9:50

    Der Pulli ist so wunderschön!!!! Und ja, mich können auch einfache Ringelstoffe überfordern. Ich kenne das sehr gut was Du da beschreibst und manchmal nervt es mich selbst an mir. Aber diese Eigenschaft hat ja auch absolut ihre positive Seite und dann gibts Situationen in denen ich schätze dass es so ist wie es ist.
    Herzliche Grüsse und viel Freude an den neuen Kleider- auch die Leggins sind cool!
    Meret

    • Reply
      Carolin Schubert
      5. Februar 2015 at 10:12

      Vielen Dank! Ja, Du hast Recht – man muss beide Seiten betrachten!

  • Reply
    Anonym
    5. Februar 2015 at 9:56

    Der Pulli ist echt toll.
    Das Problem mit dem Gedankenwirrwarr kenne ich auch. Beim Stoffekaufen muss ich entweder sofort und ohne Nachdenken kaufen, oder es dauert ewig, bis ich mich entschieden habe. Das gleiche Spiel bevor ich anfange zu nähen. Für wen, Kinder, Mann oder doch ich selbst. Dieses Schnittmuster, ober doch das andere, oder vielleicht doch nicht. Deshalb versuche ich mittlerweile, nicht nachzudenken, sondern zu entscheiden. Wie oft das funktioniert? Reden wir besser nicht drüber..
    Und da man ja immer mal einen guten Vorsatz für das neuen Jahr haben sollte, ist dieser für 2015. Weniger denken, einfach machen. Vielleicht schaffe ich es dann ja auch endlich mal zu einem Blog und denke nicht nur darüber nach, ob oder ob nicht und wenn ja, wie…….
    LG
    Casi

    • Reply
      Carolin Schubert
      5. Februar 2015 at 10:13

      Weniger denken, einfach machen – hihi, steht auch auf meiner Fahne. Der Januar ist rum, bisher hat es mäßig geklappt. 😀 Schauen wir mal, was da noch so kommt!

  • Reply
    Anonym
    5. Februar 2015 at 10:09

    mit dem thema hochsensibilität befasse ich mich schon seit ein paar jahren. bei uns in der familie habe ich es an die jüngere tochter vererbt. neben dem alles-kompliziert-machen, habe ich aber auch probleme mit mit geräuschen. wenn ich etwas tue oder auch nur spreche, brauche ich eine stille/stumme umgebung.
    ich reagiere auch auf zu viele anforderungen mit stress. du kennst das bestimmt: jeder will etwas von dir. und zwar zur selben zeit. früher wurde ich laut und wütend, mittlweile kann ich (meist) artikulieren, dass ich gestresst bin und eine pause benötige.
    ich glaube, das leben ohne dieses phänomen ist manchmal leichter.

    • Reply
      Carolin Schubert
      5. Februar 2015 at 10:15

      Das mit dem Stress kenne ich sehr gut. Laute Geräusche machen mir tatsächlich nur partiell etwas aus; aber wenn mehrere Leute gleichzeitig Ansprüche an mich stellen, werde ich panisch. Danke für Deinen Impuls, wie toll, dass Du da eine Strategie entwickeln konntest!
      Ob es sich leichter ohne leben ließe – ich weiß nicht. Das ist sicherlich bei jedem unterschiedlich. Ich sehe auch die vielen positiven Seiten und wäre ja auch gar nicht die Person, die ich jetzt bin. Da ich mich aber grundsätzlich sehr mag, wie ich bin, muss ich dieses Extra wohl einfach dazu zählen. Ich wünsch Dir alles Liebe!

  • Reply
    Antje
    5. Februar 2015 at 10:17

    Ich bin auch hochsensibel, habe aber erst vor kurzem herausgefunden, dass es so etwas überhaupt gibt. Meine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht, denn ihre Söhne (und sie) sind es auch. Für mich war es erstmal eine Erlösung zu erfahren, dass auch viele andere Menschen so sind. Ich habe damit vor allem in meiner Familie echt Schwierigkeiten gehabt, denn meine Geschwister sind nicht hochsensibel und so musste ich mir in meiner Kindheit und Jugend einiges von ihnen anhören.
    Aber mittlerweile sehe ich es als meine besondere Stärke. Vor allem in meinem Beruf als Erzieherin. Bei mir zeigt sich die Hochsensibilität vor allem auch darin, dass ich Kleinigkeiten im Verhalten anderer wahrnehme und so einfach besser einschätzen kann, was mit ihnen los ist.
    Und beim Nähen geht es mir ähnlich wie dir: Ich nähe meist erstmal das pure Kleidungsstück. Wenn ich hinterher das Gefühl habe, "da fehlt noch etwas" dann kommt noch Demo dazu. 😉 Aber ich musste auch über die Jahre lernen, so vorzugehen. Zuerst hatte ich immer die tollen bunten, schick verzierten Klamotten anderer Bloggerinnen vor mir – ich finde sie schön anzuschauen, aber ich habe gelernt, dass das nicht meines ist.
    Schön, dass Du hier so offen schreibst! Ich denke, es haben bisher erst sehr wenige Menschen von der Hochsensibilität gehört.
    Viele Grüße
    Antje

    • Reply
      Antje
      5. Februar 2015 at 10:20

      Mistige Autokorrektur! "Demo" soll natürlich eigentlich "Deko" heißen! 😀

  • Reply
    Milan
    5. Februar 2015 at 10:23

    Hi Carolin,
    was das nähen betrifft, so werfe ich meist den tollsten Schnitten mit tausend Arbeitsschritten gierige Blicke zu, nur um mir dann wieder einzugestehen, dass ich in Wahrheit eher der klassische bis schlichte Klamottentyp bin. Ich bin grade dabei, mein Nähverhalten und meinen Kleiderschrank dementsprechend umzustrukturieren….
    Was deinen Hoodie betrifft, den finde ich Klasse. Habe heute beim Rums einige sehr aufgeregte Kombinationen gesehen und jedesmal gedacht, ok, das ist mir viel zu viel Action in einem Kleidungsstück. Keep it simple finde ich ein Supermotto!
    Danke für die sehr privaten Einsichten in dein Leben und dein Nähwerk.
    LG Milan

  • Reply
    KAREE
    5. Februar 2015 at 10:32

    Na, ich wusste bis gerade eben gar nicht, dass es für dieses Verhalten einen Ausdruck gibt…. Aber JA, ich reihe mich ein.
    Das hat mir meine Mutter (und jetzt mein Mann) mir schon immer vorgehalten, wenn es um ein Thema geht, ist mein mein Lieblingswort "Aber, wenn…". Kopfkino läuft auf Hochtouren. Es ist wie bei einem Baum. Angefangen hat alles mit einem einfachen Stamm. Am Schluß – nach vielen Wenn, Aber, Vielleicht, Eigentlich – finde ich mich am äußersten Zweigspitzchen oben in der Krone wieder. Die vielen Abzweigungen haben mich durcheinander gebracht und letztendlich steh ich in einer Sackgasse ohne Lösung…. Das hat mich und meine Mitmenschen oft ziemlich genervt. Ich habe aber das Glück, dass meine Schwester (bedingt durch ihre Arbeit) mich einer Art Gehirnwäsche unterzogen hat 😉 Die Worte ABER, EIGENTLICH … wurden weitgehend aus meinem Wörter-Repertoire gestrichen.
    Soll ich Dir was sagen? Es funktioniert.
    Ich kann dich also "trösten", du bist nicht allein damit … *gg* !

    Ganz liebe, geradlinige und unkomplizierte Grüße

    Katja

  • Reply
    Schnittchen
    5. Februar 2015 at 11:32

    Hach, herrlich erfrischend dein Beitrag in dieser ganzen zuckersüßen problemlosen Näh-Blogger-Welt! *Dankedafür*

    Zu deiner Frage ob es mir auch so geht?! Ja, ich bewundere immer diese tollen genähten wunderwerke mit paspeln und knöpfen und und und, um dann selber wieder doch recht schlicht zu werden.
    ich mag zwar auch die verspielten stoffe, aber irgendwie wenn ich dann anfange zu kombinieren oder oder dann wird mir das oft alles zu bunt, zu kompliziert, einfach alles zu viel…und dann komm ich wieder zurück zum ursprung.

    aber noch viel schlimmer finde ich, da hast du ein stückchen stoff, will umbedingt das eine Teil daraus nähen und dann überlegt man, sieht das wirklich aus? Wird das nicht zuviel? Und und und. Tja und dann näh ich einfach garnicht….weil ich einfach zu unsicher bin. *grummel*

    Ich werde mal versuchen deinen Rat zu beherzigen….

    LG Schnittchen

  • Reply
    frolleinLuSi
    5. Februar 2015 at 11:38

    Ein sehr sehr schöner schlichter Pulli, den würde ich sofort anziehen!
    Ich bin eher ein schlichter Typ, obwohl ich oft Sachen kaufe die ich bei anderen sehe,(eig so gar nicht mein Stil sind) die aber dann in meinem Schrank versauern!!!
    Nein du bist nicht alleine!
    Ich beschäftige mich seit kurzem mit dem Thema, bei mir ist es auch so!Auch bei meinen 2 Schwestern.Was uns damals unglaublich kompliziert machte.
    So richtig klar geworden ist mir das erst vor ein paar Monaten!Auch wenn es ums einkaufen geht!
    Wenn man nicht weiß das man hochsensibel ist, kann es finde ich zu einem wirklichen Problem werden bis man es rausgefunden, drübernachgedacht hat und seinen weg damit umzugehen gefunden hat.
    Mich behindert das ganze im Alltag immer noch.Aber es wird langsam besser.Mein Mann holt mich oft runter von der Schiene und im nachhinein denke ich, warum war es jetzt nochmal so kompliziert?!😏
    Ich denke so viel darüber nach beim nähen dass ich dann am ende gar nichts zustande kriege.So zieht es sich über Wochen hin.Dann fang ich einfach mit was neuem an und stehe vor dem gleichen Problem!
    Aber ich denke jeder wird irgendwie irgendwann damit umzugehen wissen!
    Bis dahin denke ich, einfach machen und den Kopf ausschalten bei gewissen Sachen!
    Du bist eine große Inspiration finde ich!
    Mach weiter so, denn so wie du es machst ist es wunderbar!!!😘
    Liebste Grüße
    Sina😘

  • Reply
    Jenny
    5. Februar 2015 at 12:12

    Liebe Carolin,
    Als ich deinen Blog las musste ich sehr schmunzeln. Darin habe ich mich komplett wieder erkannt. Ich sitze manchmal stundenlang im Nähzimmer um eigentlich nur eine kleine Tasche oder ein neues Shirt zu nähen aber daraus wird dann an dem Tag nichts weil ich so unschlüssig bin und das kreative Rad in meinem Kopf am heiß laufen ist wie was aussehen könnte oder auch nicht. Farbzusammenstellungen ect. Dann möchte ich manchmal viele Dinge gleichzeitig machen, wobei dafür die Zeit zu knapp wäre, dann fange ich erst garnicht an. Was wiederum blödsinnig ist. Ich tu mich da mit schwer Stück für Stück was zu erledigen als mich immer wieder an den Großen Haufen ran zu machen der mich viel Überwindung kostet. Und dann scheitert es am großen Ganzen. Ich würde mal tippen, das es vielen Kreativen so geht … 😉
    Liebe Grüße
    Jenny

  • Reply
    Benni
    5. Februar 2015 at 13:35

    Hoffentlich darf ich als Mann hier auch was hinterlassen. 🙂
    Denn ich bin manchmal das Gegenteil von sensibel, spiegelt mir zumindest häufiger mal meine Frau (die auch eher sensibel ist). Das heißt, ich denke dann vor einer Antwort nicht so genau nach und "haue einfach was raus", was ich sonst nicht so sagen würde. Das ist dann im Nachhinein betrachtet oft nicht so sinnvoll. Andererseits sage ich oft auch einfach das, was ich denke und mache nicht hundert Kringel um einen Gedanken. Aber ich denke, dass dies eher eine typisch männliche Eigenschaft ist, sich nicht ständig über alle Wenns und Abers den Kopf zu zerbrechen. Und dann auch mal innerlich abschalten zu können.
    Viele Eigenschaften sind m.E. sowohl positiv als auch negativ zu sehen. Und das Hochsensibel-Sein ist schon eine tolle Sache. Wenn ich sehe, was meine Frau häufig bei anderen Menschen "sieht", wie es ihnen geht – da bleibt mir erst nur ein "Häääh?!?", dann aber ein "Aha" übrig. Weil sie viel mehr wahrnimmt, als offensichtlich ist. Auf jeden Fall ein spannendes Thema, das Du da anreißt.
    Liebe Grüße an alle!
    Benni 🙂

  • Reply
    Benni
    5. Februar 2015 at 13:37

    …noch ein Klugscheißkommentar vom Oberlehrer: Vor dem Absatz mit der Werbung hast Du einen Satz begonnen mit: "mir viel…" – bitte um Korrektur 😛

  • Reply
    Jasmin G.
    5. Februar 2015 at 14:01

    Drüber nachgedacht habe ich auch schon oft. Ich spüre insbesondere die negativen Schwingungen anderer. Nicht immer schön 🙁 Und auch mein großer reagiert sehr auf Stimmungen anderer.
    Beim Nähen bewundere ich andere immer für ihre großartigen Kompositionen aus Tüddelkram. Ich selber bleibe da aber lieber schlicht.Es wird mir einfach zu viel.
    Auch deine Reaktion auf zu viele Anforderungen kann ich nachvollziehen. Ich würde mich dann am liebsten eingraben und niemanden mehr an mich ran lassen.

    Dein Outfit gefällt mir sehr gut. Würde ich auch nehmen 🙂
    LG Jasmin

  • Reply
    mollimops
    5. Februar 2015 at 19:21

    ach das hat einen namen??? bisher dachte ich immer, ich wäre einfach nur unentschlossen und träge….. das passiert mir andauernd, dass ich vor irgendwas stehe, mich für nix richtig entscheiden kann, weil ich argumente wälze ohne ende und zum schluss gar nix erledigt ist. das frustriert so dermaßen.
    mal bloß gut, dass du dein shirt angegangen bist, das ist nämlich echt cool geworden.
    lg,
    molli

  • Reply
    Susi
    5. Februar 2015 at 20:28

    Die MaLou ist wunderschön!! Schlicht, aber genial!! Gefällt mir sehr gut!!

    Mir geht es übrigens auch so. Ich unterdrücke meine Kompliziertheit oft, indem ich per Schnellschuß-Aktionen irgendwas mache mit dem ich aber nachher nicht so zufrieden bin. Ist auch keine Lösung!!

    Liebe Grüße
    Susi

  • Reply
    pipa pocoloco
    6. Februar 2015 at 6:33

    Meine liebe Caro,
    da hast du wieder ein schönes Thema gefunden, über das sich stundenlang erzählen ließe und man Erfahrungen austauschen könnte. Ich selbst neige auch dazu, manchmal Dinge "kaputt zu grübeln". Glücklicherweise habe ich da in meinem Mann einen perfekten Gegenpol gefunden, der mich dann meist zu bremsen weiß. Du hast es ja selbst schon geschrieben "weniger denken, einfach machen" und ich möchte ergänzen mit "und keine Rechtfertigungen".

    Liebe Grüße
    Paola

  • Reply
    Micha
    6. Februar 2015 at 8:07

    Danke für das Thema. Ich hatte diesen Begriff bisher noch nicht auf dem Schirm, aber nachdem ich mich gerade noch ein wenig schlau dazu gemacht habe, würde ich mal behaupten, dass er ganz viel bei mir erklärt. Das mit dem Kleiderschrank kenne ich auch, aber ich sage dazu immer mein morgendliches inneres Team was sich erst einig werden muss was ich anziehe. Mittlerweile habe ich wohl schon sehr viele Strategien gefunden, die mir helfen die Reize bewusst zu steuern aber auch zu nutzen. Für meinen Beruf ist es wohl eine Gabe, sofern ich gut auf mich aufpasse. 🙂
    Deinen Hoodie finde ich klasse. Meine Farbe….. und Strefen ja schon mal sowieso. Beim nähen habe ich leider noch keine Strategien entwickeln können. so dass es mir da ähnlich geht wie dir. Folge: ich habe so viel Stoff hier liegen, das ich nen eigenen Laden aufmachen könnte. Einfach nur weil ich mich nicht entscheiden kann was ich aus welchem Stoff machen möchte. Denn Ideen habe ich mehr wie Zeit. Mein Vorteil ist: keine Kinder die icch auch noch benähen kann. Da darf ich egoistisch sein. Mein Liebster steht nicht auf bunte Sachen, also fast nur noch ein viertel der Probleme vorhanden. *grins*
    Ich versuche es öfter nach dem Motto: Augen zu und durch! Der erste Gedanke ist der Beste. Wenn ich schnell genug zuschneide klappt das auch. *lach* Aber wehe die Gedanken sind schneller. 😉
    Danke noch mal, dass du dieses Thema angeschnitten hast… ich werde mich da mal weiter schlau drum machen.
    Deine Leggins ist übrigens der Knaller, aber auch hier wäre mein Kopf dran sich mit Gedanken zu überschlagen. Und eine leise innere Stimme sagt: hätte ich auch so gerne!
    In dem Sinne wühle ich jetzt mal wieder in meinen Stoffen….
    Hab ein schönes Wochenende und nicht zu viele Gedanken – einfach machen *räsuper*
    LG Micha

  • Reply
    aennie lu
    6. Februar 2015 at 8:45

    Liebe Carolin,
    ein wunderschöner Pulli, der eben seine Zeit gebraucht hat 🙂
    Ich (und "leider" auch mein Sohn) finde mich in vielen Dingen, die du hier beschreibst wieder.
    Das fängt bei der Wahl der Stoffkombis an (was sich manchmal über Stunden hinauszieht, weil ich alles aus den Regalen reiße, dann zufrieden bin, dann kurz den Raum verlasse, wiederkomme und plötzlich alles für ausgesprochen doof befinde), erstreckt sich dann über die Appli-Wahl (passt das auch wirklich zur Farbe, zum Motiv, wie stimme ich die Einzelfarben auf den Stoff ab, usw.), dann fehlt aber noch das passende Bündchen, was wieder nicht zu einer Farbe aus der Appli passt und der ganze Spaß geht von vorne los 🙂
    Das ist mein Wesen mal grob am Beispiel Nähen erklärt 😀
    Im Leben neben dem Nähen zeigt sich das auch besonders daran, dass ich vorher überlege, wie ich auf Menschen zugehen will (z.B. Lillestoff-Festival), mit die Begegnungen immer wieder ausmale … und dann … spreche ich die Leute vor lauter Scheu gar nicht erst an 😀 (Hab ich dir wenigstens "Hallo" gesagt? Ich glaube, es war nur ein "Nicken" 😉 ).
    Tja … ich glaube, dafür sind wir Frauen. Also zumindest kenne ich viele Frauen, die so sind und dem gegenüber fällt mir nur ein einziger Mann ein, dem ich dieses "Verhalten" zuspreche + meinem Sohn 😀
    Ach … es hat doch auch eine positive Seite: Dein Pulli ist toll, deine Nähwerke sind generell toll und ich für meinen Teil bin auch ab und an zufrieden, mit dem, was ich nähe 😀 Das ist doch besser, als sich im Nachhinein über scheinbar "zusammengewürfelte" Stoff- und Klamottenkombis zu ärgern 😀
    Liebe Grüße von
    aennie
    (Geräusche stören mich nicht im Geringsten, denn ich hab die tolle Gabe, alles um mich rum auszublenden. Das Negative daran: Ich merke dadurch manchmal wichtige Sachen nicht 😉 )

  • Reply
    Ein Dekoherzal in den Bergen
    8. Februar 2015 at 14:08

    Haaalölleeee
    HOB grod dein BLOG entdeckt
    Soooooo scheeeen hast das do
    Hob di glei gschpeichert
    Damit i die wieda find
    Los da no an liaben GRUAß do aus TIROL
    Bis bald de BIRGIT

  • Reply
    kreativkäfer
    8. Februar 2015 at 18:54

    Ein toller pulli und ein toller post 😘 glg andrea

  • Reply
    tillaBox
    30. März 2015 at 15:34

    Liebe Carolin,
    ich habe Deinen Beitrag eben erst gelesen und fühle mich sehr gut aufgehoben in Deiner Kommentarrunde 🙂
    Es schein ja doch die eine und den anderen zu geben, die sich diese Eigenschaft zuschreiben. Auch ich finde mich so gut wie in jedem Satz wieder. Und genau wie Du empfinde ich dies zum Einen als etwas sehr Postitives, steh mir aber dann auch genau deshalb wieder im Weg. Ein richtige Strategie habe ich (noch) nicht entwickelt. Oft mache ich mir tagelang Gedanken über Gesten und Antworten mit bestimmten Betonungen meiner Mitmenschen. Und ich verzettele mich so schnell. Ist doch aber auch nicht schlimm, oder?!
    Dien Outfit mag ich sehr, beide Stoffe liegen auch bei mir im Regal, auf diese Kombi bin ich noch gar nicht gekommen, hab ich mir gleich abgespeichert..sieht echt toll aus!!
    Ganz liebe Grüße
    Silke

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