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Das Leben eben Mahlzeit

Es gibt Eis, Baby! Winter-Karamell-Eis mit gebrannten Mandeln

Seid Ihr Eis-Esser? Also, ich meine nicht das Gelegenheits-draußen herrscht tropische Hitze-Eis im Sommer, sondern quasi Gourmets der gefrorenen Gaumen-Freude. So mit außergewöhnlichen Sorten, einhundert Saucen und Fünf-Sterne-Eismaschine?
Ich bin das eigentlich nicht. Eis esse ich tatsächlich meistens nur im Sommer, meistens auch die immer gleichen Sorten (Joghurt oder Frucht) und zwar an der Eisdiele im Ort. Und wenn ich vorm Eisregal im Supermarkt stehe, weil ich meiner Familie, die da völlig anders gepolt ist (jedenfalls was den Konsum und die Menge angeht), eine Freude machen will, finde ich trotz 278 angebotener Sorten nie die richtige. 
Selber gemachtes Eis dagegen ist eine völlig andere Hausnummer! Das finde ich grundsätzlich einfach nur toll und jedes Mal wieder frage ich mich, warum ich das eigentlich noch kaufe und nicht IMMER selber mache! Eine Antwort darauf habe ich bisher noch nicht gefunden, denn dank meiner Schwiegerfamilie besitzen wir sogar eine kleine Eismaschine – Rührfaulheit oder ähnliches kann also nicht geltend gemacht werden. Selbst gemachtes Eis kann man selbstverständlich nicht nur im Sommer essen, das passt auch als Nachtisch zum Weihnachtsbraten mit der Familie, ist der perfekte Keks-Ersatz (NEIN, NICHT für meine Lebkuchen-Plätzchen!) und abends auf der Couch, wenn die Kinder im Bett sind… okay, wir haben ein neues Sofa und der Bezug ist zwar waschbar, aber weiß… egal!
Die Idee für dieses Eis kam mir übrigens mit einem Stoff. 
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Bereits vor zwei-drei Wochen hatte ich in einem meiner Pakete von lillestoff, die hier regelmäßig zum Vernähen eintreffen, einen kuscheligen Sweat in hellblau dabei. Meistens werfe ich beim Ankommen der Pakete erst einmal einen raschen Blick auf die Stoffe und lasse das dann sacken. Bei manchen habe ich schnell eine Idee, welcher Schnitt dazu passen würde oder für wen der Stoff geeignet sein könnte. Andere muss ich erstmal eine Weile liegen lassen, bis mir der passende Einfall kommt und wieder andere sind von der ganz speziellen Sorte. Wie dieser Sweat. 
Denn noch bevor ich überhaupt weiß, was ich daraus nähen soll, sehe ich die fertigen Fotos vor meinem Auge. Und in diesem Fall waren es Fotos von Eis. Keine Ahnung, wieso, denn ich habe noch nie in meinem Leben pastellblaue Eiscreme gegessen! Und doch, von dieser Idee war ich nicht mehr loszubringen. Zunächst sollte es übrigens Karamell-Eiskonfekt werden. Die Zutaten lagen alle schon bereit, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen. Dann kam mir die grandiose Idee, einfach alle Zutaten in die Eismaschine zu werfen (also so ungefähr jedenfalls) und der beste Mann hat mich gerettet und genau das gestern Abend getan. Ich erwähne das so präzise, weil ich mich ja nicht mit fremden Federn (oder in dem Fall gebrannten Mandeln) schmücken will!
Irgendwann einmal, im Laufe der letzten Monate, schrieb mir jemand auf einen Blogpost, dass es schön sei zu sehen, dass auch andere über Umwege zu ihrem Thema – etwas Genähtem – kämen. Ich musste lange darüber nachdenken (und mit lange meine ich lange!). Mein Blog und seine Inhalte haben sich im Laufe des Jahres ziemlich verändert – jedenfalls für mich. Ja, Genähtes gibt es hier immer noch jede Menge zu sehen, nicht zu letzt wegen der Zusammenarbeit mit Partnern wie lillestoff und bernina. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie sehr sich die Gewichtung und meine Interessen verlagert haben. Wenn ich Euch Geschichten erzähle und diese mit Fotos von genähten Kleidungsstücken illustriere, wenn ich eher verschlungene Wege oder manchmal – zumindest auf den ersten Blick! – ganz andere Themen wähle, dann sind das für mich keine Umwege. Wozu sollte ich die auch gehen müssen? Es ist lediglich ein Ausdruck davon, dass mein Blog widerspiegelt, wie ich mich entwickle. Und eines der großen Themen in diesem Jahr war für mich die Rückkehr zum Schreiben! Deswegen gibt es mittlerweile selten „nur noch“ Fotos von dem, was ich genäht habe. Das ist manchmal auch anstrengend, kostet viel Zeit und Arbeit. Aber ich könnte und möchte keinen anderen Weg mehr gehen und hoffe, im neuen Jahr noch viel mehr in dieser Richtung entdecken zu können! So, das musste ich mal los werden, aber jetzt zurück zum Eis. 
Ich nehme mal an, Ihr wollt endlich das Rezept haben? Bitte sehr!

Winter-Karamell-Eis mit gebrannten Mandeln



Zutaten
300ml Milch
1 Vanillestange, aufgeschlitzt
120g Zucker
3 Eigelb
300 g Schlagsahne
Vollmilchschokolade
Karamellcreme
gebrannte Mandeln
Zubereitung
1. Für das Eis wird die Milch in einem schweren Topf erhitzt und mit der Vanillestange zum Sieden gebracht. Anschließend vom Herd nehmen und 30 min. ziehen lassen.
2. Zucker und Eigelbe in einer großen Schüssel aufschlagen, bis die Masse cremig und fest ist. Die Vanillestange aus der Milch entfernen und diese in einem dünen Strahl unter ständigem Rühren zur Eimasse geben. Die Creme durch ein Haarsieb passieren und unter ständigem Rühren und bei geringer Hitze eindicken lassen (ca. 10-15 min.). Die Creme nicht kochen!
3. Die Creme vom Herd nehmen und mindestens 1 Stunde abkühlen lassen. Gelegentlich rühren, damit sich keine Haut bildet.
4. In der Zwischenzeit Schokolade und Mandeln hacken.
5. Die erkaltete Creme in einem offenen Behälter 1-2 Stunden anfrieren lassen, wieder glatt rühren und die halb steif geschlagene Sahne mit den Schokostücken, den Mandeln und  der Karamellcreme unter die Creme ziehen. Wieder 2-3 Stunden im offenen Behälter gefrieren und anschließen in einen geschlossenen Behälter umfüllen. Beim Gebrauch einer Eismaschine einfach die halb steif geschlagene Sahne unter die Creme ziehen, alles in die Maschine füllen und wenn es die Creme schon einigermaßen gefroren ist, Karamellcreme, Schokoladenstückchen und gehackte Mandeln hinzufügen.
[Das Grundrezept für das Vanille-Eis ist aus dem Buch „Eiscreme“ von Susanna Tee, erschienen im Parragon-Verlag.]
Eine kleine Anekdote hätte ich dann noch zum Schluss, die wieder einmal beweist, das sich einfach nicht zum Foodblogger und -fotografen geboren bin. Mir fehlte es, wie immer, am nötigen Equipment (siehe HIER) – ich hätte so gern alte Silberlöffel, eine alte Blechschüssel, ein grobes Holzbrett und noch ein paar andere Nettigkeiten gehabt, aber Pustekuchen – nixe, nixe, nixe. Also habe ich die Kinderküche meiner Töchter nach dem alten DDR-Blechgeschirr durchforstet, was ich ihnen „vererbt“ habe (da war nur noch ein Topf!!! – wo ist das bloß alles hin?), meine neuen Emaille-Tassen, die ich Euch HIER schon gezeigt habe, hervor geholt (so eine Anschaffung muss sich schließlich lohnen) und das Schlafzimmer verwüstet. Während ich versuchte, das Eis fachgerecht zu arrangieren, klingelte es an der Tür, wo meine Nachbarin stand und meinem Mann, der nicht da war, eine Kleinigkeit bringen wollte. Ich überlegte währenddessen, wie unhöflich es wohl sei, einfach die Tür wieder zu zu schlagen und wie viel Verständnis fremde Menschen aufbringen, wenn man ihnen rudimentär Dinge wie „Eis schmilzt! Muss fotografieren!“ entgegen schreit. Zuguterletzt war die Schokolade, die ich so stilvoll über den Becher gießen wollte, schon fast wieder zu fest. Wenn ich nicht schon so viele graue Haare hätte, nun ja…
So, dann wünsche ich mal frohes Schlemmen!
Carolin
Schnitt: Ottobre 4/2014 no. 26
Material: Kuschelsweat hellblau über lillestoff, Bündchen von C.Pauli über Nähwahna, rosa Sweat von Stoff&Stil
Rock Esprit
Tassen siehe HIER
Löffel von ASA

Das passt dazu...

2 Comments

  • Reply
    Pamela {enemenemeins}
    23. Dezember 2014 at 9:22

    Liebe Caro,
    das ist mal wieder ein so schöner »Caro-esker« Post – herrlich! Mag ich von vorn bis hinten. Nur das Eis fehlt mir jetzt! Das hätte ich jetzt gerne hier bei mir auf dem Tisch stehen!

    Fühl dich gedrückt!
    Pamela

    • Reply
      Carolin Schubert
      25. Dezember 2014 at 16:22

      Du glaubst gar nicht, wie viel mir Dein Kommentar gerade bedeutet – das war mal wieder eine Punktlandung zur rechten Zeit! Dicken Drücker zurück und im neuen Jahr holen wir das mit dem Eis mal persönlich nach ;-).

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