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Das Leben als solches

Das Leben als solches #11 [graue Ikonen]

Es gibt ja diesen Spruch: Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, dann mach ne Limo draus. Oder Kuchen. Was Essbares jedenfalls. Da ich eine heimliche Leidenschaft für Metaphern hege, ist mir natürlich vollkommen klar, dass der Sinn dahinter nicht besagt, möglichst viel zu essen, wenn das Leben mal wieder #kackscheiße ist. Wobei ich ja Zitronen so ganz pur durchaus lecker finde; und gesund sind sie auch, man denke nur an das viele Vitamin C… Okay, ich schweife vom Thema ab, SORRY!

Jedenfalls: so ein Mantra, aus jeder Situation das Beste zu machen, ist ja nicht das Verkehrteste. So in der Theorie zumindest. Ich bin jedoch der tiefen Überzeugung, dass derjenige – wer auch immer diesen schlauen Spruch in die Welt der Postkarten und Poster gesetzt hat – folgenden Fall NICHT bedacht hat. Was macht man denn, wenn das Leben Dir mit gerade mal Anfang 30 einen Schopf weißer Haare beschert? Na? Eben! Und wir reden hier nicht über das Verlegenheitshaar, was sich ab einem gewissen Alter ab und zu zwischen all die blonden, dunkelbraunen und schwarzen Artgenossen mischt und welches man morgens, wenn der Partner noch schläft, hinter abgeschlossener Badezimmertür heimlich mit der Pinzette entfernt. Würde ich nach dieser Methode verfahren, hätte ich mittlerweile eine Glatze. Was, wie ich finde, weder Limo noch Kuchen ist…

Im Grunde genommen wäre das alles ja auch kein Problem, wenn nicht meine Eitelkeit und der extreme Hang zur Selbstdarstellung in diesem Internetz diametral der Möglichkeit entgegenstünde, alle vier Wochen den Friseur aufzusuchen und dieses Problem geschickt hinter professionell aufgetragenen, dabei jedoch wie zufällig durch die Sonne gebleicht wirkenden Strähnchen zu verbergen. Und nein: vier Wochen sind tatsächlich kein rhetorisches Mittel der Übertreibung, sondern die brutale Wahrheit. Ich habe nachgemessen! Meine Haare wachsen im Durchschnitt 2-3 cm im Monat. Selbst mit einer vier im Mathe-Abitur ist mir klar, was das auf ein Jahr gerechnet bedeutet. Mindestens einen viertel Meter weißer Zitronen, gegen die ich den Kampf verlieren werde! (Zur Erklärung: diametral bedeutet antipodisch bedeutet gegensätzlich bedeutet: ich habe kein Geld für den Friseur!)

Nun liegt die kampflose Kapitulation nicht in meinen Genen und ich bin – die Wahrheit glasklar vor Augen – meine Optionen durch gegangen. Erstens: Ich beschneide alle Fotos, auf denen ich selbst zu sehen bin und präsentiere mich in Zukunft in mysteriöse Kopflosigkeit gehüllt. Der Vorteil: ich spar mir die Hautretusche mit Photoshop… Zweitens: Ich trage nur noch Hüte. Völlig egal, ob ich eigentlich der Meinung bin, dass ich überhaupt kein Hutgesicht habe. Dann eben drittens: Mützen. Immerhin bin ich fähig zu nähen und zu häkeln. Meine Mama stelle ich zum stricken an. Und dann werde ich zum Helden, zu einer wahren Ikone! Wie die Cowboys in den alten Western. Oder habt Ihr die schon mal ohne Hut gesehen? Eben! Wenn ich so darüber nachdenke, ist das weder Limo noch Kuchen. Das ist TORTE!

Das passt dazu...

14 Comments

  • Reply
    19nullsieben
    29. August 2014 at 10:52

    Ui, wahrlich ein heikles Thema! Ich habe kürzlich mit meiner Schwester drüber geredet, die gemeint hat, sie müsse jetzt bald zum Färben anfangen. Aber würde ich das überhaupt wollen, monatlich zum Frisör gehen und nachfärben? Habe ich doch meine türkisen Strähnen aufgrund des mühsamen Nachfärbens zuhause (!) rauswachsen/-schneiden lassen… Also nicht wirklich.

    Ich bewundere Frauen, die voller Stolz oder als wäre es nie anders gewesen, graue Haare tragen. Eine Freundin von mir z.B., hat dunkelbraune Haare, die mit vielen silbernen Fäden durchzogen sind und ich finde das großartig! An ihr! Denn irgendwie bin ich doch zu eitel, aber … siehe oben! Dann vielleicht doch an der Einstellung und Liebe zu sich selbst arbeiten?

    Oder ja, drittens ist auch gut! Ich kann nähen, stricken und häkeln – also alles kein Problem! Oder viertens wäre auch eine Möglichkeit: Ich fotografiere mich und lasse mich nur mehr in schwarz-weiß fotografieren! Dann sieht man die grauen Haare auch nicht! Ha!

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    DreiPunkteWerk
    29. August 2014 at 11:30

    Das ist nicht weiß, sondern silber! Und wenn jemand komplett silberfarbene Haare hat, finde ich das endgeil – auch mit Anfang dreißig! Das Silber strahlt immer so toll und diejenigen sehen immer frisch aus!
    Außerdem will ich sehen, wovon du redest… 🙂
    LG,
    Kathrin

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    Astrid Ka
    29. August 2014 at 13:00

    Komme gerade von der Nachbarin, der Friseurin und lese deinen Post, und muss gestehen: Ich konnte mich auch nicht damit abfinden, dass in den Dreißigern eine dicke fette Strähne in Weiß von der Stirn aus seitlich auf die Schulter fiel. Damals wurde man noch verdächtigt, man habe sich extra eine Strähne machen lassen – und das fand ich doof. Also habe ich mit der Tönerei angefangen. Ja, ich könnte mal ausrechnen, was mich das gekostet hat bisher – aber inzwischen gebe ich regelmäßig das Geld bei der Friseurin aus, denn für alles andere brauche ich sehr viel weniger ( da Mode nicht mehr so wichtig ist ). Ich lass mir sogar – wie viele alte Damen – auch "unter der Woche" die Haare frisieren. Dass das für dich keine Lösung ist, kann ich aber gut nachvollziehen. Dann doch lieber Hut! Und abwarten, bis man älter ist…
    Alles Gute!
    Astrid ( die übrigens von Natur aus schwarzhaarig war )

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    Anonym
    29. August 2014 at 15:06

    Meine Allergie gegen die Gerbstoffe in der Farbe bewahrt mich vor der Frage "Färben, oder weiß werden?"….und wenn ich ehrlich bin auch die vielen vielen rausgewachsenen Haaransätze auf die ich dank meiner Körpergröße schauen darf/muss. Furchtbar! Dann doch lieber Mut zu natürlichen Strähnchen!!!!

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    Fishkopp
    29. August 2014 at 16:18

    oh, kenne ich, ich hatte auch schon mit 18 die ersten grauen Haare und bin mittlerweile auch komplett grau, wenn ich nicht färbe…
    Ich habe vor 2 Jahren mal versucht, das Färben sein zu lassen und gelassen grau zu tragen – leider macht das wirklich 10-15 Jahre älter, und irgendwann bin ich dann gefragt worden, ob ich die Oma meines Babies sei – das war's dann….

    Und, liebe Nicht-Grauhaarigen die das alles nicht so schlimm finden:
    ICH habe keine grauen Strähnen, ich habe graue Blöcke im Haar, und das sieht nicht gut aus….

    solidarische, auch alle 4-5 Wochen färbende Grüsse
    Tina

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    handmade by Hecki
    29. August 2014 at 18:54

    Hach, liebe Carolin, ich weiß, wovon du sprichst!
    Ich bin zwar inzwischen knapp 40 färbe aber schon seit einigen Jahren gegen die "Gräu(s)lichkeit" auf meinem Haupte.
    Angefangen hat es auch deutlich vor 30 mit einzelnen grauen Haaren, die sich zu meinem Schreck kontinuierlich vermehrten. Zuerst war das aber nicht schlimm, weil ich eh meist blonde Strähnen ziehen ließ.
    Irgendwann (ist jetzt auch schon ein paar Jahre her) reichte das aber nicht mehr und ich wollte auch keine Strähnen mehr. Also – komplett braun gefärbt!
    Auf Dauer war es mir dann aber zu dunkel (meine ursprüngliche Haarfarbe ist straßenköterblond, im Winter mehr -braun) und inzwischen sind wir bei einer Mischung aus hellbraun und goldblond angekommen. Im Sommer wird es automatisch heller, weil meine Haare immer sehr bleichen.
    Lästig ist das regelmäßige Ansatzfärben schon – sehr sogar – und teuer noch dazu! 🙁
    Ohne Farbe gehts aber gar nicht mehr, denn auf dem Kopf ist der Schopf zwar grau durchzogen, aber die Seiten sind mittlerweile echt komplett grau. *kreisch*
    In 10 Jahren überlege ich mir das mit der Natürlichkeit vielleicht, denn ich schlage was das frühe Vergrauen betrifft eindeutig nach meiner Mum und die hat einen sehr schönen Grauton. Jetzt finde ich aber, dass besonders die grauen Seiten viel zu alt machen würden und das mag ich ja mal gar nicht!!! Werder auf Fotos, aber auch nicht in der freien Wilsbahn des alltäglichen Lebens!
    Ganz liebe Grüße!
    Anke

  • Reply
    L Sabine
    30. August 2014 at 5:37

    Liebe Carolin
    Auch ich weiss wovon du sprichst, hatte ich doch mit zwanzig die ersten silbernen Haare. Jetzt mit vierzig ist es doch schon ziemlich sehr sehr viel. Ich hab mich für die Lösung regelmässiger Frisör, sprich kurze Haare aber keine Färbung entschieden. Kommt mich günstiger und ist gesünder als Farbe. Meine Mutter färbte von 20-50, das Auswachsen war der Horror! Schwarzweiss hätte ich dir auch als Lösung vorgeschlagen ��
    Bei gewissen Tieren sind die silberrücken die Chefs. Ich plädiere auf silberhaar gleich Chefin ����.
    Lieber Gruss Sabine

    • Reply
      L Sabine
      30. August 2014 at 7:49

      Die Fragezeichen hätten ein smile sein sollen…. Kommentar vom Bett aus per smartphone ist nicht immer ideal….

  • Reply
    LuLu
    30. August 2014 at 5:47

    Liebe Carolin,
    ich kann dich voll verstehen. Ich hatte zwar das Problem mit den grauen Haaren nicht, habe aber mit Anfang 30 sehr viele Haare verloren, ich meine – wirklich viele. Es ging über tuschieren, Tücher tragen bis zum Haarteil. War eine furchtbare Zeit. Und klar geht das ans Geld. Und meine Entscheidung war klar – lieber Arm als unglücklich in Zitronen begraben. Und zum Glück brachte die Schwangerschaft die Wendung und ich bekam meine Haare wieder. Keine Löwenmähne aber eine Torte im Vergleich zu früher.
    Also setzte deinen Glück vor alles andere, manchmal geht das nicht anders.
    Liebe Grüße, Lee

  • Reply
    tepetua
    1. September 2014 at 6:33

    Liebe Carolin,

    sobald Du das Limonaden-Rezept zu diesem Problem gefunden hast, sag mir bitte Bescheid.
    Ich habe dunkelbraune Haare – eigentlich – und damit das so bleibt, müsste ich alle 2,5 Wochen die Haare färben. Aus finanziellen/Zeit und Lebensgründen wird das – naja, nie etwas. Und mir knappen 34 Jahren bin ich in etwa zu 70% grau – den ersten halben Haarzentimeter dann meist auch für alle sichtbar… Toll!
    Besonders, wenn man in der Theorie auch noch manchmal Schauspielerin ist und ab und an zu Csstings rennen darf.
    Ganz ehrlich: ich kenne 2 Frauen in meinem Alter vom sehen, die nicht färben. Es sieht großartig aus!
    Aber dann brauch ich nie wieder zu einem Casting gehen.

    Eine gute Nachricht gibt es immerhin. Wir können uns über den Herbsteinbruch freuen. Mützen-Saison.
    Alles Liebe Dir.

    Anna
    Ich nehm auch das Kuchenrezept!

  • Reply
    Emma
    2. September 2014 at 11:39

    ohhh ein Thema bei dem ich glaub ich nicht mitreden kann…ich bin 42!! und hab toi toi toi kein graues Haar..(mein Papa mit 76 übrigens auch nicht..nur am Bart…vielleicht habe ich seine Gene) meine Mutter dagegen hat sich die Haare schon immer gefärbt..ich weiß gar nicht, was sie für ne Haarfarbe hat..ich vermute ein rötliches braun..wie auch immer…ich habe eine sehr sehr gute Freundin die hat ihre Haare nie gefärbt und jetzt Ende 40 stand sie neulich neben mir und da meinte ne andere Mutter aus der Schule ob sie meine Mutter wäre…hääää! das hat mich dann doch geschockt..ich finde sie wunderschön mit ihren weißen haaren..sehr stylish by the way.. ich habe für mich ausgemacht, dass ich meine Haare nicht färben werde..ich werde grau…schau ma mal wie ich darüber denke wenn es dann doch so ist..bei meinen dunklen Haaren.. wie auch immer..Torte ist gut..Zitrone naja..geht schon auch 😉 fühl dich geknutscht…knutscha emma

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    greenbeauty
    21. Oktober 2014 at 13:31

    Nachdem mein Kommentar jetzt 2 Mal verschwunden ist ( wohin auch immer ^^), fasse ich mich jetzt kurz –

    Haare ergrauen meistens, wenn der Körper übersäuert ist und Mineralstoffe fehlen – also schön entsäuern und Mineralstoffe zuführen (z.B. mit Brennnesselsamen – kann man selbst sammeln und rösten oder Sango Meereskoralle) und dann können sich sogar die bereits ergrauten Haare wieder färben.
    Amlaöl wird in Indien gegen graue Haare benutzt und macht wunderbar seidige, glänzende und gesunde Haare!
    Vielleicht hilft dir das etwas weiter 😉
    Einen tollen Blog hast du übrigens!!
    Liebe Grüße,
    Isabell

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