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Das Leben als solches

Das Leben als solches #9 [#hashtag your life]

Wenn das Leben einen eigenen #hashtag bekommt, dann kann man sich über zwei Dinge ziemlich sicher sein:

1. Man ist definitiv Kind seiner Zeit und den Social-Media-Kanälen näher als einem vielleicht manchmal lieb ist.

2. Irgendwas läuft mächtig schief. Vor allem dann, wenn der hashtag wie folgt lautet…

Der stammt im übrigen nicht von mir, eine Freundin fasste damit vor ein paar Tage den skurilen Film zusammen, zu dem sich unser Leben in den letzten Wochen entwickelt hat. Daran erkennt man übrigens die wirklich sehr guten Freunde. Nicht, dass ich nicht auch getröstet werden möchte und ja, manchmal ist ein Schulterklopfen und ein „nach Regen kommt Sonnenschein“ schön. Aber ebenso manchmal muss man die Dinge beim Namen nennen. Da hilft kein Schönreden, kein Ignorieren und kein „So tun als ob“ – auch, wenn das einem wiederum ebenso manchmal hilft, den Tag zu überstehen (schaut mal bei Juli von Heimatpottential vorbei, sie hat in ihrem Blog über so ein „So tun als ob“ geschrieben).

Aber zurück zum Thema. Mein Leben hat also neuerdings einen sogenannten hashtag. Und als intellektueller Mensch mit hochoffiziellem Universitätsabschluss habe ich also zu Recherchezwecken google, wikipedia und noch ein paar andere #superschlaue Internetseiten befragt, die mir Folgendes erklären: mein Leben ist etikettiert/mit einem Aushängeschild versehen/jemand hat einen Aufkleber drauf gepappt (tag) und zwar mit einer Raute (hash).

Ich sag Euch, wie ich das finde. Ich finde das #kackscheiße. Zum einen deswegen, weil ich und mein Leben, weil wir beide also dieses Etikett verpasst bekommen haben, ohne das einer vorher mal gefragt hätte. Ich meine – hallo???? Wie unhöflich ist das bitte?! Stellt Euch mal vor, Ihr seid auf dem Weg in Euer Lieblingscafé/in den Supermarkt/zum Klo oder sitzt einfach nur auf Eurem Sofa und starrt die Wand an. Und vor Euch springt einer wie diese Schachtelteufel empor und schreit: tadaaaaa. Und zack: habt Ihr irgendwo ein Schildchen pappen,  auf dem steht dann so was wie #pechfürdich, #ätschibätsch oder #nänänänänänä. Und leider, leider, leider könnt Ihr das Etikett auch nicht wieder abreißen, das hängt fest wie angetackert. NICHT NETT!

Was mich zum anderen führt. Warum um alles in der Welt – wenn das Ding schon wie eine überdimensionale #klette an mir hängt  – kann es nicht etwas Schönes, Nettes, Fröhliches #allesistsuperdupermegaobergenialtoll sein? Glaubt mir, da würde ich definitiv keinerlei  #ichwillesloswerden-Anstrengungen unternehmen, da könnte derjenige #werauchimmer gern #superkleber verwenden.

Übrigens, wusstet Ihr, dass hash auch Hackfleisch bedeutet? Ich nicht, jetzt schon. Vielleicht sollte ich Hackfleischbällchen machen gehen – die schmecken wenigstens gut.

 

Das passt dazu...

5 Comments

  • Reply
    schoengut
    7. August 2014 at 14:22

    Na, dann hoffe ich mal, und wünsche dir/euch, dass (möglichst bald) jemand (am besten natürlich DER) deinen Lebenshashtag umformuliert. Ein paar Buchstaben streicht, ein paar neue hinzufügt. Dann wird aus #kackscheisse vielleicht erstmal ein lapidares #achisseshaltso und irgendwann auch mal ein achselzuckendes #auchgutso, bis hin zum #warnichtschönaberrichtigso und #allesgut.
    Ich wünsche es dir!

  • Reply
    heike
    7. August 2014 at 14:23

    Was auch immer für ein #kackscheiss da bei Dir los ist, auf mich wirkst Du noch ziemlich positiv mit Feiner Art zu schreiben, was ich sehr bewundernswert finde
    Ich drück Dich
    GglG Heike

  • Reply
    Anonym
    7. August 2014 at 15:00

    Oh liebe caro, das erinnert mich an punchinello. Kennst du den? Eine buchfigur, die auch solche Aufkleber aufgeklebt bekommt. Sie fallen ihm zim schluss des nuvhrs aber lsngsam alle wieder ab. Denk immer daran, dass du für gott ein königskind bist. Kein mensch hat das Recht über andere zu urteilen und jemandem abzukanzeln.
    Be blessed, isa aus marburg 😉

  • Reply
    Naebutikk
    7. August 2014 at 18:35

    Liebe Caro, jetzt lese ich hier die 4 Kommentare und die beinhalten genau das, was ich dir auch sagen wollte und genau an den Punchinello musste ich beim Lesen deines Textes auch denken!!!

    Ich schweife jetzt auch nicht weiter aus, sondern schließe mich mal ganz schlicht und lieb gemeint meinen vorrednern an 😉

  • Reply
    FrauAlberta
    8. August 2014 at 11:29

    Solche Freunde sind Gold wert. Die #kackscheisse auch mal als solche benennen. Glückwunsch zu so einer Freundin…

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