the blogbook.
Das Leben eben

Das Ende eines aufregenden Jahres I Herzlich Willkommen in der neuen Blog-Wohnung

Hallo Ihr Lieben,
heute kommt also nun mein angekündigter letzter Post für dieses Jahr – mit viel Text und sehr wenigen Fotos. Ich hoffe sehr, dass Euch das nicht abschreckt und Ihr trotzdem durchhaltet ;-). 
Als ich im Januar angefangen habe zu bloggen, war meine Intention diesbezüglich mit wenigen Worten zusammen zu fassen: ich wollte auch so schöne Fotos zeigen wie die anderen (von dem, was ich natürlich auch mindestens so schön genäht hattee wie die anderen), wollte, dass man das liest und kommentiert und ich dadurch mit anderen in Kontakt komme. Ich war also nicht allzu anspruchsvoll :-p.
Knapp 12 Monate später muss ich ziemlich lachen über meine Ideen, die ich damals so hatte – und staunen, was aus diesen wenigen Sätzen geworden ist. Erstmal könnte man das Ganze ja anhand einiger Fakten darstellen. So gesehen habe ich also 50 Posts veröffentlicht, irgendwas zwischen 100 und 200 Lesern gewonnen, sehr viele lustige, ernste und auch mal nachdenkliche Kommentare gelesen und angefangen, eine Facebook-Seite zu betreiben. Ich habe seeeeehr viele Fotos geschossen, bearbeitet und wieder gelöscht, zwei Nähmaschinen gekauft und davon eine wieder verkauft, mein Stofflager um – keine Ahnung – 500%? vergrößert und Dinge angeschafft, die ich vor diesem Jahr nur vom Hörensagen kannte, aber auf einmal UNBEDINGT brauchte. Zuguterletzt habe ich noch ein Gewerbe angemeldet. Wenn man das so liest, klingt das doch eigentlich ganz großartig, oder? Irgendwie nach Erfolg, finde ich… Jaaaaaaaa, wenn man denn Erfolg in Dingen wie den eben genannten messen will. Nun bin ich die Letzte, die solche Dinge klein reden will, nein, will ich wirklich nicht. Ich freue mich tatsächlich über jeden Einzelnen, der meine Beiträge liest und sie vielleicht sogar noch kommentiert. Ich freue mich über meine Nähmaschine,  die streng genommen noch nicht mal mir gehört, sondern der Bank. Ich freue mich über meine Kamera, über meine Fotos, darüber, dass ich tatsächlich anfange, Photoshop zu verstehen und andere sogar schön finden, was sie am Ende zu sehen bekommen. Ich freue mich, wenn mir jemand schreibt, wie gern er meine Texte liest und ich freue mich sogar dann, wenn mein Blog manchmal mit einem Katalog verwechselt wird ;-).

Aber dann gibt es noch all die vielen, vielen Dinge, die eben nicht in diesen Zahlen zu messen sind. Dinge, die nicht schön bearbeitet oder gar nicht erst erzählt sind, Dinge, mit denen ich mich teilweise über Monate beschäftigt, sie immer wieder durchdacht und hin- und hergewälzt habe. Ich stelle mir beispielsweise immer wieder die Frage, wie gut ich eigentlich bin; messe mich an anderen und verzweifle das ein oder andere mal bei dem Gedanken, dass ich dort nie hinkommen werde; stelle mir die Frage nach der Einzigartigkeit meiner „Produkte“, der Kreativität, dem Wiedererkennungswert und nie zu vergessen der Authentizität. Ich gehöre nicht wirklich zu den Menschen, die einfach mal so was machen – mal sehen, wie es läuft, mal sehen, ob es Spaß macht. Ich muss das durchdenken, bis ins kleinste Detail, immer wieder herholen und reflektieren. Ich bin wie Egon Olsen – ich brauche einen Plan! So gut das sein kann, das ist echt anstrengend!!!

Das alles sind sind keine Zahlen und Fakten, an denen man irgendeinen Erfolg messen kann; es sind noch nicht mal Dinge, die einen konkreten, für andere nachvollziehbaren Rahmen geben – aber letztlich sind sie für mich Herz und Seele des Ganzen. Ich weiß, das klingt jetzt etwas pathetisch – aber das letzte Jahr hatte für mich mit Selbstfindung zu tun, sehr viel sogar. Und: wer hätte es gedacht? Bloggen war mein Therapiemittel – ohne, dass ich das jemals geahnt hätte! Durch das Bloggen bin ich (wieder) zum Nähen gekommen (und umgekehrt: ohne die Näherei hätte ich auch nicht angefangen zu bloggen). Beides hat mich mit Menschen zusammen geführt, die ich vorher nicht kannte (und wohl auch nie kennen gelernt hätte!) und die mir mit einem Mal zur Inspiration und oft auch zum Prüfstein wurden. Ich habe mich gemessen, verglichen, anspornen lassen, mich meinen Ängsten und eigenen Unzufriedenheiten gestellt. Um nun, kurz vor Weihnachten, einigermaßen glücklich (aber auch irgendwie erschöpft) sagen zu können, dass ich auf einige der aufgeworfenen Fragen Antworten habe und zumindest die Ahnung eines Plans; von dem, was ich (in Bezug auf The (B)Logbook DeSign) erreichen möchte, was mich ausmacht, was ich im neuen Jahr für Ziele habe. Und das ist ein grandioser Zustand, um in die Ferien und in ein neues Jahr zu starten, finde ich!

Neulich fragte mich mein Sohn übrigens, warum ich das denn machen würde, dieses bloggen. Während ich krampfhaft nach einer Antwort suchte, von der ich annahm, dass sie auch ein Fünfjähriger verstehen würde, gab er sie gleich selbst: weil Du da Freunde findest, oder?
Das stimmt, ich habe tatsächlich neue Freunde gefunden. Und gelernt, dass man Freundschaft auch auf völlig neue Art und Weise interpretieren kann! Ich habe Hilfe und Unterstützung von Menschen erhalten, die ich noch nie zuvor leibhaftig vor mir gesehen, ja noch nicht mal sprechen gehört habe :-). Und ich bin jetzt schon wahnsinnig aufgeregt, wenn ich daran denke, dass ich einige dieser tollen, tollen Leute noch dieses Jahr und auch im neuen Jahr treffen kann!
 

 
Mit diesen sehr persönlichen Worten wünsche ich Euch jetzt ein frohes, friedliches, fröhliches und zugleich besinnliches Weihnachtsfest. Wie und wo auch immer Ihr feiert, ich wünsche Euch den Zauber vom ersten Weihnachtsfest!

Und nun noch ganz zum Schluss ein paar kurze Anmerkungen: wie Ihr ja gemerkt habt, ist The (B)Logbook tatsächlich schon „umgezogen“. Vieles ist noch in der Renovierungsphase und ich hoffe, Ihr seid noch etwas geduldig mit mir, bis alles reibungslos läuft. Es stehen große und kleine Veränderungen im neuen Jahr an, auf die ich sehr gespannt bin und auf die ich mich riesig freue. Ich weiß, ich habe immer mal wieder Andeutungen gemacht und Euch auch schon mehr als einmal vertröstet, aber damit nix untergeht, gewährt Ihr mir hoffentlich einen letzten Aufschub :-).

So, jetzt bin ich gespannt, wie es Euch hier im „neuen Zuhause“ gefällt und verabschiede mich bis zum 06.01.2014 aus der Bloggosphäre. Aber über Facebook und Instagram können wir gern auch bis dahin in Kontakt bleiben – einfach „gefällt mir“ bzw. „folgen“ klicken :-).

Die allerliebsten Grüße,
Eure Carolin

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5 Comments

  • Reply
    pipa pocoloco
    23. Dezember 2013 at 15:10

    Liebe Carolin,
    ein sehr schöner Post in dem ich mich selbst auch ein bisschen wiederentdecke.
    Ich freue mich sehr, dass wir uns übers Bloggen und Nähen kennengelernt haben und hoffe, dass wir uns ganz bald wieder treffen.
    Dein altes Blogoutfit fand ich sowas von besonders und ansprechend, dass ich es sicher ein bisschen vermissen werde. Das neue Design kann ich gerade per Handy noch nicht beurteilen…
    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein besinnliches und wunderschönes Fest.
    Bis ganz bald.
    Allerliebste Grüße
    Paola

  • Reply
    Katharina
    23. Dezember 2013 at 18:17

    Liebe Carolin.

    dir und deiner Familie wünsche ich auch ein ganz schönes, besonderes Weihnachtsfest mit viel Kerzenschein, Familienzeit und Gemütlichkeit!

    Ich bin gespannt, wie es in deinem Blog und mit dem Nähen bei dir im Neuen Jahr weitergeht!

    Herzliche Grüße
    Katharina

  • Reply
    maria
    23. Dezember 2013 at 18:22

    oh meine liebe, was für bewegende worte- und auch für mich was 2013 zweifelsohne das jahr des vergleichens und des eigenen weg suchens und ein bisschen auch findens. ich freu mich sehr dich nächstes jahr kennenzulernen und bis dahin freu ich mich einfach dich in meinem kleinen team zu haben. und was deine fotos und text angeht- die liiiiebe ich einfach
    herzliche grüße und frohe weihnachten maria

  • Reply
    vonmäusenundnähten
    23. Dezember 2013 at 18:58

    Auch von mir ein schönes Fest und ein tolles Nähjahr 2014.Laß Dich von Deinem Gefühl und Deiner Intuition/Inspiration leiten und denke nicht alles zu viel durch.Das macht unsicher und dazu hast Du keinen Grund.Deine Seele steckt auch so ín allen Deinen Werken und allein dadurch erhalten sie ihre Individualität!
    Liebe Grüße
    simone

  • Reply
    Emma
    9. Januar 2014 at 15:56

    Boah Carolin…was für ein toller Post..und danke, dass Du deine Gedanken mit uns teilst… gglg emma

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