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Das Leben eben

Weil ich schreiben muss.

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Wenn jemand einen Satz anfängt mit „Schon als Kind wollte ich …blablabla… werden“ – Alternativen sind „Schon IMMER…“ oder  gern auch „Seit ich denken kann…“ – wenn also jemand genauso begründet, warum er gar nichts anderes sein kann, als das was er zu werden glaubt (denn selten sind diese Menschen wirklich das, was sie behaupten), dann beschleicht mich ein ganz und gar ungutes Gefühl. Es hat seinen Ursprung irgendwo in der Magengegend und breitet sich dann langsam aus, Richtung Kopf und Gliedmaßen,
bis es mich schließlich Arme und Beine schütteln lässt, zumindest gedanklich . Man könnte es als Abneigung bezeichnen.

Nun ist das Problem mit Äußerungen wie dieser, dass man quasi SOFORT als sauertöpfisch oder gar neidisch, vielleicht sogar als frustriert bezeichnet wird. Man würde dem anderen den Erfolg nicht gönnen und im tiefen Grunde des eigenen Herzens sich doch nur selbst nach so viel Überzeugungskraft für das eigene Tun sehnen.

Ist da was dran? Ich würde gern laut NEIN, NATÜRLICH NICHT! schreien, aber ich bin ein ehrlicher Mensch, auch zu mir selber. Also flüstere ich folgende Antwort: ja, ich bin ein
bisschen neidisch. Nicht auf den Erfolg, sondern darauf, dass der andere anscheinend überhaupt keine Zweifel am eigenen Tun und Sein hat und sie offensichtlich auch nie hatte. Nein, im Gegenteil, der Erfolg ist im Grunde nur die logische und unabwendbare Konsequenz daraus, dass dieser jemand Zeit seines
Lebens seine Bestimmung kannte und stets durch sie gehandelt hat.

Warum schreibe ich diese Zeilen, die im Folgenden noch sehr persönlich werden? Weil sie eine wirklich gute Ausgangsbasis bilden, um Euch ein wenig über the blogbook. zu erzählen. Ich möchte Euch mit folgendem Satz beglücken: „Seit ich denken kann, wollte ich schreiben! Weil ich schreiben muss.“ So. Unglaublich, oder? Da gehöre ich auf einmal selbst zu dieser oben beschriebenen Spezies. Aber anstatt in beinahe mönchsgleicher Gelassenheit das zu tun, was schon immer meine Bestimmung war und dafür die wohlverdienten Früchte des Ruhms zu ernten, habe ich in der Überzeugung gelebt, dieses Wollen sei nicht viel mehr als ein abstrakter, ferner Traum. Und ein daraus zu erzielender Erfolg nicht für mich vorgesehen.

Und dann saß ich da, nach fast 30 Lebensjahren: ich hatte 6 Jahre studiert, mittlerweile 3 Kinder, eine angefangene Promotion und war seit mehreren Jahren arbeitslos (wenn man mal meinen Job als Putzfrau nicht mitzählt…). Immer wieder sagte ich mir, dass ich doch schon so viel erreicht und erlebt hatte. Und doch: am Ende wartete die Krise auf mich.
Das Wort Krise hat einen griechischen Wortursprung, der eine Scheidung im Sinne einer Wende meint. Ihr voran geht eine dysfunktionale Situation, deren Ursprung nicht unbedingt klar zu benennen ist. Um es mal einfach auszudrücken: nichts geht mehr und man hat eigentlich keine Ahnung, warum. Genau so war es bei mir. Ich habe gekämpft und bin durch viele Täler gegangen (Gott sei Dank war ich nie allein!). Und am Ende kam sie, die alles (ent)scheidende Frage: will ich aus einem abstrakten, fernen Traum meine Bestimmung machen und diesen Weg gehen?
Das Ergebnis dieser Entscheidung seht Ihr hier. Um es auf den Punkt zu bringen: ich werde schreiben. Weil ich schreiben muss.  the blogbook. ist ein Teil – ein sehr wichtiger – von dem, was ich Zukunft machen werde. Es sammelt, was ich „erschaffe“, stellt es dar, macht es publik, dokumentiert. Artikel, Geschichten, Gedanken, alles Geschaffene. Alles, was unter meinen Fingern irgendeine Art von Form annehmen wird, wird hier zu finden sein.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Umschauen und hoffe, Ihr kommt gern und immer wieder vorbei.
Liebste Grüße,
Eure Carolin

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2 Comments

  • Reply
    Vanessa
    26. Mai 2017 at 7:54

    „Seit ich denken kann, wollte ich schreiben!“ schreibst du und das macht uns dann ein bisschen zu Schwestern im Geiste. Ich auch. Schon immer. Das Problem mit solchen Lebensträumen ist ja aber manchmal, dass sie dir wirklich wirklich wichtig sind. Ich für meinen Teil hatte diesen Traum vom Schreiben und das Gefühl, dass ich auch das Zeug dazu hätte und ich hab unglaublich lange dazu gebraucht, auch nur im Entferntesten dahin zu kommen. Weil mein größter Traum Hand in Hand mit meiner größten Angst ging. Was wäre denn, wenn ich schreiben würde und es würde keiner lesen wollen? Wenn ich merken müsste, dass das von dem ich glaube, dass es MEIN DING ist, letztlich nur eine falsche Selsbteinschätzung meiner Fähigkeiten ist? Dafür war mir dieser Traum zu wertvoll und die Angst zu groß und so schleppte ich all die Worte Monat für Monat, Jahr für Jahr mit mir herum, behielt sie für mich, bis ich drohte zu platzen. Dann fing ich an zu bloggen. Gott sei Dank. Ich weiß garnicht, warum ich nicht schon mal eher hier bei dir war. Aber ich komme jetzt garantiert öfter hier her. Schön hast du es hier. In Wort und Bild. Danke dafür!

    • Reply
      Carolin Schubert
      26. Mai 2017 at 20:50

      Liebe Vanessa, es ist verrückt – es könnten genau meine Worte sein. Und ja, Du hast Recht, das macht uns zu Schwestern im Geiste. Wie ich mich freue, hier eine gefunden zu haben! Herzlich Willkommen in meiner Welt. Und danke fürs Erinnern an diesen ersten Blogpost. Den ich ganz vergessen hatte und der gerade in der letzten Woche aktueller nicht sein könnte!

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